Virtuelles Laufwerk unter Windows erstellen (Windows 7, 8 und 10)

Jonas Wekenborg 2

Seit Windows 7 ist es möglich, virtuelle Laufwerke mit Hilfe von Bordmitteln zu erstellen und dauerhaft einzubinden. Wollt ihr diesen Weg nutzen, um ein bootfähiges virtuelles Laufwerk auf eurem PC einzurichten, dann lest unsere Anleitung sehr sorgfältig. Wir beschreiben Schritt für Schritt, wie es geht.

Virtuelles Laufwerk unter Windows erstellen (Windows 7, 8 und 10)

Virtuelle Laufwerke bringen einige Vorteile gegenüber tatsächlichen Partitionen oder externen Laufwerkserweiterungen. In dieser Anleitung erklären wir euch, wie ihr unter Windows 7, 8 und Windows 10 ein Virtuelles Laufwerk erstellen könnt und was ihr bei der Erstellung beachten solltet.

Vorteile eines Virtuellen Laufwerks unter Windows

virtuelles laufwerk
Windows legt auf bestehenden Partitionen eine VHD-Datei (=Virtual Hard Disc) an, die das virtuelle Laufwerk darstellt. Dadurch ergeben sich die Vorteile, dass die Festplatte nur virtuell partitioniert wird und somit keine Änderungen bei regelmäßigen Backups auftreten. Auch können so einfach weitere Betriebssysteme auf dem Rechner installiert werden.

Die Virtuellen Laufwerke als VHD-Dateien können leicht verschoben, kopiert und auf anderen Rechnern eingebunden werden und erhalten dabei die Einstellungen ihres Schöpfers. Allerdings können die VHD-Laufwerke nicht auf USB-Laufwerken gestartet werden.

Anders als andere virtuelle Maschinen erhält das virtuelle Laufwerk via VHD die volle Rechenleistung des Systems und muss sie sich nicht mit dem Hauptsystem teilen. Da die VHD-Dateien keine eigene Virtualisierungssoftware benötigen, können sie auch komplett bootfähig gestaltet werden.

virtuelle-festplatte

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25 Situationen, in denen Windows vollkommen versagt hat.

Ein Virtuelles Laufwerk erstellen

Um das virtuelle Laufwerk unter Windows einzurichten, benötigt ihr Administratorenrechte und natürlich eine aktuelle Version von Microsofts Betriebssystem. Geht weiter wie folgt vor:

  1. Begebt euch über die Systemsteuerung in Verwaltung > Computerverwaltung
    • Alternativ könnt ihr auch diskmgmt.msc in das Suchfeld des Startmenüs eingeben
  2. Führt einen Rechtsklick auf Datenträgerverwaltung aus
  3. Wählt im Kontextmenü nun Virtuelle Festplatte erstellen
  4. Bestimmt Speicherort (kann später verschoben werden), Name und Größe des virtuellen Laufwerks
  5. Für das Format stehen die zwei folgenden Einstellungen zur Auswahl:
    1. Dynamisch erweiterbar: Die Größe des Laufwerks beginnt bei einer Minimalgröße und skaliert mit den Erweiterungen, die mit ihr vorgenommen werden. Dies empfiehlt sich besonders für Testumgebungen, da die Geschwindigkeit durch die Größenanpassungen mitunter recht gemindert werden kann.
    2. Feste Größe: Besitzt eine festgelegte Maximalgröße, ist dafür aber auch schneller, da keine Anpassungen während des Schreibens vorgenommen werden müssen. Als Produktivumgebung geeignet.
  6. Ist die Erstellung des Laufwerks abgeschlossen, erhaltet ihr einen Hinweis aus der Taskleiste

Bevor das virtuelle Laufwerk über die Datenträgerverwaltung genutzt werden kann, muss es zuvor über einen Rechtsklick über Datenträgerinitialisierung initialisiert werden.

Virtuelles Laufwerk partitionieren und formatieren

Während der Datenträgerinitialisierung werdet ihr gefragt, welchen Partitionierungsstil ihr für euer Laufwerk bevorzugt. Zur Auswahl stehen die beiden Optionen:

  • MBR: Master Boot Record ist der Standard für Festplatten unter 2 Terabyte. Sofern ihr nicht mehr plant, ist diese Wahl die richtige für euch. Insgesamt sind bis zu vier primäre Partitionen unter MBR möglich.
  • GPT: GUID Partition Table unterstützt Festplatten, die größer sind als 2 TB (bis zu 18 Exabyte). GPT-Partitionen sind nur bootfähig, wenn das Mainboard nicht auf BIOS, sondern auf EFI oder UEFI basiert.

Die weitere Partitionierung findet über die Datenträgerverwaltung statt:

  1. Wählt über einen Rechtsklick aus dem Kontextmenü Neues einfaches Volume…
  2. Bestimmt die Partitionsgröße
  3. Legt einen Laufwerksbuchstaben fest
  4. Wählt eine Formatierung und stellt die Partitionierung fertig

Bei uns erfahrt ihr auch, wie man Windows formatieren und neu installieren kann.

Was war dein erstes Betriebssystem? (egal ob Desktop oder Mobile)

Mein erstes Betriebssystem war Windows 3.1. Danach kam Windows 98, ME, XP und 7. Vista, Windows 8 oder Windows 10 sind nicht meine Betriebssysteme. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint Cinnamon gelandet. Wie sehen eure Erfahrungen aus? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

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