Sicherheitsexperten: Apple kann iMessages für FBI entschlüsseln – weigert sich aber

Ansgar Warner 7

Apples Datenschutz-Standards stoßen auf Kritik bei FBI & Co.: unterstützt die „Ende-zu-Ende“-Verschlüsselung den Terrorismus? Alles Humbug, so Sicherheitsexperten: Backdoors erlauben die Entschlüsselung – zumindest theoretisch.

Sicherheitsexperten:  Apple kann iMessages für FBI entschlüsseln – weigert sich aber

Während Datenschützer Apple immer wieder für hohe Standards beim Datenschutz loben, hagelte es in den letzten Monaten Schelte von der FBI-Spitze wie auch konservativen Bloggern. Im Fadenkreuz der Kritiker steht dabei die „End-to-End“-Verschlüsselung auf iPhone und iPad – sie soll es Apple selbst und somit auch Dritten unmöglich machen, sensible Kommunikationsdaten der Nutzer mitverfolgen zu können.

Das brachte Apple sogar den Vorwurf ein, den Terrorismus direkt zu fördern: amerikanische ISIS-Überläufer könnten iPhone oder iPad dazu nutzen, z.B. via iMessage Anschläge gegen US-Ziele zu koordinieren und US-Bürger umzubringen, behauptete der regierungsnahe Lawfare-Blog. FBI-Direktor James Comey hatte kurz zuvor ebenfalls vor der Gefahr der „Verdunkelung“ der Terror-Aufklärung durch unknackbare Verschlüsselung gewarnt.

Doch wie sicher sind Apples Mobilgeräte tatsächlich? In einem Blogbeitrag bezog Sicherheitsexperte Nicholas Weaver (International Computer Science Institute/Berkeley) jetzt die Gegenposition: „Richtig konfiguriert ist ein iOS-Gerät wahrscheinlich auf dem Massenmarkt das sicherste Kommunikationsgerät, das man bekommen kann – doch heißt das eben nicht: unüberwindbar“.

Das FBI behaupte zwar, das iPhone sei für Sicherheitsbehörden ein wertloser Ziegelstein, und Apple betone, der Text von iMessages sei nicht zu entschlüsseln. Weaver meint jedoch: „Beides ist unzutreffend“. Dokumentierte Sicherheitslücken bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung würden es durchaus erlauben, die Kommunikation einzelner Nutzer abzuhören.

Mit dieser Methode könne Apple einen Extra-Schlüssel für das FBI generieren, so dass sich Nachrichten, die über ein bestimmtes iPhone verschickt werden, von Dritten mitlesen lassen. Andere Experten haben dies inzwischen bestätigt: Apple sei tatsächlich zu so etwas in der Lage – bisher weigere sich das Unternehmen aber standhaft, die Backdoors in der Software tatsächlich zu gebrauchen.

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