Im Bereich der Mobile Games geht es heiß her, Google und Apple warfen Fortnite raus, eine Klage folgte und die leidtragenden Spieler sind in Rage – dahinter steckt jedoch ein Plan.

 

Fortnite

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Ins Rollen brachte Epic Games die ganze Geschichte mit einer Preissenkung für V-Bucks in Fortnite und der gleichzeitigen Einführung eines neuen direkten Bezahlsystems in den Apps aus dem App Store und dem Google Play Store.

Durch das System gehen von den In-App-Käufen nicht mehr 30 Prozent an Apple und Google. Das schmeckte den beiden Tech-Giganten natürlich gar nicht und so warf zuerst Apple und dann auch Google Fortnite aus dem Store. Bei Apple ist Fortnite nicht mal mehr spielbar.

Epic Games konterte mit einer Klage gegen Apple und Google, bei den Kollegen von GIGA Tech gibt es weitere Infos zum Krieg im App Store.

Der Fortnite Publisher hatte auch schon ein passendes Video parat, es ist eine Parodie des „1984-Werbespots“ von Apple.

Doch nicht nur das Video und die bereits vorbereiteten Klagen zeigen, dass Epic Games genau wusste, was passieren würde. Ebenfalls vorberietet war eine Social Media-Kampagne mit dem Hashtag „#freefortnite“. Aktuell sind die Verlierer die Spieler, die sich um den Hashtag sammeln und die Freiheit für ihr Spiel fordern.

Die Spieler greifen das Thema im Reddit auf und es gibt mehrere Threads, die „freefortnite“ fordern.

Die Benutzung des Apfels in der Parodie als Bösewicht regte in einigen den Wunsch, einen solchen Skin zu haben, um auf Apple auch um Spiel in klare Botschaft senden zu können.

Epic Games hat einen geschickten Plan

Zwar wurde der Vorwurf schnell von vielen Seiten erhoben, dass es Epic Games um Geld gehen würden, doch hat der Entwickler dafür vorgesorgt. Zunächst durch die Tatsache, dass die Preise für V-Bucks auf allen Plattformen runtergehen. Es wird also grundsätzlich für alle Spieler billiger die In-Game-Währung zu erwerben. Des Weiteren stellt Epic Games in den Klagen keine Schadensersatzforderungen oder verlangt irgendeine Form von finanzieller Kompensation. Ihre Klage richtet sich gegen „das Monopol der Stores“ und „sie kämpfen für alle Entwickler und nicht für sich selbst“.

Die Passage findet ihr in der Klage unter Punkt 6 bei „Nature of the action“.

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Wie sich diese Verfahren entwickeln werden und welche Auswirkungen es für die Spieler haben wird, ist aktuell noch nicht zu beurteilen. Es ist relativ sicher, dass Epic Games sich der Tragweite der Einführung des direkten Bezahlsystems bewusst war und sowohl Rechts- als auch Social Media-Abteilung auf das hier vorbereitet waren.

Falls ihr Fortnite auf einem Android-Gerät spielen wollt, gibt es aktuell noch Methode. Für Apple-Nutzer sieht es schlecht aus.

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Zum Schluss kommt noch ein kleiner Funfact zum Thema Monopol und Epic Games (Nein, nicht Exklusiv-Spiele), sowie ein kleines Gedankenexperiment.

Epic Games gehört zu 40 Prozent dem chinesischen Konzern Tencent. Dem Tencent dem Anteile von Riot Games, Ubisoft, Activision Blizzard, Bluehole (PUBG-Publisher) und Platinum Games gehören. Das ist nur ein Teil der Unternehmen, die zumindest teilweise zu Tencent gehören und das auch nur aus der Videospielindustrie.

Stellt euch vor Epic Games kommt mit Valve überein, Counter-Strike in ihrem Store anbieten zu dürfen und nach zwei Jahren baut Valve eine Bezahlmethode für In-Game-Käufe ein, die an den Taschen von Epic Games vorbeigeht.

Daniel Hartmann
Daniel Hartmann, GIGA-Experte für FPS, E-Sport, Streaming-Kultur und Mass Effect.

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