Xbox definiert, wie du andere in Multiplayer-Spielen richtig beleidigst

Marina Hänsel

Es gibt nichts Schöneres, das du dir an einem heimeligen Freitag wie heute ansehen kannst, als Microsofts Liste „akzeptabler Beleidigungen“. Glaube mir.

Papa Microsoft erklärt dir im neuen Update der offiziellen Community-Standards für die Xbox, wie du dich gegenüber deinen Mitspielern anständig verhältst. Aber nicht zu anständig – denn natürlich sollst du dir treu bleiben und andere zu beleidigen, passiert nun einmal. Wie also richtig beleidigen? 

Keine Sorge, Papa Microsoft gibt dir wundervolle Beispiele, ganz im Stile jener kitschig-niedlichen „Bildungsvideos“, die dir zuweilen im Unterricht oder in der Sendung mit der Maus untergejubelt wurden. Das ist eigentlich ziemlich cool – Microsoft spricht sich hier nicht nur gegen rassistische und feindliche Äußerungen aus, sondern ermutigt dich auch, andere Spieler vor Anfeindungen zu beschützen:

Um Xbox Live in einen Ort zu verwandeln, an dem jeder abhängen kann und sich niemand unwohl oder unerwünscht fühlt, müssen wir alle Aufseher sein. Das bedeutet mehr, als nur davon abzusehen, andere Spieler zu belästigen – es bedeutet, diesen Spielern beizustehen. Es bedeutet, geschmacklose Witze für jene aufzubewahren, von denen du weißt, dass sie sich daran erfreuen werden. Es bedeutet, auf deine Mitspieler ganz besonders zu achten, wenn du spielst und immer daran zu denken, wie sie deine Inhalte interpretieren könnten.

Papa Microsoft weiß, dass eine Multiplayer-Community, dass Menschen nicht immer nett sein werden und können. Und anstatt eine seelenlose Liste von Verhaltensregeln zu erstellen, ermutigen sie uns nicht nur, aufeinander zu achten, sondern uns nicht zu verstellen – und durchaus einmal wütend zu reagieren. Das jedoch in einem angemessen Ton. Hierfür hat Papa Microsoft sich die Mühe gemacht, explizite Beispiele für akzeptable Beleidigungen zu erstellen – und dir ebenso zu zeigen, was du nicht sagen oder schreiben sollst.

Also, was ist eine nette Beleidigung? Merke dir das bitte für deinen nächsten Wutanfall in einem Online-Spiel deiner Wahl:

  • „Stirb. Ich kann nicht glauben, dass du dachtest, du wärst auf meinem Level.“
  • „Mann, hast du deinen Waffenschein beim Lotto gewonnen? Friss Dreck.“
  • „Du hast nur gewonnen, weil du das ganze Spiel über gecampt hast. Versuch’s nochmal, Kleiner (Oder: Kleine).“
  • „Billiger Sieg. Komm wieder, wenn du tatsächlich fahren kannst, ohne deine Autos in den Graben zu steuern.“
  • „Das war scheiße. Werd‘ besser und komm wieder, wenn deine K/D über 1 ist.“

Papa Microsoft erklärt dir auch gern, wie du dich nicht ausdrücken sollst – und das auf eine recht amüsante Art:

  • „<Sexuelle Beleidigung>. Ich kann nicht glauben, dass du dachtest, du wärst auf meinem Level.“
  • „Hey, <obszöner Ausdruck>. Hast du deinen Waffenschein beim Lotto gewonnen? Friss Dreck, du Arsch.“
  • „Du bist scheiße. Hau ab aus meinem Land  – vielleicht lassen sie dich wieder rein, wenn deine K/D über 1 ist.“

Eloquente Beleidigungen – frag Scarface für Inspirationen:

Bilderstrecke starten
15 Bilder
Die besten Scarface-Zitate: Tony Montanas weises Buch der Beleidigungen.

So amüsant die Herangehensweise von Microsoft auch ist, so gut haben die Beispiele das Ganze auf den Punkt gebracht: Keine direkten Angriffe, kein „Du bist scheiße!“ und lieber ein „Das war scheiße!“ – keine Beleidigungen, die einen anderen tiefer verletzen können. Schön zu sehen, dass sich hier jemand ernsthaft Gedanken gemacht hat und diese dann auch noch in eine witzige, aber pädagogische Form bringen konnte.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung