Hoverboard explodiert: Sind die E-Boards unsicher?

Martin Maciej

Immer wieder liest man von explodierenden, hochwertigen Geräten. Allgemein noch gut in Erinnerung ist das Akku-Drama um das rund um das Samsung Galaxy Note 7 und auch das iPhone hat schon mehrere Explosionen erlebt. In den letzten Monaten stark im Kommen, liest man zudem immer wieder darüber, dass ein Hoverboard explodiert sei.

Aus den USA erreicht uns gerade die Meldung, dass ein explodiertes Hoverboard für den Tod eines zweijährigen Mädchens verantwortlich sei. In den meisten Fällen sind diese Unglücke auf einen überhitzten Akku zurückzuführen. Doch sind Hoverboards grundsätzlich unsicher und als „tickende Zeitbombe“ beim Aufladen zu werten?

Explodierende Akkus bei Hoverboards sind keine Seltenheit

Die E-Boards werden mit Akku betriebenen Elektromotoren bewegt. In mehreren Fällen überhitzten die Akkuladegeräte beim Ladevorgang, bevor sie sich entzündeten und explodierten. Schon Ende 2015 wurde von mehreren solcher Fälle berichtet. Auch in Deutschland gibt es einen ähnlich gelagerten Fall: Im Juli 2016 explodierte ein Hoverboard in Köln. Ein ganzes Haus wurde durch die Brandfolgen unbewohnbar. Mitte 2016 rief die US-Verbraucherschutzbehörde über 500.000 solcher Boards zurück – auch hier wurde eine konkrete Brand- und Explosionsgefahr ermittelt. Bei YouTube finden sich zahlreiche Videos, die feuerfangende Self-Balancing-Boards zeigen.

Partout ist natürlich nicht jedes E-Board gefährdet. Betroffen sind vor allem sehr günstige Geräte, die schlecht verarbeitet waren und billig hergestellte Akkus beziehungsweise Akku-Ladegeräte verwenden. Experten empfehlen, keine Hoverboards von unbekannten Herstellern und billige, aus Asien importierte Boards über eBay, Amazon und Co. zu kaufen. Deren günstiger Preis ist häufig auf Abstriche bei Sicherheitsstandards zurückführen. Im Zweifel sollte man also auf teurere Markengeräte zurückgreifen.

Sind Hoverboards unsicher?

Nach der großen Rückrufaktion in den USA nahm die Sicherheitsorganisation UL E-Boards genauer unter die Lupe. Zertifizierte Boards werden als elektrisch sicher eingestuft und stehen demnach nicht unter Verdacht, beim Aufladen in Flammen aufzugehen. Im Webportal der Organisation kann man über die Eingabe des Herstellers oder des Produktcodes einsehen, ob ein Board bereits überprüft und zertifiziert wurde. Nach dem Brand in Köln riet die Feuerwehr zudem, Hoverboards nicht in Wohnungen aufzuladen – ob das wirklich eine praktikable Lösung ist, sei mal dahingestellt.

In Deutschland wird es vermutlich weniger Probleme mit explodierenden Hoverboards geben. Grund hierfür ist jedoch in erster Linie nicht ein erhöhter Sicherheitsstandard, sondern vielmehr die Tatsache, dass nach aktuellem Stand Hoverboards nicht legal auf öffentlichen Straßen und Wegen gefahren werden dürfen. Bis die Behörden hierzulande eine Lösung, ähnlich wie bei Segways, geschaffen haben, werden vermutlich auch gesetzliche Mindestanforderungen an die Akkusicherheit definiert.

Bildnachweis: saritwuttisan, Fotomatt_hh

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