Framing hat mehrere Bedeutungen. Sie sind kontextabhängig und meinen völlig unterschiedliche Sachverhalte. Es geht einerseits um den „Framing-Effekt“ von Aussagen, andererseits um ein technisches Verfahren, das Urheberrechte aushebelt. GIGA erklärt, was Framing bedeutet.

 
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„Framing“ ist ein Vorwurf, den man speziell bei politischen Diskussionen in den sozialen Medien des Öfteren lesen kann. Gleichzeitig setzt sich der Bundesgerichtshof mit einer möglichen Urheberrechtsverletzung durch Framing auseinander. In diesen Fällen bedeutet Framing verschiedene Dinge.

Was Framing bewirken kann, zeigt die Dokumentation „Framing Britney Spears“ recht deutlich:

Framing Britney Spears: Trailer (Sky)

Der manipulierende Framing-Effekt in Publikationen, Diskussionen und Werbung

Framing oder Framing-Effekt kann man mit „Rahmungseffekt“ übersetzen. Damit ist gemeint, bestimmte Aussagen in einen erklärenden Rahmen zu setzen und damit eine Wertung beziehungsweise Richtung der Aussage zu erreichen. Dafür gibt es verschiedene Techniken, aber allen ist gemeinsam, dass das Framing als Mittel der Manipulation genutzt wird.

Dabei wird dann im Rahmen einer Aussage auf negative oder positive Effekte hingewiesen, um die Empfänger der Aussagen zu beeinflussen. Hier kommt es darauf an, wie man etwas darstellt, um den anderen auf seine Seite zu ziehen. Meist werden die eigentlichen Kernaussagen dazu mit wertenden Begriffen verbunden.

Beispiele für Framing:

  • Die Ascorbinsäure wird in Lebensmitteln als Antioxidationsmittel verwendet und muss dementsprechend in der Liste der Inhaltsstoffe stehen. Der Trivialname der Chemikalie lautet „Vitamin C“. Wenn man etwa auf ein Getränk „Gesund, enthält Vitamin C“ schreibt, darf man die Ascorbinsäure in der Liste weglassen.
  • Man kann im Rahmen einer Diskussion von „Steuerlast“ oder „Steuerbeitrag“ sprechen. Beides meint eigentlich dasselbe – das Zahlen von Steuern. Aber im ersten Fall werden die Steuern als unberechtigte Forderung dargestellt, im zweiten als der Anteil am Gemeinwohl, den jeder leistet.
  • Je nach persönlicher Einstellung neigen Politiker dazu, dieselben Menschen etwa als „Kriegsflüchtlinge“ oder „Wirtschaftsflüchtlinge“ zu bezeichnen. Beliebt sind hier auch „wertende Steigerungen“, die etwa aus einer „Flüchtlingswelle“ eine „Flüchtlingsflut“ machen.

Solches Framing soll beim Empfänger Assoziationen wecken und ihn dazu bringen, die gemachten Aussagen zu unterstützen. Framing kann auch abschwächend genutzt werden: Dann wird beispielsweise aus einer „Klimakatastrophe“ ein deutlich kleinerer „Klimawandel“.

„Erzählerisches Framing“ ist Teil unseres Alltags. Das fängt schon damit an, dass wir als Kinder Märchen hören, in denen die Hexe immer böse ist, der Prinz immer gut und die Prinzessin immer wunderschön. Der „schwarze Mann“ bedeutet Gefahr, der „Aluhut“ kennzeichnet Spinner und der Bösewicht im Western oder bei „Star Wars“ trägt schwarz.

Framing als trickreiche Urheberrechtsverletzung

Während die oben beschriebene Methode des Framing bedeutet, eine Aussage in einen wertenden Rahmen zu stecken, geht es bei einem anderen Framing vereinfacht gesagt um Diebstahl.

Im HTML-Code von Web-Seiten gibt es „Frames“ oder „iFrames“. Damit ist gemeint, dass innerhalb der Seite ein reservierter Platz, ein Rahmen geschaffen wird, in dem Inhalte aus anderen Internetquellen geladen werden.

Meist sind das zum Beispiel Werbeanzeigen, die von einem Werbeanbieter geladen und in der eigenen Seite eingeblendet werden. Manchmal sind es „Zitate“, die etwa von Twitter oder Facebook geholt und eingebunden werden. Hier ein passendes Beispiel zum Thema:

Dieser Beitrag wird von Twitter geladen und in unserer Seite eingeblendet. In dem Fall ist das als Zitat zu sehen und stiehlt niemandem rechtlich geschützte Inhalte.

Aber es gibt auch andere Fälle, bei denen etwa ein Bild von einer Seite so verlinkt wird, dass es als eigener Inhalt der Seite erscheint. In dem Fall handelt es sich um eine Form des Framings, die das Urheberrecht verletzt. Mit dieser Technik kann man auch ganze Webseiten stehlen und unter der eigenen Domain zeigen. Dann wird Framing zu Diebstahl. Mit verschiedenen Techniken, wie etwa JavaScript, kann man dafür sorgen, dass so ein Framing nicht funktioniert. Leider merkt man selbst nicht, wenn andere die Inhalte auf diese Weise stehlen.

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