AMD im Aufwind: Konkurrent Nvidia kann aktuell nicht mithalten – und das aus gutem Grund

Robert Kohlick

Grund zum Jubeln bei AMD? Laut eines neuen GPU-Quartalsbericht hat das Unternehmen es zum ersten Mal seit 5 Jahren geschafft, die Konkurrenz von Nvidia wieder hinter sich zu lassen. Doch auf Platz 1 findet sich keines der beiden Unternehmen – und das aus gutem Grund. 

AMD im Aufwind: Konkurrent Nvidia kann aktuell nicht mithalten – und das aus gutem Grund
Bildquelle: GIGA.

AMD überholt Nvidia: Grafikchip-Verkäufe im PC-Bereich in der Übersicht

Laut des neuen Berichts des Unternehmens Jon Peddie Research konnte AMD seinen Marktanteil im Bereich der Grafiklösungen auf dem PC im letzten Quartal so immens steigern, dass sogar Erzfeind Nvidia ins Hintertreffen gerät. So einen Erfolg konnte AMD das letzte Mal vor 5 Jahren verbuchen.

Wir werfen einen Blick auf die Zahlen des Berichts: Im zweiten Quartal 2019 konnte AMD seinen Marktanteil von 15,7 auf 17,2 Prozent steigern. Im gleichen Zeitraum blieben Nvidias Zahlen relativ stabil. Das Unternehmen hat lediglich einen leichten Rückgang von 16,1 auf 16,0 Prozent zu beklagen. Den größten Verlust muss aber Intel wegstecken. Der Prozessor-Primus verlor satte 1,4 Prozent – der Marktanteil sank von 68,2 Prozent auf 66,9 Prozent.

In der folgenden Grafik könnt ihr den Verlauf der Marktanteile der drei Unternehmen über die letzten neun Jahre sehen:

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Intel bei Grafikchip-Verkäufen auf Platz 1? Wie ist das möglich?

Die Marktanteile, die in der Grafik abgebildet werden, beziehen sich auf alle Grafiklösungen aus dem PC-Bereich – dazu gehören auch integrierte Grafikchips. Kein Wunder also, dass Intels Marktanteil so groß ist: Auf jedem aktuellen i-Prozessor des Unternehmens findet sich auch ein integrierter Grafikcontroller.

AMD hingegen verzichtet bei den meisten seiner Prozessoren auf eine integrierte Grafiklösung. Nur Prozessoren mit einem „G“ am Ende der Modellbezeichnung können auch ohne den Einsatz einer Grafikkarte genutzt werden – sorgen im Vergleich zur Lösung von Intel aber für akzeptable Bildraten in grafisch weniger anspruchsvollen Spielen, wie unser 300-Euro-Gaming-PC aus dem April 2019 beweist.

AMD Ryzen 5 3400G bei Mindfactory angucken *

Gaming-PC für 300 Euro?

Zwar hat auch Nvidia mit seinen Tegra-Prozessoren Chips im Portfolio, die CPU und GPU vereinen, doch kommen diese bislang nur in der hauseigenen Nvidia-Shield-Reihe und der Nintendo Switch zum Einsatz. In PCs hingegen finden die sogenannten SoCs von Nvidia keine Anwendung.

Doch würden Konsolen mit in die Berechnung der Marktanteile einbezogen werden, dürften sowohl Nvidia als auch Intel nicht viel zu lachen haben. Hier hat AMD das Sagen und liefert nicht nur die Chiplösungen für die aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft, sondern wird auch die Geräte der nächsten Generation, PlayStation 5 und Xbox Project Scarlett, mit passender Hardware versorgen.

AMD darf sich also durchaus über diesen Triumph freuen, sollte jedoch auch weiterhin am Ball bleiben. Denn auch Nvidia dürfte sich bewusst darüber sein, dass vor allem der Bereich der integrierten Grafiklösungen viel Umsatzpotenzial bietet.

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