Ich habe den Facebook Messenger deinstalliert und lebe noch

Kamal Nicholas 59

Der Facebook Messenger wird zum „Zwang“. Zwänge mag ich nicht. Deshalb habe ich die App kurzerhand deinstalliert. Und siehe da: Ich funktioniere noch.

Ich habe den Facebook Messenger deinstalliert und lebe noch

Wo man gestern hingesehen hat, die Technik-Welt (und nicht nur die) regt sich über die von Facebook „erzwungene“ Messenger-App Installation auf.

Während ich es einerseits nachvollziehen kann, dass die Leute sich über so etwas aufregen, denke ich mir andererseits: „Warum hört ihr dann nicht einfach auf, diese furchtbare und euer Leben zerstörende App zu benutzen?“

Schaut man sich die aktuellen Bewertungen im Play Store an, wird die aktuelle Tendenz schnell deutlich, wir haben ja auch gestern schon darüber geschrieben: Da ist die Rede davon, dass man als Nutzer „gezwungen“ und „genötigt“ wird, den Messenger zu nutzen. Die Leute schreiben, dass sie die App „nicht freiwillig“ installiert haben. Und ich die ganze Zeit geistern mir dabei Gedanken durch den Kopf wie: „Nein, ihr werdet nicht gezwungen und doch, ihr habt das freiwillig getan“.

Ich hatte den Messenger vor ein paar Wochen zu Testzwecken auch installiert. Und gestern habe ich ihn ganz einfach von meinem Telefon entfernt. Und wisst ihr was? Es hat geklappt. Mein Telefon funktioniert noch weiterhin, ich habe immer noch echte Freunde, mit denen ich kommunizieren kann (z.B. über E-Mail, WhatsApp, SMS, Telefon, Google Hangouts, Threema, Skype, Telegram oder auch einfach in Person) und irgendwie geht es mir sogar etwas besser. Ja, ich habe mich befreit und festgestellt, dass ich immer noch dazu in der Lage bin, frei über Dinge zu entscheiden, die ich nutzen möchte (oder eben nicht).

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 Tschüss, Facebook Messenger

Die Zugriffsrechte des Facebook Messengers sind schon ziemlich heftig, für mich aber mittlerweile nur einer von mehreren der Gründen, die App zu entfernen. Am meisten stört mich, dass ich noch einen weiteren Dienst nutzen soll, um noch mehr auf mein Telefon zu starren, nur damit ich das Gefühl habe, noch mehr Freunde zu haben.

Ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, der eine ganze Menge Leute in seiner Freundesliste hat, über die er/sie nicht besonders viel weiß. Auf die kann man also schon mal verzichten. Und die anderen Freunde – also die, die man kennt und die einen auch kennen – werden schon wissen, wie sie mit euch in Verbindung treten. Und so viel Zeit, wie viele am Computer verbringen, ist es doch sowieso egal, ob die Nachrichten dann auch noch zusätzlich auf dem Mobilfunkgerät auftauchen.

Ich sage deshalb: „Adieu Facebook Messenger, du wirst mir nicht fehlen“. Und wenn Facebook mich in der Zukunft weiter damit nerven sollte, dass ich den Messenger installieren soll, wird einfach auch Facebook deinstalliert. Ich kenne das Leben auch vor sozialen Netzwerken im Internet und muss sagen, dass mir das auch ausgesprochen gut gefallen hat.

Artikelbild: gesture hand like this via shutterstuck

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