Die SD-Karte wiederherstellen: Daten selber reparieren und sichern

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Verdammt, alles weg! Die SD-Karte wird nicht mehr erkannt und kein Backup ist verfügbar. Was kann man also tun? Der Gang zum Profi ist zwar eine Möglichkeit, allerdings kann das ganz schön teuer werden – wir zeigen, wie man mit kostenlosen Programmen selber die Daten reparieren kann.

Die SD-Karte wiederherstellen: Daten selber reparieren und sichern

Ärgerlich – das Smartphone oder der PC vermeldet, dass die Speicherkarte nicht mehr erkannt wird, und dabei sind da eine ganze Menge Erinnerungen drauf, neben Videos und Bildern auch Whatsapp-Verläufe und Dokumente, von denen es kein Backup mehr gibt. Zum Glück gibt es kostenlose Softwareprojekte wie CGSecurity, die zuverlässig Daten retten können.

SD-Karte wiederherstellen: Ruhe bewahren, nicht “rumfummeln”

Das Schlimmste im Fall der Fälle ist das Überschreiben der SD Karte. Während es bei magnetischen Speichermedien wie der Festplatte möglich ist, schon überschriebene Daten noch einmal lesbar zu machen, gehen die Daten bei einer SD-Karte durch Neubelegung verloren. Deswegen ist der erste Schritt zur erfolgreichen Wiederherstellung: Ruhe bewahren.

Sollte die Speicherkarte wieder beschreibbar im Telefon funktionieren, dann werden unweigerlich neue Daten auf die Speicherkarte geschrieben – und dann sind die Dateien, die vorher an der Stelle waren, endgültig gelöscht. Im Optimalfall wird sie, nachdem die Speicherkarte nicht mehr lesbar ist, aus dem Telefon genommen, bis man sie an einen PC anschließen kann.

In den meisten Fällen sind die ersten Datensektoren der Speicherkarte fehlerhaft – und genau da befinden sich wichtige Informationen über die Speicherkarte, wie der Index und die Partitionsinformationen. Besonders ärgerlich ist es, wenn man auf A2SD+ zurückgreift und alle App-Daten futsch sind. Bei A2SD+ wird ein Teil der Speicherkarte partitioniert, damit dieser als interner Speicher für Apps und deren Daten fungieren kann.

Eine kleine Anmerkung: Die hier genutzten Programme, TestDisk und PhotoRec, arbeiten ohne visuelle Oberfläche, um so kompatibel wie möglich zu bleiben. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, mit Ruhe und Geduld lässt sich hoffentlich alles wiederherstellen.

SD-Karte wiederherstellen: TestDisk, PhotoRec und los!

Die beiden Tools von CGSecurity, Testdisk und PhotoRec, sind sehr mächtige Programme, mit denen Partitionen wiederhergestellt werden können und danach jeder einzelne Datensektor auf der Speicherkarte gelesen werden kann. Ist es bereits mit TestDisk nicht möglich, auf die kaputte Speicherkarte zuzugreifen, dann stehen die Chancen für eine Wiederherstellung sehr schlecht. Da hilft nur der Gang zum Profi und das kann – wie bereits erwähnt – teuer werden.

Bildergalerie sd-karte-wiederherstellen-testdisk

Als erstes schließt man die SD-Karte an ein Speicherkarten-Lesegerät an. Für MicroSD-Karten gibt es entsprechende Adapter. Zunächst startet man TestDisk. Nach der Bestätigung des Logs wählt man die Speicherkarte aus – oder das Laufwerk, wo dieses sein müsste. SDA ist das erste Speichermedium, in meinem Beispiel meine Windowsfestplatte. SDB ist das zweite Speichermedium, hier eine externe Festplatte, die als zu rettende Speicherkarte her hält.

Nachdem man die Intel/PC-Partitiontable auswählt, was bei einer Speicherkarte ebenfalls der Fall sein wird, lässt man diese analysieren. Funktioniert alles, wie es sein sollte, dann wird die Partition grün unterlegt. Sollte das so nicht funktionieren, dann sollte man sich an eine technikaffine Person der Wahl wenden, ein Speichermedium mit kaputter Partitionstable wiederherzustellen, setzt ein gewisses Maß an Expertise voraus.

SD-Karte wiederherstellen: Daten retten

Nach TestDisk hilft PhotoRec weiter aus. PhotoRec liest jeden einzelnen Sektor aus und kann daher jedes geschriebenes Stück Daten wiederherstellen. Wieder wählen wir, hier im Beispiel SDB, die Speicherkarte aus. Dort ist die “no partition”-Option auszuwählen, damit auch die vollständige Speicherkarte gelesen wird. Das Optionmenü (unten) kann mit den Pfeiltasten ausgewählt werden. Mit der “>Keep corrupted files: Yes”-Einstellung werden alle Daten, egal ob lesbar oder nicht mehr lesbar, gesichert. Danach kann es auch losgehen – das Filesystem ist “Other”, da normalerweise Speicherkarten mit FAT betrieben werden, A2SD+ arbeitet zusätzlich mit ext3/4-Partitionen. Nun wird noch der Speicherort für alle Daten bestimmt und die Speicherkarte wird vollständig ausgelesen.

Bildergalerie sd-karte-wiederherstellen-photorec

Daten, die jetzt nicht gelesen werden – oder nicht mehr wiederhergestellt werden, werden wahrscheinlich für immer gelöscht sein. Es ist immer ratsam, in regelmäßigen Abständen ein Backup der Speicherkarte anzulegen, so hat man im Fall der Fälle wenigstens den größten Teil seiner Daten sicher.

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