Preis-Dumping im Switch-eShop: Darum werden Spiele für Cent-Beträge angeboten

Jasmin Peukert 1

Regelmäßig suchen oder stolpern wir über Switch-Spiele, die drastisch reduziert angeboten werden. Das verleitet uns schnell zu Überraschungskäufen oder beschert Freude, wenn wir ein geliebtes Spiel günstiger bekommen haben. Wir freuen uns darüber, Geld gespart zu haben. Doch verdienen die Entwickler überhaupt daran?

Viele von uns haben regelmäßig ein offenes Auge für Angebote in Nintendo eShop und wahrscheinlich hat jeder von uns auch Spiele in der Bibliothek, die wir vorher überhaupt nicht kannten, uns der Preis jedoch verführt hat. Was aber nun, wenn Titel nicht nur ein wenig reduziert sind, sondern ein unbeschreiblich gutes Angebot lockt? Ich frage mich dann, was die Entwickler von den Angeboten haben und ob sie überhaupt noch etwas daran verdienen.

Es gibt schon verrückte Sachen. Hier sind ein paar Beispiele für dich.

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Sales als Marketinginstrument

Wenn wir den eShop öffnen, springen uns zuerst die meistverkauften und beliebtesten Spiele an. Das ist natürlich kein Zufall, Bekanntheitsgrad und Marketing spielen hier eine große Rolle. Doch auch kleinere Spiele möchten Beachtung erfahren, was in dem großen schwarzen Loch der unendlichen Spieleweiten problematisch werden kann.

Ein besonders großes Problem ist das im eShop der Nintendo Switch: Spiele die weder in der Kategorie Neuerscheinung, Bestseller oder Angebote erscheinen, sind praktisch unsichtbar.

Ein Weg für Entwickler, auf ihr Spiel aufmerksam zu machen, ist daher ein Sale. Und obwohl das Unternehmen vom Verkaufspreis eventuell nur ein paar Cents zu sehen bekommt, lohnt es sich. Durch den absurd geringen Kaufpreis rutscht das Spiel in die Besteller und wird dadurch von noch mehr Leuten gesehen und gekauft. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Monster Hunter World gibt es ebenso für die Switch. Vielleicht stolperst du mal über ein Angebot.

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Ein gutes Beispiel liefert laut Kotaku da Matt Bittner, der einen Sale nutzte, um sein Spiel A Robot Named Fight wieder ins Gespräch zu bringen. Der Titel erschien am 25. April 2018 für die Switch. Die Verkaufszahl war anfangs höher als bei Steam, doch das änderte sich rapide, als es wortwörtlich von der Bildfläche verschwand.

Hitcents hatte ein ähnliches Problem mit Draw a Stickman: EPIC 2, wenige Monate nach der Veröffentlichung für die Switch im Januar 2018. Daraufhin reduzierte er den Preis des Spiels um 30 Prozent und verzehnfachte seinen Umsatz. Ende August stellte Hintcents Chef Jordan Taylor den Titel im Switch eShop für 99 Cent zur Verfügung. Nach eigenen Angaben machte ihn das sehr nervös, doch am Ende hat es sich gelohnt. Täglich verkaufte er bis zu 1000 Kopien und erklomm so die Bestseller-Liste.

Preis-Dumping ohne schlechtes Gewissen?

Obwohl Sales natürlich gerade für Spieler mit wenigen finanziellen Mitteln wie ein Segen scheinen, illustriert allerdings genau diese Situation, wie der Wettbewerb in den eShops mitunter aussieht. So ist eine Position in den Top-Sellern eben keine automatische Garantie für Qualität oder tatsächliche Popularität, sondern das Ergebnis von gezielter Entwertung. Dass Entwickler wie Matt Bittner oder Hitcents mit diesem System trotzdem Erfolg haben konnten, ist ein kleiner Trost - viel nötiger wäre aber eine überarbeitete Highlight-Funktion, die dir auch unabhängig von manipulierten Zahlen gute Spiele empfehlen kann.

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