Apple vs. Spotify: Streit erreicht nächste Stufe

Holger Eilhard 4

Nachdem Spotify Mitte März vor der EU-Kommission schwere Vorwürfe gegen Apple erhob, kontert Apple nun mit eigenen Details zum Streit zwischen den beiden Streaming-Diensten. Spotify soll dabei unter anderem irreführende Zahlen genutzt haben, um den iPhone-Hersteller anzugreifen.

Apple wehrt sich gegen Spotifys Vorwürfe

Mitte März warf Spotify Apple unter anderem vor, dass das Unternehmen aus Kalifornien ein Monopolist sei. Der schwedische Konzern legte gleichzeitig Beschwerde bei der EU-Kommission rund um Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ein. Wie Der Spiegel (via 9to5Mac) berichtet, hat Apple nun eine eigene Stellungnahme bei der Kommission eingereicht.

In dieser heißt es unter anderem, dass Spotify mit irreführenden Zahlen operiert. Die Vorwürfe sollen den Eindruck erwecken, dass die von Spotify genannten Abgaben in Höhe von 30 Prozent für alle Apple-Nutzer fällig werden und nicht nur von den zahlungspflichtigen Kunden, die über die Spotify-App ihr Premium-Abo abgeschlossen haben. Laut Apple seien dies lediglich 680.000 Nutzer. Hinzu kommt, dass diese Funktion zum In-App-Kauf nur von 2014 bis 2016 aktiv gewesen sei.

Außerdem fallen laut Apple bei diesen Nutzern mittlerweile keine Abgaben in Höhe von 30 Prozent mehr an. Hat ein Nutzer eine aktive Mitgliedschaft von mehr als einem Jahr - wie es in diesen Fällen der Fall sei, da sie bereits vor drei bis fünf Jahren abgeschlossen wurden - halbiert sich Apples Anteil von 30 auf 15 Prozent. Es ist bislang unklar, warum Spotify-Gründer und Geschäftsführer Daniel Ek dies dennoch behauptet. Laut Cnet betrifft diese Zahlung von Spotify an Apple damit lediglich 0,5 Prozent der zahlenden Mitglieder.

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EU-Kommission muss Apples Dominanz klären

Insgesamt bleibt die Frage, ob Apple mit dem App Store eine Plattform hat, die den Streaming-Markt beeinflussen kann und ob man Apple Music bevorteilt. „Wir haben eine Plattform, die Kunden zu verschiedenen Anbietern leitet, und dann beginnt die Plattform, solche Geschäfte selbst zu machen, also selbst zum Anbieter zu werden“, so Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Mit einer Anspielung auf frühere Bußgelder in Milliardenhöhe gegen Microsoft und Google, sagte sie, dass dies ein Muster sei, „das wir schon kennen“.

Apple hält diesen Vergleich für falsch, da das iPhone der EU nur einen Anteil von 25 Prozent des Smartphone-Markts habe. Der Großteil der Nutzer verwendet Android. Hinzukomme, dass Apple Music bei den Musikstreaminganbietern nicht dominant sei. Angaben zu Dauer und dem aktuellen Stand des Verfahrens machte die EU-Kommission nicht.

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