Ständig liest man von HEPA-Filtern und weiß zumindest, dass es irgendwas mit Allergien zu tun haben soll. Aber was ist eigentlich so ein HEPA-Filter, was kann er und wie funktioniert er? GIGA erklärt euch, wozu diese Filter genutzt werden, wo ihr sie findet und ob ihr sie wirklich brauchen könnt.

 

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Staubsauger, Luftreiniger, sogar Autos und Klimaanlagen werben heutzutage mit einem HEPA-Filter. Einerseits weiß man, dass Filter ja nützlich sein können. Andererseits wollen Filter auch ständig gewechselt oder ausgetauscht werden und gehen umso mehr ins Geld, wenn es Spezialfilter sind. Wir zeigen euch, was so ein Filter eigentlich kann und welche Vor- oder Nachteile sie haben.

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Wann ist ein Filter ein HEPA-Filter und wie funktioniert er?

Die Abkürzung HEPA stammt von „High-Efficiency Particulate Air“ und wird üblicherweise bei uns mit „Schwebstofffilter“ übersetzt. Damit ist er etwas besser als ein „Hochleistungs-Partikelfilter“ (EPA) und filtert schlechter als ein „Hochleistungs-Schwebstofffilter“ (ULPA). Entwickelt wurden sie bereits in den 1940er-Jahren, um bei Atombombentests radioaktive Partikel aus der Raumluft zu filtern.

Ein HEPA-Filter lässt Luft durch, aber kann Schwebstoffe zurückhalten, die größer als 1 µm (1/1000 mm) sind. Damit werden neben Staub also auch Bakterien, Viren, Pollen, Milbeneier und Rauchpartikel zurückgehalten.

Um als HEPA-Filter zu gelten, muss ein Filter von einem bestimmten Stoff mindestens 99,995 Prozent eines sogenannten „Prüfaerosols“ zurückhalten. Noch besser müssen ULPA-Filter sein, aber da spielt sich der Effekt in der vierten bis sechsten Stelle hinter dem Komma ab.

Meist bestehen HEPA-Filter aus Glasfaser-Matten. Die dicht gepackten Fasern sorgen dafür, dass die Partikel zurückgehalten werden. Dabei macht man sich verschiedene Effekte zunutze. In erster Linie natürlich die Größe der Partikel im Verhältnis zum Durchlass. Aber außerdem noch verschiedene Bewegungseffekte, die dafür sorgen, dass Partikel letztlich an den Fasern haften bleiben.

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Vor- und Nachteile von HEPA-Filtern

Vorteile Nachteile
Abhängig vom Material können die meisten HEPA-Filter ausgewaschen und so mehrmals verwendet werden. Aufgrund der Rückhaltung auch kleinster Partikel setzen sich HEPA-Filter schnell zu und verstopfen.
Sie sind tatsächlich in der Lage, den Großteil aller Allergene in einem Haushalt aus der Luft zu filtern und sorgen so für eine gesündere Atemluft. Ein HEPA-Filter hält zwar schädliche oder allergieauslösende Stoffe zurück, muss dann aber dennoch gereinigt werden, wobei diese meist wieder freigesetzt werden. Allergiker werden dabei noch größeren Konzentrationen ausgesetzt, als im normalen Alltag.
Keimfreies Arbeiten wäre ohne HEPA-Filter in Reinräumen oder OPs so gut wie unmöglich. Oft sind gute HEPA-Filter kostspielig und müssen häufiger als übliche „Filtertüten“ ausgetauscht werden.

Leider tragen beispielsweise viele Staubsaugerfilter die Bezeichnung „HEPA“, ohne wirklich die damit verbundene Filterleistung bieten zu können. Nur HEPA-Filter nach der entsprechenden Europäischen Norm (N 1822-1:2009) leisten wirklich, was sie versprechen. Viele der anderen „HEPA-Filter“ sind in Wirklichkeit nicht besser als eine handelsübliche Filtertüte. Ihr könnt versuchen, euch auch nach der „Partikelfilterklasse“ zu richten. Dabei entsprechen HEPA-Filter den Klassen H13 und H14, während einfache Schwebstofffilter ein E in der Bezeichnung führen und die Hochleistungsfilter ein U.

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