Selbst Afghanistan ist besser: So schlecht ist die Netzabdeckung in Deutschland

Thomas Lumesberger 18

Ein neuer Datenreport von OpenSignal zeichnet ein ziemlich trübes Bild von der Netzqualität hierzulande. Selbst Entwicklungsländer wie Afghanistan haben eine bessere Netzabdeckung als Deutschland.

Zwar hat sich in den vergangenen Jahren dank milliardenschwerer Investitionen bereits viel getan, dennoch gibt es noch viel Potenzial nach oben. Vor allem in den ländlichen Regionen dieser Welt ist die Netzabdeckung größtenteils eine Katastrophe. Doch auch bei der Geschwindigkeit gibt es noch genügend Defizite, die es aufzuholen gilt. Ganz besonders in Europa haben wir, gemessen am Wohlstand in unserer Region, ein ziemlich langsames mobiles Internet.

Deutschland, Österreich und Schweiz im direkten Vergleich

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Bevor wir uns aber die Daten weltweit ansehen, führen wir uns die einzelnen Punkte von Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Gemüte. Anhand der Aufzeichnungen durch die OpenSignal-App stand den deutschen Smartphones in 73,69 Prozent des Testzeitraums 3G oder LTE zur Verfügung. Deutschland bildet in dieser Hinsicht das Schlusslicht, denn Österreich liegt mit 80,93 Prozent davor und die Schweiz dominiert mit 88,39 Prozentpunkten diesen Ländervergleich.

Ein ähnliches Bild zeichnet die durchschnittliche Übertragungsgeschwindigkeit. Auch diesen Wettkampf kann sich die Schweiz mit einer Geschwindigkeit von 17,59 MBit/s sichern. Österreich ist mit 15,48 MBit/s knapp dahinter, während Deutschland mit 13,42 MBit/s den dritten Platz belegt. Bei jenem Vergleich ist festzuhalten, dass die Verfügbarkeit von 3G oder 4G auch eine Rolle spielt. So können beispielsweise Länder mit einer schnellen 4G-Verbindung, aber einer schlechten Netzabdeckung im Durchschnitt langsamere Übertragungsgeschwindigkeiten haben als Länder, in denen es mittelmäßige Geschwindigkeiten, aber eine sehr gute Verfügbarkeit gibt.

Die logische Konsequenz aus den langsamen Übertragungsraten: Die Leute flüchten ins WLAN-Netzwerk. 62,04 Prozent des gemessenen Testzeitraums verbringen die deutschen Smartphone-Nutzer im WLAN. Die Statistik gibt allerdings keinen Aufschluss darüber, ob in dieser Zeit auch tatsächlich Daten übertragen werden. Die Österreicher verbringen 54,44 Prozent der Zeit im Drahtlosnetzwerk, während die Schweizer nur 53,19 Prozent der Zeit via WLAN surfen.

Die technologischen Super-Nationen

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Global gesehen werden die Ranglisten der OpenSignal-Statistik vorwiegend von asiatischen Ländern angeführt. In Sachen 3G- beziehungsweise 4G-Verfügbarkeit ist Südkorea mit einer Verfügbarkeitsrate von 98,54 Prozent der Spitzenreiter. Dahinter rangieren Japan (95,52 Prozent), Israel (95,23 Prozent), Australien (94,60 Prozent) und Singapur (94,42 Prozent). Das beste europäische Land ist Finnland mit einer Rate von 93,90 Prozent. Fun-Fact: Sogar Afghanistan oder die Demokratische Republik Kongo haben eine bessere 3G- beziehungsweise LTE-Netzabdeckung als Deutschland.

Die Geschwindigkeiten zeichnen ein ähnliches Bild. Die Netze in Südkorea übertragen im Schnitt mit 41,34 MBit/s und liegen weit vor dem zweiten Platz Singapur mit MBit/s. Überraschend ist aber Platz 3. Hier rangiert nämlich Ungarn mit einer Geschwindigkeit von 26,15 MBit/s. Dahinter liegen Australien (25,01 MBit/s), Dänemark (23,35 MBit/s), Norwegen (23,06 MBit/s) und Niederlande (22,68 MBit/s).

Das Testverfahren

Wie Eingangs schon erwähnt, wurden die Daten mit Hilfe der OpenSignal-App erhoben. 12,3 Milliarden Messungen wurden von 822.556 Nutzern in 84 Tagen (von 1. Mai bis 23. Juli) vorgenommen und haben zu diesen Ergebnissen geführt. Natürlich gibt es auch hier eine gewisse Schwankung, allerdings dürfte die Methode mit dem Testen durch echte Menschen ein realistischeres Bild zeichnen als irgendwelche Computersimulationen.

Quelle: OpenSignal

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