Wie viel darf ein E-Auto kosten? Aktuell sind viele Kunden bereit Aufschläge zu bezahlen, um überhaupt einen der begehrten Stromer erhaschen zu können. Doch langfristig sollen Elektroautos gegenüber Verbrennern auch mit einem Preisvorteil punkten können. Dass es durchaus möglich ist, zeigt Nissan mit seinem neuen Mini-Stromer.

Größer, weiter, luxuriöser – so lautet die Devise am E-Auto-Markt. SUVs sind die mit Abstand beliebteste Karosserieform, eine immer gigantischere Reichweite ist für viele Hersteller und Kunden Pflicht. Das schlägt sich allerdings im Preis nieder. Große Hersteller schichten zugunsten teurerer Modelle um, manche Kleinwagen verschwinden aus den Bestelllisten – und mit steigender Inflation stehen die Autokäuferinnen und -käufer zusehends vor der Frage, ob sich sie ein Auto noch leisten können.

Nissan: Mini-E-Auto zum Kampfpreis kommt nach Japan

Doch der Traum vom günstigen Elektroauto muss damit nicht für immer zerplatzen, wie Nissan aktuell unter Beweis stellt. Das elektrische Modell mit Namen Sakura wird zum Startpreis von 1,7 Millionen japanischen Yen, umgerechnet gerade mal rund 12.000 Euro, in der Basisversion angeboten (Quelle: Neue Zürcher Zeitung). Mit allen Extras ausgestattet – etwa 360-Grad-Kameras, Assistent für teilautonomes Fahren – werden 21.000 Euro fällig (staatliche Unterstützung mit eingerechnet). VW und Co. können diesen Preis bei ihren Einsteigermodellen nicht mal in der Grundausstattung aufrufen.

Aus Sicht deutscher Kunden gibt es allerdings einige Probleme: Der Nissan Sakura ist ein sogenanntes Kei-Car, eine Unterkategorie der Kleinwagen mit einer maximalen Länge von etwa 3,40 m. Die Kleinstwagen sind in Nissans Heimatmarkt Japan sowie anderen asiatischen Ländern sehr beliebt, für deutsche Gewohnheiten allerdings geradezu winzig. Entsprechend ist eine Einführung hierzulande nicht vorgesehen. So sieht der Sakura von Nissan aus:

Der Nissan Sakura ist für deutsche Augen ein ungewöhnlicher Anblick. (Bildquelle: Imago / ZUMA Wire)

Neben der Größe würde der Sakura wohl auch mit seiner Reichweite bei deutschen Kunden durchfallen. Die 20-kWh-Batterie soll gut 180 km schaffen. Für die Langstrecke ungeeignet, als Stadtwagen hingegen mehr als ausreichend, zumal die schwächere Batterie auch das Aufladen an der Haushaltssteckdose oder einem AC-Lader erleichtert.

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VW und Co. können bei asiatischen Herstellern noch was lernen

Für den Sakura hat sich Nissan Inspiration beim zahlenmäßig erfolgreichsten E-Auto der Welt, dem Wuling Hongguang Mini EV aus China, geholt. Der ist sogar noch eine Ecke günstiger. Die Japaner wollen dem Kampfpreis höhere Qualität entgegensetzen, aber günstig bleiben. Damit zeigt man, wie E-Autos abseits von riesigen SUVs und Luxuslimousinen aussehen können – wenn sich Hersteller und Kunden auch in anderen Teilen der Welt auf den Kompromiss einlassen. Möglich ist es allemal.