Kurz vor dem Aus: So rettet Qualcomm die Android-Smartwatches

Johann Philipp

Während Apple und Samsung ihre Smartwatches regelmäßig aktualisieren, müssen alle anderen Hersteller auf einen alten Chip von Qualcomm setzen. Im Herbst soll endlich ein neues Modell folgen. Kann es die Android-Smartwatches retten?

Kurz vor dem Aus: So rettet Qualcomm die Android-Smartwatches
Bildquelle: Huawei Watch 2 Sport.

Qualcomm entwickelt neuen Prozessor für Smartwatches

Seit zwei Jahren bietet Qualcomm denselben Chip für alle Wearables auf dem Markt an, die mit Androids Wear OS laufen. Hersteller wie Fossil, Huawei, LG und Michael Kors müssen damit einen ziemlich veralten Chip in ihre Geräte einbauen, den Snapdragon Wear 2100, der von Februar 2016 stammt.

Laut Pankaj Kedia, Senior Director of Wearables bei Qualcomm, wird das Unternehmen im Frühjahr einen neuen Chipsatz vorstellen. Spätestens Ende des Jahres sollen Smartwatch-Hersteller ihre neuen Geräte damit auf den Markt bringen können. Der neue Chip ist dabei von Grund auf neu entwickelt. Er ist kleiner, verbraucht weniger Strom und integriert Sensoren für Fitness-Funktionen.

Qualcomm entwirft die Chips offenbar auch so, dass sie effektiver mit Always-On-Displays arbeiten. „Eine Smartwatch ist in erster Linie eine Uhr – sie muss gut aussehen, wenn ich sie betrachte und auch, wenn ich sie nicht betrachte“, sagt Kedia.

Genaue Einzelheiten zu technischen Daten verrät Qualcomm noch nicht. Der Chip soll aber in mehreren Varianten mit Bluetooth und WLAN erhältlich sein, während Chips für Fitness-Uhren auch GPS enthalten werden. Eine LTE-Version ist ebenfalls geplant.

Welche Smartwatches sich am besten verkaufen, seht ihr in der Bilderstrecke.

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Top 10: Smartwatch-Bestseller in Deutschland.

Google setzt Fokus auf Fitness

Google setzt den Schwerpunkt für sein Betriebssystem Wear OS vor auf allem Fitness- und Sportfunktionen. Der neue Chipsatz wird es ermöglichen, das Training genauer aufzuzeichnen und dabei weniger Akku zu verbrauchen.

Ein neuer Chip ist schon lange überfällig. Wear OS ist träge und die Hersteller haben nur wenig Auswahlmöglichkeiten. Schon in unserem Test zur Huawei Watch 2 haben wir angemerkt, wie das Betriebssystem ein sonst solides Gerät verhunzt. Hoffentlich schaffen es Google und Qualcomm mit ihren Ankündigungen den Smartwatch-Markt zu retten, bevor nur noch Apple und Samsung übrig bleiben und die großen Uhrenmarken die Plattform aufgeben.

Quelle: Wareable

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