Warum die Vita ein Flop war, ich sie aber trotzdem vermissen werde

Daniel Kirschey 4

Die PlayStation Vita ist tot. Sony stellt die Herstellung ein. Für einige vergeht damit nicht nur ein Stück Hardware, sondern auch eine Menge Erinnerungen und Emotionen. Ich schaue in die Vergangenheit, warum der Handheld scheiterte und warum ich ihn trotzdem nicht missen wollen würde.

Dann ist es soweit. Sony stellt die Produktion der PlayStation Vita ein. Sonys Ära des Handheld-Gaming ist nun wohl vorbei. Was bleibt, ist ein Handheld-System mit guten aber überaus nischigen Spielen. Wie es zum Fall des Handhelds kam, ist schnell und einfach erklärt, doch mit der Vita geht für einige Spieler – unter anderem für mich selbst – ein Stück Alltag verloren. Wenden wir uns für einen Moment um, schauen uns die gezählten Tage der PS Vita an und sinnieren über vergangene Zeiten.

Mit dem PlayStation TV wollte Sony den Vita-Spielen noch mal ein Zuhause schenken, auch das ging den Bach runter.

Playstation Vita Tv Global Concept Movie.

Im Dezember 2011 erblickt die PS Vita zum ersten Mal in Japan das Licht der Welt. Deutsche Spieler mussten noch bis in den Februar 2012 warten, bis sie ebenfalls in den Genuss der neuen mobilen Hardware von Sony kommen konnten. Noch war der Traum nicht ausgeträumt, noch schien der Vita Großes bevor zu stehen. Schließlich legte die vorherige PlayStation Portable gut vor und konnte sich neben dem Nintendo DS am Markt behaupten. Doch schon einige Zeit nach der Veröffentlichung der PS Vita war klar: Noch einmal schafft es Sony nicht.

Der Handheld steckte in einem Teufelskreislauf, wie Sony Interactive Entertainment of America-Präsident Shawn Layden rückblickend gegenüber Polygon im Jahr 2017 zugab:

Aus welchem Grund auch immer – und es gibt eine Menge von ihnen, noch mehr Gründe sogar, wenn wir zusammen ein Bier trinken würden – die Vita erreichte einfach nicht genügend Leute. Deshalb stellte sich die Entwickler-Community nicht hinter die Vita, deshalb entstand keine großes Publikum und das ist ein schneller, negativer Spiral-Effekt.

Im Westen war die Vita für viele Entwickler aufgrund des geringen Interesses an ihr nicht lukrativ genug, da sie auf der mobilen Konsole nicht genügend Spieler ansprechen würden. Das führte dazu, dass nur wenige große Vita-Spiele entstanden, weshalb auch die sogenannten System-Seller für die Vita ausblieben. Das führte dazu, dass ein – vom technischen Standpunkt gesehen – guter Handheld, dessen Grafikleistung den Nintendo DS in den Schatten stellte, schlicht unterging.

Bald kommt wohl die PlayStation 5 – diese Features erhoffen wir uns von ihr.

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PlayStation 5: Diese 15 Features muss die neue Sony-Konsole mitbringen.

In Japan und Rest Asien sah es jedoch anders aus. Hier verkaufte sich die Vita gut. Japanische Entwickler kreierten Spiele für die Konsole und Gamer hatten etwas zum Zocken. Auch westliche Fans japanischer Spiele, vor allem Rollenspiele, waren so immer gut versorgt. Für die große Masse war das jedoch wohl trotzdem zu nischig. Für mich nicht. Als althergebrachter Fan der Ys-Reihe, einer japanischen Rollenspiel-Serie, die schon seit den Achtzigern existiert, bot mir die Vita genug Spiele, die ich freudig zocken konnte. Ich spielte aber noch aus einem anderen Grund gerne auf der Vita.

PS Vita als Vorgänger der Switch

Einige Spiele hatten Cross-Save- oder Cross-Buy-Optionen mit der PlayStation 4. Im Grunde lernte ich hier schon das lieben, was später die Nintendo Switch meisterte: Mir eine Möglichkeit zu bieten, ein Spiel auf dem großen Fernseher zu zocken, die Spiel-Session aber auch in die Bahn, aufs Klo, ins Bett oder zu einem Kumpel zu verlegen. Ich habe mir sogar noch einen PlayStation TV zugelegt, im Grunde eine Vita-Konsole, die ich an einen Fernseher anschließen konnte, um noch mehr Games wie ich will, spielen zu können.

Wie gut kennst du dich aus?

Auch in Zukunft werde ich die PS Vita wohl noch ein paar mal hervorkramen, um ein ein weiteres Mal Ys: The Oath in Felghana, Ys: Origins oder Ys: Memories of Celceta durchzuspielen – ja, ich liebe diese Reihe wirklich so sehr. Inzwischen halte ich aber immer öfter die Nintendo Switch in der Hand. Sie bietet mir technisch die gleichen Vorteile und hat diese sogar perfektioniert. Das Ende der PS Vita ist da – wie sagt man so schön: Ich schaue mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. Sie wird wohl immer mehr aus meinen Alltag als Gamer verschwinden. Die PlayStation Vita ist tot, lang lebe die Nintendo Switch.

 

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