So war der Release von Cyberpunk 2077 auch bei Termin Nummer 3 nicht geplant. Für die Konsolen der letzten Generation vermelden Spieler schwerwiegende Bugs, die sie sogar zum Umtausch des Spiels bewegen.

 

Cyberpunk 2077

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Cyberpunk 2077

„Nach drei Verschiebungen waren wir als Vorstand zu sehr darauf fokussiert, das Spiel herauszubringen. Wir haben die Größe und Komplexität der Probleme unterschätzt, wir haben die Zeichen ignoriert, dass wir noch mehr Zeit brauchten, um das Spiel auf den Basis-Versionen der letzten Konsolengeneration zu verbessern. Es war die falsche Vorgehensweise und gegen unsere Firmenphilosophie. Zusätzlich haben wir das Spiel während der Marketing-Kampagne fast nur auf dem PC gezeigt.“

Diese Aussage von Adam Kicińsk (CEO von CDPR) ist ein Teil seiner Eröffnung eines Gespräches mit den Investoren von CD Projekt Red. Das Thema war die Situation von Cyberpunk 2077 auf der letzten Konsolengeneration und den erheblichen Bugs und Performance-Problemen, von denen viele Spieler berichten. Das englischsprachige Transkript könnt ihr bei CD Projekt Red einsehen.

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Die Frage, warum das Spiel auf der PS4 und Xbox One so aussieht, wie es aussieht, ist damit schon beantwortet: Die Versionen waren einfach noch nicht fertig. Der letzte Satz wirft eine Frage auf die auch die Investoren interessierte: Warum wurde so gut wie nie Bild-Material der PS4 und Xbox One gezeigt? Darauf antwortete Marcin Iwiński (Mitgründer von CDPR):

„Das liegt daran, dass wir bis zur letzten Minute an dem Spiel gearbeitet haben und wir dachten, dass wir es rechtzeitig schaffen. Unglücklicherweise führte es dazu, dass wir es einen Tag vor Release an die Tester geben könnten, was definitiv zu spät war und die Medien hatten keine Chance, das Spiel anständig zu testen. Das war nicht beabsichtigt, wir haben nur versucht, das Spiel bis zum letzten Moment zu fixen.“ 

Das Spiel wurde aber veröffentlicht und nun gibt es viele unzufriedene PS4- und Xbox One-Besitzer, die Cyberpunk 2077 umtauschen möchten.

Ein Blick zurück

Es entsteht der Eindruck, dass gerade die Last-Gen-Versionen eher auf Kante genäht worden sind, klangen Entwickler in der Vergangenheit schon etwas optimistischer. Im Juni 2019 erklärte Lead Quest Designer Paweł Sasko in einem Interview mit Eurogamer, dass sie zu jeder Zeit eine Version auf jeder Plattform laufen haben. Zwar führte er an, dass die PS4 und Xbox One langsam alt werden, Cyberpunk aber trotzdem flüssig laufen wird, auch wenn es nicht ganz so scharf aussehen wird wie auf High-End-Systemen.

CDPR-Entwickler Alvin Liu sagte im Juli 2019 in einem Interview mit WCCFTECH auf die Frage, ob die Grafik auf Konsolen und eher schlechteren PCs eine Herausforderung sei:

„Tatsächlich nein, wir haben eine eigene Engine, die RED Engine. Und tatsächlich haben wir Konsolen als First-Class-Plattformen im Fokus und es sieht fantastisch aus. Natürlich wird es, wenn man 2.000 Dollar für einen PC investiert, dort besser aussehen- Aber die Grafik ist wirklich fantastisch für das, was wir für Cyberpunk 2077 von Konsolen und schlechteren PCs bekommen.“

In einem Gespräch mit den Investoren aus dem Oktober 2020 äußerte sich Vice President Michał Nowakowski zu den Sorgen um die Performance auf der Last-Gen. Das Gespräch fand kurz nach der dritten Verschiebung auf den 10. Dezember statt und beinhaltete auch schon die Begründung der Verschiebung mit der Optimierung der verschiedenen Versionen für die jeweilige Plattform. Zur Last-Gen sagte Nowakowski:

„Ich würde nicht sagen, dass es ein Problem gibt, weil es ist alles in Ordnung mit der Xbox- oder PS4-Version. Es gibt Optimierungen, die geregelt werden müssen, auch wegen der Art, wie für seit Beginn der Entwicklung vorgegangen sind. Also, es gibt kein Problem mit der Xbox- oder PS4-Version, um ehrlich zu sein.“

Zwei Wochen vor Release sagte CEO Adam Kiciński bei der Präsentation der Zahlen für das dritte Quartal 2020 über der Performance auf der PS4 und Xbox One folgendes:

„Natürlich ein bisschen schwächer als auf Pro-Konsolen, aber überraschend gut für so eine große Welt würde ich sagen.“

Nach außen hin wurde die Performance auf PS4 und Xbox One immer als eher positiv dargestellt, auch wenn am Ende bei Weitem nicht das erreicht wurde, was die Spieler erwartet haben, aber die Entwickler auch erreichen wollten. Das Ergebnis ist ein Spiel, dass noch auf einigen Plattformen noch sehr viel Arbeit braucht, ein Knacks im Vertrauensverhältnis zwischen Entwickler und Fans und enttäuschte Spieler, die nach acht Jahren Hype nicht das bekommen haben, was sie sich wünschten. Die Signale dies zu verhindern, waren ja da.