MediaTek Helio X20 (MT6797): Details zum 64-Bit 10-Kern-Prozessor

Kaan Gürayer 2

„Mehr Power“, so lautete Tim Taylors Motto in der 90er Kult-Comedy „Hör mal wer da hämmert“. Auch MediaTek folgt diesem Ruf und hat mit dem Helio X20 (MT6797) nun einen Chip vorgestellt, der gleich zehn Rechenkerne besitzt. Schwachstelle im neuen Super-SoC könnte aber der Arbeitsspeicher werden. 

Basis des 64-Bit-fähigen Helio X20 (MT6797) sind drei Cluster, die sparsame und leistungsstarke Kerne miteinander kombinieren. Für leichte Aufgaben wie etwa Musikhören stehen vier A53-Kerne mit einem Takt von 1,4 GHz bereit, mittlere bis schwere Anforderungen übernehmen vier A57-Kerne mit 2 GHz pro Kern und um rechenintensive Aufgaben, beispielsweise aufwendiges Mobile Gaming, kümmern sich zwei Cortex A72-Kerne mit einer Taktrate von 2,5 GHz. Insofern handelt es sich beim Helio X20 (MT6797) auch eher um einen Vier-Plus-Vier-Plus-Zwei-Prozessor denn um ein echtes Deca Core-SoC.

MediaTek Helio X20: Langsamer LPDDR3-RAM

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Gefertigt wird der neue Chip noch im 20-nm-Verfahren. Konkurrenten wie etwa der Exynos 7420 aus dem Hause Samsung  setzen hier bereits auf eine Fertigung im 14-nm-Prozess. Als Grafikeinheit steht dem Helio X20 (MT6797) die ARM Mali-T880 MP4 zur Seite, die mit 700 MHz taktet. Die GPU ist in der Lage, H.265 4K/2K-Videos mit 30 FPS zu encoden beziehungsweise decoden. Zudem werden Displays mit einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln unterstützt, ebenso wie Kameras mit bis zu 25 MP. Der Helio X20 (MT6797) bietet außerdem den Support für die Native 3D 2.0, um die Aufnahme von 3D-Bildern zu ermöglichen.

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Eine mögliche Schwachstelle findet sich jedoch beim RAM, denn der Chip unterstützt lediglich Module auf Basis des alten LPDDR3 RAM mit 933 MHz. Mitbewerber wie Qualcomm und Samsung sind hier bereits weiter und unterstützen den schnelleren LPDDR4 RAM mit 1.600 MHz. Auch beim LTE-Support müssen Abstriche gemacht werden, da der Helio X20 (MT6797) lediglich LTE nach Cat.6 und damit Downloadraten von maximal 225 MBit/s beherrscht. In der Praxis dürfte das allerdings kaum von Bedeutung sein, da wir zumindest in unseren Breitengraden von solchen Geschwindigkeiten noch weit entfernt sind.

Erste Geräte auf Basis des Helio X20 (MT6797) erscheinen Ende 2015

Interessant dürfte der Preis sein, den MediaTek für sein neues SoC ansetzt. Bisher glänzte der Chipentwickler vor allem durch ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis, weshalb sich die Prozessoren des taiwanischen Unternehmens vor allem in Geräten der Einsteiger- und Mittelklasse finden. Sollte auch der Helio X20 (MT6797) vergleichsweise günstig werden, könnten wir in Zukunft wohl noch öfter Smartphones und Tablets sehen, die von einem MediaTek-Prozessor angetrieben werden. Die ersten Geräte auf Basis des Helio X20 (MT6797) werden für Ende 2015 erwartet.

Quelle und Bild: Mobile Dad, via: PhoneArena

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