Für 8.000 US-Dollar kann man einen gewöhnlichen Tesla ordentlich aufmotzen: So viel kostet nämlich das Paket für „full self-driving“-Fähigkeiten, also autonomes Fahren, beim US-Autobauer. Ob das Paket seinem hohen Preis gerecht wird, haben jetzt amerikanische Warentester untersucht. 

 

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Consumer Reports: Paket für autonomes Fahren bisher eine Mogelpackung

Die US-amerikanische Verbraucherorganisation Consumer Reports – vergleichbar mit der deutschen Stiftung Warentest – hat sich Teslas 8.000-Dollar-Upgrade für „Full Self-Driving Capability“ (Fähigkeit, vollständig autonom zu fahren) genauer angesehen und fällt ein mehrheitlich negatives Urteil.

„Tesla behauptet, dass jedes hergestellte Auto die entsprechende Hardware habe, um vollständig autonom fahren zu können, und das Unternehmen verspricht, dass die Autos durch Softwareupdates letztendlich tatsächlich selbst fahren können. Aber bislang ist die Full-Self-Driving-Option, die den Fahrer unter anderem beim Parken, beim Spurwechsel und beim Halten an der Ampel unterstützen soll, eine unzutreffende Bezeichnung“, schreibt Consumer Reports in seinem Bericht.

Die bislang verfügbaren Funktionen, zu denen auch das sogenannte „Smart Summon“ gehört – damit lässt sich das Auto beispielsweise auf einem Privatparkplatz ohne Fahrer „herbeirufen“ –, haben im Test von Consumer Reports nicht durchweg gut funktioniert.

So habe beispielsweise die „Autopark“-Funktion ein und dieselbe Parklücke in manchen Testläufen als geeignet, in anderen als zu klein empfunden. Das smarte Herbeirufen des Autos auf einem Parkplatz hat die Tester ebenfalls enttäuscht: Das E-Auto sei manchmal auf der falschen Seite gefahren und habe gelegentlich Stoppschilder auf dem Parkplatz übersehen, beschreibt Consumer Reports.

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Autopilot mit Fehlern

Nicht viel besser sei das Ergebnis bei dem Autopiloten, der bei fest vorgegebener Route eigentlich selbständig Spurwechsel vornehmen und abbiegen soll: Gelegentlich habe er Ausfahrten auf dem Highway verpasst oder habe den Tesla zu lange auf der Überholspur gehalten.

Zu beinahe kuriosen Testergebnissen führte der Ampel- und Stoppstellenassistent: In einem Kreisverkehr etwa habe diese Funktion dazu geführt, dass das Auto an jeder möglichen Ausfahrt halt machte. Unzufrieden zeigen sich die Tester auch mit der Tatsache, dass der Assistent selbst bei grünen Ampeln auf die Bremse drückt. Das gehe gegen übliche Fahrgewohnheiten. Das Fazit der Tester ist somit eindeutig: Tesla-Besitzer sollten sich „nicht auf die Assistenzsysteme verlassen“. Kunden sollten es sich zweimal überlegen, für das aktuelle Set an Zusatzfunktionen 8.000 US-Dollar auszugeben.

Thomas Konrad
Thomas Konrad, GIGA-Experte für macOS, iOS und Apple-Hardware.

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