Blasphemische Frage: Warum stellt Apple eigentlich noch Macs her?

Florian Matthey 32

Apples ältestes Produkt ist der Mac. Für Gewinn und Umsatz sorgt aber das iPhone. Tatsächlich fragen sich einige Beobachter, warum Apple überhaupt noch Macs herstellt. Die Begründung ist der „Halo-Effekt“ – der sich mittlerweile umgekehrt hat.

Blasphemische Frage: Warum stellt Apple eigentlich noch Macs her?

Auf welche Produkte wird sich Apple in Zukunft konzentrieren? Aktuell scheinen einige Beobachter mit dem Gedanken zu spielen, dass sich das Unternehmen vom Computer-Geschäft verabschieden könnte – die Börsen-Website Seeking Alpha schlägt vor, dass sich Apple wie vor einigen Jahren IBM „gesundschrumpfen“ sollte. IBM verkaufte sein PC-Geschäft bekanntlich an Lenovo. Und auch als Tim Cook letztes Jahr erklärte, dass das iPad Pro den PC überflüssig mache, horchten einige Beobachter auf. Der Apple-Chef stellte dann aber klar, dass er natürlich nur PCs meinte, nicht Macs.

Dennoch stellt sich Max Slater-Robins von Techradar die Frage, warum Apple noch Macs herstellt. Allein die Frage dürfte für alteingesessene Apple-Benutzer ein Skandal sein; aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann man sie aber wohl tatsächlich stellen, da die Macs den nackten Zahlen zufolge mit 5,3 Millionen Exemplaren im ersten Geschäftsquartal 2016 im Vergleich zu fast 75 Millionen iPhones für Apple eine Art Nischenprodukt darstellen.

Slater-Robins erklärt den Mac zum „Halo“-Produkt für Apple: Der Mac sei ein „Halo“ oder „Heiligenschein“ für Apple, der dem Unternehmen ein positives Image beschere, von dem dann andere Produkte wie das Apple TV, iPad und iPhone profitieren. Der zweite Grund sei, dass Apple einfach schon so lange Macs herstelle, dass die Rechner das Unternehmen für viele Kunden immer noch Apples Kern darstellten. Jeder in der westlichen Welt wisse, was ein „Mac“ ist.

Dass der Mac jetzt als „Heiligenschein“ für andere Produkte wirke, ist an sich schon bemerkenswert: Der Begriff ist für Apples Geschäft nicht neu. Schon vor mehr als 10 Jahren hieß es, dass der iPod für Apple einen „Halo“-Effekt generiere, vor fast zehn Jahren war es wiederum das iPhone. Die Produkte sollten ihrerseits aber neue Kunden für Apple gewinnen, die sich dann für den Mac interessieren und dessen Verkaufszahlen ankurbeln könnten. Mittlerweile ist der Heiligenschein also von den anderen Produkten zum Mac selbst gewandert. Allein das ist für alteingesessene Apple-Kunden schon etwas bizarr.

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