E-Scooter legal in Deutschland fahren: Straßenzulassung, Bedingungen, Versicherung und mehr (2019)

Stefan Bubeck 6
E-Scooter legal in Deutschland fahren: Straßenzulassung, Bedingungen, Versicherung und mehr (2019)
Bildquelle: GIGA.

Tretroller mit Elektromotor (E-Scooter) werden in Deutschland bald auf öffentlichen Straßen erlaubt sein – bisher sind sie laut Gesetz nur auf Privatgeländen voll nutzbar. Änderungen in letzter Minute gibt es in Sachen Führerscheinpflicht zu vermelden.

E-Scooter-Voraussetzungen in Deutschland: Höchstgeschwindigkeit, Versicherungsaufkleber, Mindestalter

Elektro-Autos, Elektro-Fahrräder (E-Bikes, Pedelecs), Elektro-Roller rollen bereits auf deutschen Straßen und jetzt kommen endlich auch E-Scooter („Kick-Scooter“) dazu. Voraussetzung ist die Umsetzung des „Entwurfs einer Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen (PLEVs) am Straßenverkehr“ (PDF des BMVI), die aktuell von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unter Dach und Fach gebracht wird. Wie aus mehreren aktuellen Medienberichten hervorgeht (Handelsblatt, Spiegel, Zeit) habe der Verkehrsminister eine Freigabe für kleine Roller und Skateboards mit Elektromotoren autorisiert. Als nächstes steht noch die abschließenden Begutachtung der Europäischen Kommission und des Bundesrats bevor, die Regelung soll im Frühjahr 2019 in Kraft treten.

Diese Bedingungen werden für E-Scooter in Deutschland laut Entwurf des BMVI zukünftig bundeseinheitlich gelten:

  • E-Scooter dürfen höchstens 20 Kilometer pro Stunde fahren.
  • Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h gehören sie auf den Radweg. Wenn kein Radweg vorhanden ist, muss man auf die Straße ausweichen. Gehwege sind für E-Scooter nicht erlaubt.
  • Bei einer Höchstgeschwindigkeit von als 12 km/h dürfen die Elektro-Gefährte auf Gehwege und gemeinsame Geh- und Radwege, nur innerorts ist auch die Fahrbahn erlaubt.
  • Pflichtausstattung: Eine Lenk- oder Haltestange, zwei voneinander unabhängigen Bremsen, Scheinwerfer, Schlussleuchte, Rückstrahler und Seitenreflektoren „analog der Fahrradausrüstung nach § 67 StVZO.“
  • Versicherungspflicht: E-Scooter benötigen eine „Versicherungsplakette für Elektrokleinstfahrzeuge“ (ähnlich wie bei Mofas und kleinen Motorroller) in Form eines Aufklebers. „Die Kosten je Versicherungsplakette werden für junge Fahrer pro Jahr durchschnittlich mit 90 Euro und für Fahrer ab einem Alter von 23 Jahren mit 60 Euro jährlich angenommen“, so das Entwurfspapier des BMVI.
  • Zum Führen eines Elektrokleinstfahrzeugs mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von weniger als 12 km/h sind Personen berechtigt, die das 12. Lebensjahr vollendet haben. Zum Führen eines Elektrokleinstfahrzeugs mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht weniger als 12 km/h sind Personen berechtigt, die das 14. Lebensjahr vollendet haben.
  • Wichtige Änderungen zu älteren Entwürfen: Ein Mofa-Führerschein wird nicht mehr vorausgesetzt.
  • Eine „helltönenden Glocke für notwendige Gefahrensignale“ soll zur Pflichtausstattung gehören.
  • Eine Helmpflicht nach § 21a Absatz 2 StVO besteht nicht.

Befürworter der E-Scooter fordern schon lange eine Zulassung, die elektrischen Tretroller könnten einen wichtigen Teil zur Verkehrswende und zum Umweltschutz beitragen. „Der Postbote soll künftig mit dem Elektro-Scooter um die Ecke kommen,“ so Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Interview im April 2018. Auch sogenannte E-Skateboards und Hoverboards sollen 2019 in Deutschland legal genutzt werden können.

Bis die neuen Regeln in Kraft treten, bleiben die neuartigen Fortbewegungsmittel aber noch illegal: Wer aktuell damit im Park oder auf dem Radweg eine Runde dreht, dem kann die Polizei den Roller (noch) abnehmen und zudem eine Strafe aufbrummen.

E-Scooter: Tolle Beschleunigung und gar nicht mal so teuer

Wir haben bereits einen E-Scooter von Segway getestet und es hat Spaß gemacht:

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Das von uns getestete Modell ist nach den oben genannten Regeln aber nicht für öffentliche Straßen geeignet. Wir gehen davon aus, dass im Zuge der kommenden Verordnung alle E-Scooter zukünftig erst eine Zulassung durchlaufen müssen, bevor man sie auf Radwegen nutzen darf. Auf die Hersteller kommt also noch einiges an bürokratischem Aufwand zu.

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