Recht auf Updates oder Geld zurück: EU will Hersteller zu Aktualisierungen zwingen

Holger Eilhard 4

Das Ziel in der gesamten EU einen besseren und einheitlichen Schutz der Verbraucher zu schaffen, soll nun auch dafür sorgen, dass sich Kunden in Zukunft für längere Zeit über Updates für ihre Geräte freuen dürfen.

Recht auf Updates oder Geld zurück: EU will Hersteller zu Aktualisierungen zwingen
Bildquelle: GIGA - Google Pixel 3.

Updates für Smartphone, Tablet und mehr in einem „vernünftigen Zeitraum“

In einer aktuellen Pressemitteilung (via WinFuture) beschreibt das Europäische Parlament die neuen, einheitlichen Regeln beim Einkauf in der EU. Dabei soll es egal sein, ob man die Waren persönlich im Geschäft kauft oder online bestellt.

Die Regelung beinhaltet aber auch eine Regelung, die insbesondere für Käufer günstiger Elektronikgeräte interessant sein dürfte. Konkret heißt es in der Mitteilung, dass Kunden in Zukunft einen Anspruch innerhalb eines „vernünftigen Zeitraums“ auf notwendige Updates haben sollen. Wie lange dieser Anspruch jedoch konkret gelten soll, wird nicht genannt. Er soll sich an der Art des Geräts und dem jeweiligen Einsatzzweck orientieren.

Derzeit werden die Software-Updates von jedem Hersteller anders behandelt. Während Apple beispielsweise noch Updates für das bereits im September 2013 vorgestellte iPhone 5s anbietet, sieht es bei vielen Anbietern von Android-Geräten ganz anders aus. Aber auch Google greift seit einiger Zeit härter durch, um die Partner dazu zu bringen längerfristig Updates anzubieten und so ein altbekanntes Android-Problem zu entschärfen.

Apple bietet auch heute noch aktuelle Software-Updates für ältere Smartphones oder Tablets an. So darf sich beispielsweise auch das iPhone 5s auf diese Updates in iOS 12.2 freuen:

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iOS 12.2 ist da: 10 neue Funktionen für iPhone & iPad.

Updatepflicht auch für billige Smartphones und Tablets

Die neuen Regeln gelten unabhängig vom jeweiligen Gerätetypen, sie behandeln also sowohl Smartphones, Tablets, Fernseher, IoT-Geräte als auch „smarte“ Kühlschränke. Welchen konkreten Auswirkungen diese Entscheidung auf das Angebot von Billiggeräten in der EU haben wird, bleibt abzuwarten, unter anderem, weil konkrete Zeiträume in der Regelung nicht genannt werden.

Die Regelung dürfte aber in Zukunft dazu beitragen, dass auch in billigen Geräten kritische Sicherheitslücken geschlossen werden können. Sie könnte aber auch dafür sorgen, dass Billiganbieter vom Markt verdrängt werden, da die Entwicklung und Veröffentlichung von Updates zu zu hohen Kosten für diese führt und Kunden ihre Geräte gegen die Erstattung des Kaufpreises zurückgeben dürfen.

Die neue Einigung der Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Staaten und der EU-Kommission muss noch vom Parlament und den Staaten bestätigt werden, bevor sie in Kraft treten kann.

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