Einen PC verkaufen: Löschen, Zurücksetzen, Reinigen

Marco Kratzenberg 4

Wer einen PC verkaufen will, steht vor einem Dilemma. Auch wenn man alle Bilder und persönlichen Dokumente löscht, besteht immer noch die Möglichkeit der Wiederherstellung. Wie muss man vorgehen, um alle Spuren effektiv zu löschen? Lest die Lösung in unserem Tipp des Tages.

Wir haben mehrere Möglichkeiten, wenn wir unseren alten PC verkaufen wollen. Entweder machen wir ihn komplett platt. Dabei wird gnadenlos alles gelöscht und der Computer hat nur noch Hardware, kein Betriebssystem. Doch das will meist niemand kaufen. Wir können auch alle persönlichen Einstellungen löschen und alle Programme deinstallieren, die vorher auch nicht drauf waren. Dabei bleiben aber Spuren zurück. Oder wir fangen bei Null an, formatieren die Platte und installieren Windows neu. Wir stellen die drei Möglichkeiten vor.

Wenn ihr euren PC verkaufen wollt, solltet ihr vor allem alle Daten unwiederbringlich löschen, mit denen ihr eindeutig identifizierbar seid oder die anderen den Zugang zu euren Internetkonten ermöglichen. Sicher geht das mit Programmen wie dem CCleaner, wie euch unser Video zeigt:

Daten mit CCleaner sicher löschen.

PC verkaufen und alles platt machen

Wenn wir einen PC verkaufen, dann besteht das größte Risiko wohl in der Peinlichkeit, dass wir darauf persönliche Bilder oder sogar wichtige Zugangsdaten vergessen. Wer jahrelang alle Passwörter im Browser speichert, muss sich nicht wundern, wenn der neue Besitzer auf seine Kosten einkauft – oder wenn private Bilder im Internet auftauchen.

Die sicherste Methode, so etwas zu verhindern, ist die Tabula Rasa-Methode. Den PC komplett platt machen! Einfach alles auf der Festplatte löschen und dann noch dafür sorgen, dass niemand jemals wieder irgendetwas darauf wiederherstellen kann. Der Nachteil besteht darin, dass der neue Besitzer kein Betriebssystem bekommt und das ist schlecht, wenn wir einen PC verkaufen wollen. Hier muss man abwägen.

Sollte man sich dazu entscheiden, dem Computer eine Komplettreinigung zu verpassen, dann empfiehlt sich unbedingt das Tool DBAN. Dabei handelt es sich eigentlich um eine ISO-Datei, also ein bootbares CD-Abbild. Das brennen wir auf eine CD und starten danach den Computer von der Scheibe. DBAN kann nur eins und das richtig gut: Es überschreibt die komplette Festplatte mit sinnlosen Zeichenfolgen, ohne Windows laden zu müssen. Danach wird alles auf der Platte gelöscht und kann niemals wiederhergestellt werden. Der Rechner ist sauber, aber der neue Besitzer hat nun das Problem, weder ein Betriebssystem, noch die notwendigen Hardware-Treiber zu haben. Um den PC wirklich verkaufen zu können, sollte man schon mindestens eine Windows-Installationsdatei und eventuell auch die Treiber mitliefern.

Den PC mit frischem Windows verkaufen

Diese Möglichkeit empfiehlt sich, wenn wir damals mit dem Computer eine Windows-Installations-CD bekommen haben oder er eine Recovery-Partition hat, mit der wir Windows zurücksetzen können. In dem Fall können wir den PC verkaufen, als wäre er gerade frisch vom Händler gekommen. Alle alten Daten werden beseitigt und ein jungfräuliches Windows wartet auf einen neuen Herrn.

Verfügt der Computer über eine Recovery-Funktion, so wird uns das meist kurz beim Start angezeigt. Dann steht da zu lesen, mit welcher Taste oder Tastenkombination man den Wiederherstellungsmodus aktivieren kann. Meist ist das die Taste F11 oder eine Kombination aus F11 und einer anderen Taste. Diese Funktion dient dazu, den Computer in den Auslieferungszustand zurück zu versetzen. Es werden alle auf der Platte befindlichen Daten gelöscht und dann wird Windows noch einmal neu installiert. Das bedeutet aber auch, dass alle bis dahin neu erschienenen Windows-Updates noch einmal geladen werden müssen. Die Treiber für die Hardware fehlen meist auch. Und alle installierten Programme sind ebenfalls Vergangenheit. Trotzdem ist das wohl die sauberste Möglichkeit. Dabei sollte man unbedingt die Option wählen, die Festplatte zu formatieren. Andernfalls empfiehlt es sich, nach der Neuinstallation zuerst mit CCleaner den leeren Bereich der Festplatte noch einmal zu überschreiben und zu löschen, damit niemand die alten Daten wiederherstellen kann. Jetzt können wir den PC verkaufen, ohne peinliche Momente fürchten zu müssen.

Dieselben Regeln gelten, wenn man keine Recovery-Partition, aber ein Windows-Setup-CD hat. Auch hier sollte man die Platte formatieren und alles neu aufspielen. In beiden Fällen ist es unbedingt ratsam, vorher noch einmal alle Treiber für Grafikkarte, Soundkarte, Netzwerk und Co. aus dem Internet zu besorgen (oder nach der CD des Händlers zu suchen), um nach dem Setup den PC wenigstens funktionsfähig zu bekommen.

Wir haben euch die besten Sicherheitsprogramme für Windows in einer Bilderstrecke zusammengetragen:

Bilderstrecke starten
15 Bilder
Wichtige Windows-Sicherheitstools.

PC verkaufen und Spuren vorher löschen

Man sollte auf keinen Fall einen PC verkaufen und alle Daten darauf lassen. Sicher sind eigentlich nur die beiden vorher beschriebenen Methoden! Doch wer die Arbeit scheut oder keine Windows-Setup-CD mitliefern kann, der muss den Computer vor dem Verkauf gründlich reinigen.

Zuerst sollte man alle Daten löschen, die sich im Ordner Eigene Dateien befinden. Und wer noch an anderer Stelle Daten abgelegt hat, sollte auch diese beseitigen. Anschließend empfiehlt sich eine Deinstallation aller Programme, die nicht mit Windows mitgeliefert wurden. Das sollte man mit einem Tool wie dem Geek Uninstaller machen. Dieses Tool deinstalliert Programme und sucht anschließend nach verbliebenen Spuren im System, um diese auch zu löschen.

Und am Schluss, wenn man ganz sicher ist, dass nichts mehr irgendwo rumliegt, dann sollte man den freien Bereich der Festplatte gründlich säubern. Das kann der Festplatten-Wiper des Freewaretools CCleaner.

Im Bereich Extras bietet das Programm die Möglichkeit, ein Laufwerk zu reinigen. Dabei kann man unter Löschen einstellen, dass nur der freie Bereich gereinigt wird und dann überschreibt CCleaner den gesamten ungenutzten Teil der Festplatte. Dabei können wir sogar aussuchen, ob die Platte nur einmal oder mehrmals überschrieben wird. Jedoch haben Untersuchungen gezeigt, dass die schnelle einmal-Methode ausreichend ist, um Datensicherheit zu garantieren. Wenn wir danach den PC verkaufen, haben wir wenigstens etwas Sicherheit und der Käufer hat einen lauffähigen Computer.

Was war dein erstes Betriebssystem? (egal ob Desktop oder Mobile)

Mein erstes Betriebssystem war Windows 3.1. Danach kam Windows 98, ME, XP und 7. Vista, Windows 8 oder Windows 10 sind nicht meine Betriebssysteme. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint Cinnamon gelandet. Wie sehen eure Erfahrungen aus? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

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