Sprit sparen: 10 Tipps um kraftstoffsparend zu fahren

Thomas Kolkmann

Über das spritsparende Fahren könnte man ganze Bücher schreiben, was einige auch . Wir haben euch in diesem Ratgeber aber einmal die 10 wichtigsten Tipps kurz und knapp zusammengefasst, damit ihr den Kraftstoffverbrauch eures Fahrzeugs senken könnt.

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Möglichst spritsparend zu fahren ist eine Kunst für sich: Auf der einen Seite gibt es äußere Faktoren, die ihr ganz einfach beeinflussen oder einfach nur zu beachten braucht, die andere (größere) Seite ist der Fahrstil selbst. Wenn ihr euch an die Tipps zur vorausschauenden und gleichmäßigen Fahrweise haltet, könnt ihr den Spritverbrauch signifikant herunterschrauben.

Für diejenigen unter euch, die beim Autofahren den Kopf frei haben wollen, aber ebensowenig in alte Fahrmuster verfallen möchten, empfehlen wir ein Smartcar-Device, welches per Smartphone ein visuelles Feedback zu eurem aktuellen Fahrstil abgibt. Ein Beispiel hierfür ist der Spritspartrainer von Pace, welcher viele der unten aufgeführten Tipps zum Fahrstil live erfasst und euch anzeigt, wann ihr spritsparend beschleunigt, fahrt oder abbremst und wann ihr genau dies nicht tut.

1. Weniger Gewicht = geringerer Spritverbrauch

Oft reist unnötiges Gewicht auf unserer täglichen Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen mit. Egal ob unnütze Kleinigkeiten, Getränkekisten oder der Dachgepäckträger, der eigentlich nur für den Urlaub angebracht wurde: All diese Gegenstände bringen zusätzliches Gewicht mit auf die Fahrt.

Wenn das Fahrzeug jedoch mehr Gewicht transportieren muss, braucht der Motor zum Beschleunigen mehr Kraft und somit im Endeffekt mehr Sprit. Fahrradträger und ähnliches können sich darüber hinaus auch ungünstig für den Luftwiderstand auswirken.

2. Sprit sparen durch niedertouriges Fahren

Das Gerücht, dass man am sparsamsten im mittleren Drehzahlbereich fährt hält sich wacker. Am sinnvollsten für Motor, Spritverbrauch und Umwelt ist jedoch das niedertourige Fahren: Denn der Motor arbeitet am effizientesten unter hoher Last und niedriger Drehzahl.

Aus diesem Grund rät es sich, möglichst früh hochzuschalten. Spätestens bei 2000 Umdrehungen pro Minute, sollte man bereits in den nächsthöhreren Gang schalten. Der erste Gang ist dabei wirklich nur zum Anfahren gedacht und in den Fünften kann man bei den meisten Fahrzeugen auch ruhig schon bei knapp über 50 km/h schalten.

3. Erhöhter Kraftstoffverbrauch durch erhöhte Geschwindigkeit

Dieser Tipp reiht sich gleich an Tipp 2 an: Das möglichst niedertourige Fahren gilt nämlich auch für die maximale Reisegeschwindigkeit. Wer schneller fährt, verbraucht mehr Sprit. Manch einer kommt nun mit dem Argument, dass sich hierdurch aber auch die Reisezeit verkürzt, das ist aber eine Milchmädchenrechnung.

Die eingesparte Fahrtzeit steht nämlich in keinem Verhältnis zum exponentiell gestiegenen Spritverbrauch. So muss der Motor nicht nur mehr leisten, sondern bei verdoppelter Geschwindigkeit auch gegen einen gleichzeitig vervierfachten Luftwiderstand ankämpfen, was zu einem weit höheren Spritverbrauch führt.

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4. Gleichmäßig & vorausschauend fahren

Am meisten Sprit wird durch das Anfahren und Beschleunigen verbraucht. Wer versucht möglichst gleichmäßig zu fahren, kann einiges an Kraftstoff einsparen. Dazu gehört es auch, möglichst vorausschauend im Verkehr zu agieren.

Um in einem gewissen “flow” bleiben zu können, solltet ihr deshalb genug Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten, um frühzeitig das Gas reduzieren zu können. Ebenso solltet ihr vor Ampeln und anderen Hindernissen euren vorhandenen Schwung ausnutzen. So vermeidet ihr harte Abbrems- und Anfahrvorgänge, die wieder mehr Sprit verbrauchen würden.

5. Motorbremse bzw. Schubabschaltung nutzen

Durch die Schubabschaltung heutiger Fahrzeuge bremst der Motor automatisch mit ab, wenn man mit eingelegtem Gang vom Gas geht. So wird kein Kraftstoff mehr eingespritzt, solange eine gewisse Drehzahl vorhanden ist.

Wer seine Geschwindigkeit mit der Motorbremswirkung reduziert, kann laut ADAC 10 bis 20 Prozent Sprit gegenüber einem gewöhnlichen Brems- und Anfahrvorgang sparen.

6. Auch Klimaanlage & Co. verbrauchen Sprit

Jeder Zusatzverbraucher im Auto verbraucht Sprit, entweder direkt oder indirekt über die Lichtmaschine. Klimaanlage und Sitzheizung sind hier als besonders hungrige Spritfresser zu bezeichnen.

Wenn es also nicht unbedingt nötig ist, kann man das Auto auch durch geöffnete Fenster abkühlen. Hierdurch erhöht sich zwar ebenfalls der Luftwiderstand und somit im geringen Maße der Spritverbraucht, gegenüber dem Spritverbrauch der Klimaanlage ist dies jedoch vernachlässigbar.

Wer auf die Klimaanlage nicht verzichten kann, sollte dabei aber ebenfalls vorausschauend agieren: Der Abkühlvorgang eines erhitzten Innenraums ist dabei die schwerste Arbeit. Wer eine längere Fahrt plant und das Fahrzeug beispielsweise im abgekühlten Zustand aus der Garage fährt, sollte deshalb sofort die Klimaanlage nutzen und nicht erst, wenn es “zu spät” ist.

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7. Bei längeren Wartezeiten Motor abschalten

Der Start eines Autos benötigt Sprit, das ist richtig. Wer den Motor aber im stehenden Zustand anlässt, verbraucht spätestens nach 10 Sekunden mehr Sprit, als er für den erneuten Startvorgang benötigt hätte. Deswegen gilt bei “längeren” Wartezeiten die Devise von Peter Lustig: “… ihr wisst schon bescheid, abschalten.”

Aber das gilt nicht nur für die Wartezeit vor der Schranke oder beim kurzen einwerfen eines Briefs: Auch vor dem eigentlichen Losfahren, ergibt es nur wenig Sinn, den Motor zu starten. Ihr solltet den Schlüssel deshalb erst drehen, wenn alle Fahrgäste angeschnallt im Auto sitzen, das Navigationssystem eingerichtet ist oder die Frontscheibe vom Eis befreit wurde und nicht bereits davor.

8. Der richtige Reifendruck

Auch die Reifen können unnötigen Sprit schlucken, wenn sie nicht den richtigen Reifendruck haben. Durch zu platte Reifen erhöht sich nämlich der Rollwiderstand, was sich wiederrum beim Spritverbrauch bemerkbar macht.

Ihr solltet deshalb regelmäßig den Reifendruck überprüfen. Das könnt ihr für gewöhnlich bei jeder Tankstelle machen. Der richtige Reifeninnendruck für eure Reifen findet ihr normalerweise im Benutzerhandbuch, bei der Fahrertür oder im Tankdeckel eures Fahrzeugs.

9. Motor in Schuss halten

Aber auch andere Teile können den Spritverbrauch erhöhen. Verstopfte Luftfilter, alte Zündkerzen oder einfach ein schlecht eingestellter Motor können den Kraftstoffverbrauch erhöhen.

Für alles, was ihr selbst nicht überprüfen könnt, solltet ihr deshalb eine regelmäßige Inspektion in der Werkstatt eures Vertrauens machen lassen.

10. Kurze Strecken meiden

Kurze Strecken sind der hohe Spritverbrauch persönlich. Im Kaltzustand ist der Kraftstoffverbrauch des Autos besonders hoch, erst nach einigen Kilometern ist der Motor auf Betriebstemperatur. Wenn die Möglichkeit besteht, die Strecke auch zu gehen oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, ist dies aus der Sicht des Spritverbrauchs die bessere Wahl.

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Bildquellen: ModernNomads via Shutterstock, Minerva Studio via ShutterstockThomas doerfer

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