Wir zeigen euch hier die 6 besten kostenlosen Videoschnittprogramme. Außerdem seht ihr die besten Tipps, worauf ihr beim Videoschnitt achten solltet.

Kdenlive – der beste Allrounder

Unser Favorit: Extrem vielseitig und gut. Bild: GIGA
Unser Favorit: Extrem vielseitig und gut. (Bildquelle: GIGA)

Einschätzung: Semi-Professionell

Kdenlive bedient sich ähnlich wie Adobe Premiere. Die Übergänge werden untereinander statt nebeneinander angeordnet, aber ansonsten lässt sich das Programm sehr intuitiv bedienen. Zu den Funktionen gehören auch Keyframes, Logging und Colorgrading. Wenn ihr bereits einige Erfahrung mit Schnittprogrammen gemacht habt, findet ihr euch hier schnell ein. Außerdem habt ihr eine große Auswahl an Dateiformaten, um die Videos zu exportieren. Wer einen Freesound-Account hat, kann darüber schnell Sounds aus der Freesound-Datenbank importieren. Kdenlive sollte für die meisten Anwender ausreichen.

VorteileNachteile
  • Intuitive und anpassbare Oberfläche
  • viele Einstellungen
  • ausreichend Effekte und Blenden
  • Genügt für die meisten Schnittprojekte
  • Tutorials und Erklärungen meistens nur in Englisch
  • Blenden-Setzung anfangs gewöhnungsbedürftig

DaVinci Resolve (Professionell) – für die Profis

DaVinci Resolves Trennung von Schnitt und Bearbeitung ist extrem praktisch, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat. Bildquelle: blackmagicdesign.com
DaVinci Resolves Trennung von Schnitt und Bearbeitung ist extrem praktisch, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat. (Bildquelle: blackmagicdesign.com)

Einschätzung: Professionell

Das kostenlose Schnittprogramm „DaVinci Resolve“ unterteilt den Videoschnitt und die Videobearbeitung in zwei Schritte. Anfänger könnten von den Möglichkeiten etwas überfordert sein. Wenn ihr allerdings professionell arbeiten möchtet, solltet ihr euch das Programm mal anschauen. Wir empfehlen dazu, entsprechende Tutorials auf YouTube anzuschauen.

Es gibt auch eine Kauf-Version, die mehr Effekte und eine 3D-Videobearbeitung anbietet.
VorteileNachteile
  • Professionelles Tool
  • viele Einstellungen, Effekte und Tools
  • Längere Einarbeitung nötig

Shotcut – einfach und gut

Shotcut ist ein einfaches und gutes Schnittprogramm. Bild: GIGA
Shotcut ist ein einfaches und gutes Schnittprogramm. (Bildquelle: GIGA)

Einschätzung: Einfach

Shotcut hat ungefähr den gleichen Funktionsumfang wie der beliebte „Windows Movie Maker“. Die Benutzeroberfläche ist sehr einfach, verständlich und leicht zu bedienen. Trotzdem gibt es beispielsweise eine Keyframe-Funktion. Über die Menü-Symbole am oberen Rand könnt ihr jedoch die Zeitleiste, den Verlauf (History), Pegelmesser (Audio) und die Wiedergabeliste einblenden. Einfache Überblendungen und Effekte gibt es auch. Wir empfehlen das Programm vor allem für jene, die einfache Videos schneiden möchten.

VorteileNachteile
  • Einfach uns schnell
  • -

Windows Movie Maker – der veraltete Klassiker

Funktioniert noch, ist aber veraltet. Bild: GIGA
Funktioniert noch, ist aber veraltet. (Bildquelle: GIGA)

Einschätzung: Einfach

Den „Windows Movie Maker“ gibt es immer noch und man kann ihn sogar unter Windows 10/11 installieren. Das Programm bietet einfachen und guten Videoschnitt. Wer mit dem Programm vertraut ist und nicht auf ein anderes wechseln möchte, kann dieses also weiterhin nutzen. Allerdings wird es nicht mehr weiterentwickelt und könnte Probleme mit Dateiformaten und Codecs bekommen.

VorteileNachteile
  • Sehr einfach
  • Funktioniert weiterhin in Windows 10/11
  • Wird nicht weiterentwickelt
  • Neue Dateiformate und Codecs werden nicht unterstützt

Lightworks – auch für Profis

Lightworks ist sehr mächtig, aber auch recht komplex.
Lightworks ist sehr mächtig, aber auch recht komplex.

Einschätzung: Professionell

Das Schnittprogramm Lightworks ist ein mächtiges Profi-Tool, mit dem beispielsweise Filme wie „Shutter Island“ und „Mission Impossible“ produziert wurden. Das Tool gibt es in einer 300-Euro-teuren und in einer kostenlosen Version. Bei Letzterer fehlen vor allem einige Export-Funktionen.

VorteileNachteile
  • Unterstützt viele Formate
  • Gute Effekte
  • Kostenlose Version eingeschränkt

OpenShot Video Editor

OpenShot Video Editor ist schlicht und genügt für das Meiste. Bild: GIGA
OpenShot Video Editor ist schlicht und genügt für das Meiste. (Bildquelle: GIGA)

Einschätzung: Einfach

Das Tool OpenShot Video Editor hat eine ähnliche intuitive Oberfläche wie Premiere (Elements). Allerdings muss man sich an das Kontextmenü der Clips gewöhnen, über die sich Effekte hinzufügen lassen. Die Keyframe-Funktion ist eher einfach gehalten.

VorteileNachteile
  • Schlicht und ausreichend
  • einfache Effekte und Blenden
  • Tutorials und Erklärungen meistens nur in Englisch
Tipp: Um nur einfache Schnitte in bereits bestehende Videos zu setzen und diese ohne Qualitätsverlust wieder zu speichern, genügt auch Avidemux.

Videos schneiden: Unsere besten Tipps

Wählt den richtigen Ausschnitt

Wenn ihr auf euren Videos zu sehen seid und etwas erzählt, achtet auf den richtigen Ausschnitt:

  • Zu nah ist unangenehm und sieht amateurhaft aus.
  • Zu weit wirkt zu distanziert und „abstößig“.

Macht euch schlau über Nahaufnahmen, Halb-Totalen, Totalen, Frosch- und Vogelperspektiven.

Nutzt ein Mikrofon für Stimmen-Aufnahmen am Smartphone

Falls ihr mit eurem Smartphone Videos erstellt, lohnt sich ein externes Mikrofon. Auch wenn heutige Smartphones oft schon sehr gute Videoqualität liefern, ist der Ton mit einem Mikrofon deutlich besser. Dadurch wirkt euer Video deutlich professioneller.

Einfaches Steckmikrofon:

Smartphone-Mikrofon - Omnidirectional mit Clip
Smartphone-Mikrofon - Omnidirectional mit Clip
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 15.08.2022 11:06 Uhr

Professionelleres USB-Mikrofon für PC und Smartphone:

Samson Go Mic Clip-On USB-Mikrofon für Computer und Smartphone
Samson Go Mic Clip-On USB-Mikrofon für Computer und Smartphone
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 14.08.2022 20:33 Uhr

Nehmt auch Zusatzmaterial auf

Euer Video wird aufgelockert, wenn ihr zwischendurch auch auf andere Dinge schneiden könnt: auf eine Nahaufnahme eines bestimmten Objekts oder eine Totalaufnahme von dem, worüber ihr gerade sprecht. Darauf müsst ihr allerdings schon achten, wenn ihr das Video dreht, um später genügend Schnittmaterial zu haben.

Macht erst den Grundschnitt komplett

Im Videoschnitt entfernt ihr aus der Timeline zunächst alle Teile des Videos, wo ihr euch verhaspelt oder die inhaltlich nicht relevant sind. Fügt dann die übrig gebliebenen Video-Teile in der gewünschten Reihenfolge aneinander.

Zusatz-Tipp: Schaut euch YouTuber mit den meisten Abonnenten an, und danach auch deren Videos, um eure Videos besser zu machen:

Setzt lieber weniger Übergänge und Effekte ein

Viele Anfänger neigen dazu, viele „tolle“ Übergänge einzubauen. Unser Tipp: Nutzt meistens einfache Cuts ohne irgendwelche Übergänge. Wenn ihr einen Übergang benötigt, nutzt die „einfache weiche Blende“. Diese Formen der Schnittsetzung sind zeitlos und sehen auch in 5 Jahren noch gut, und nicht kitschig aus.

Hintergrundmusik und Effekte leise genug einstellen

Wenn ihr Musik einfügt, achtet darauf, dass sie nicht zu laut ist und die Protagonisten über das ganze Video hinweg noch gut zu verstehen sind. Musik sollte nie störend wirken. Hört das Video am Ende am besten einmal mit Kopfhörer an und einmal ohne. Dann bekommt ihr einen guten Eindruck vom Mischungsverhältnis des Sounds.