Donald Trump gibt Videospielen die Schuld an rechtsextremen Terroranschlägen

Alexander Gehlsdorf 10

Nach dem rechtsextremen Terroranschlag in El Paso, Texas sehen Donald Trump und andere US-Poltiker der republikanischen Partei die angebliche Ursache unter anderem bei Videospielen. Kritik an den Vorwürfen äußerten nicht nur Vertreter der Industrie sondern auch Hillary Clinton.

Donald Trump gibt Videospielen die Schuld an rechtsextremen Terroranschlägen
Bildquelle: Gage Skidmore.

20 Todesopfer und 26 Verletzte sind das tragische Fazit des Massakers in einem Walmart in El Paso, Texas, dass sich am 3. August 2019 ereignete. Der Täter wurde verhaftet. Gerade einmal 13 Stunden später ereignete sich eine ähnliche Bluttat in Dayton, Ohio mit neun Todesopfern und 27 Verletzten.

US-Präsident Donald Trump sieht die Ursachen unter anderem in der „Gewaltverherrlichung“ in Form von Videospielen.

Auch der konservative US-Politiker Dan Patrick sieht die Ursache der Gewaltverbrechen in Videospielen: „Videospiele bringen jungen Menschen das Töten bei,“ argumentiert er gegenüber Fox News.

Auf diese Aussage bezieht sich auch Kevin McCarthey, ebenfalls Mitglied der republikanischen Partei. In einem Interview mit Fox News erklärt er auf die Frage, welche Rolle Videospiele und soziale Medien haben:

But the idea of these video games that dehumanize individuals, to have a game of shooting individuals and others, I’ve always felt that is a problem for future generations and others. We’ve watched from studies that have shown before what it does to individuals. When you look at these photos of how it took place, you can see the actions within video games and others.

Auf welche angebliche Studien er sich dabei bezieht, lässt er offen. Im vergangenen Jahr kam eine Studie der New York Times jedoch zu dem Schluss, dass Videospiele nicht mit Gewaltverbrechen in Zusammenhang stehen.

Industrievertreter und sogar Hillary Clinton verteidigen Videospiele

Videospiele als Sündenbock für Gewaltverbrechen herzunehmen, ist kein neuer Trend. Angesichts der evidenten Zusammenhänge mit dem amerikanischen Waffenrecht und dem immer offener geäußerten Rassismus, ergreifen jetzt auch Politiker und prominente Industrievertreter Partei für die Spiele, um auf die tatsächlichen Probleme hinzuweisen. Dazu gehört unter anderem Hillary Clinton.

Auch der ehemalige Nintendo of America COO Reggie Fils-Aime weißt darauf hin, dass Videospiele statistisch keinen Zusammenhang zu Gewaltverbrechen mit Schusswaffen aufweisen.

Weitere Proteste gegen die Verurteilung von Videospielen äußerten unter anderen die entertainment software association und der CEO von Take-Two.

Das ist über die Hintergründe des El Paso-Massakers bekannt

Wenige Augenblicke vor dem Anschlag in El Paso veröffentliche der Täter im Internet ein Manifest, in der er über eine „hispanic Invasion of Texas“ spricht. Der Begriff der Invasion wurde in den vergangenen Jahren von Donald Trump tausendfach verwendet.

Der Täter fuhr neun Stunden mit den Auto nach El Paso, da es sich nahe der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko befindet. In seinem Manifest heißt es weiterhin, weiße Menschen sollen „ersetzt“ werden – eine Bezug auf den Großen Austausch, eine rechtsextreme Verschwörungstheorie, die auch von  Dan Patrick aufgegriffen wurde. Die Staatsanwaltschaft behandelt den Fall als einen Terrorakt.

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