Mit dem Threadripper 3990X setzt AMD Intel im HEDT-Segment ganz schön unter Druck. 64 Kerne, 128 Threads – und das zu einem durchaus akzeptablen Preis. Wie viel Power wirklich im Chip schlummert, stellt ein bekannter Tech-YouTuber eindrucksvoll unter Beweis.

Crysis ohne Grafikkarte spielen: Neuer AMD-Prozessor macht es möglich

Der AMD Threadripper 3990X ist seit Anfang Februar im Handel verfügbar und hat für einigen Aufruhr bei den Fachmedien und bekannten Technik-Influencern gesorgt – und das aus gutem Grund. Obwohl der Chip ganze 64 Kerne und 128 Threads bietet, fallen die Anschaffungskosten im direkten Vergleich zur Konkurrenz überschaubar aus.

Da aber bislang nur einige Anwendungen von der maximalen Leistungsfähigkeit des Prozessors Gebrauch machen können, bietet der Chip für viele potenzielle Nutzer keinen echten Mehrwert – das sieht auch Linus Sebastian von Linus Tech Tips so. In seinem Review-Video zum Chip geht er auf die Vor- und Nachteile des Threadripper 3990X ein – und zeigt, wie viel Power wirklich im Prozessor schlummert.

AMD Threadripper 3990X bei Mindfactory anschauen

Dafür startet er den inzwischen etwas betagten First-Person-Shooter Crysis, lässt ihn aber im Software-Modus laufen. Mit anderen Worten: Alle Berechnungen, also auch die komplette Grafik im Spiel, werden jetzt über die CPU getätigt. Die Grafikkarte wird quasi deaktiviert. Und das führt zu folgendem Ergebnis:

Zugegeben, das Spiel aus dem Jahr 2007 scheint nur in niedrigen Einstellungen, geringer Auflösung und in einer sehr reduzierten Bildrate zu laufen – aber die Tatsache, dass es auf diese Weise überhaupt spielbar ist, spricht Bände. Schließlich zwingt Crysis auch heute noch aktuelle Gaming-PCs in die Knie; wenn auch eher durch seine mittelmäßige Optimierung.

AMD Threadripper 3990X: Für wen lohnt sich der Chip wirklich?

Zwar ist es interessant zu sehen, wozu der Threadripper 3990X in der Lage ist – wirklich praktikabel ist das Beispiel jedoch nicht. Es handelt sich um eine Machbarkeitsstudie. Doch für wen lohnt sich der Kauf des neuen 64-Kerners dann überhaupt?

Laut AMD scheint die CPU vor allem für VFX-Artists interessant zu sein, die in ihrem Alltag viele hochaufgelöste Grafiken rendern müssen. So setzte zum Beispiel auch das Filmstudio hinter Terminator: Dark Fate auf die neuen Threadripper-Prozessoren.

So beliebt wie die anderen Ryzen-Prozessoren ist der Threadripper 3990X bislang noch nicht, wie unsere Top 10 zeigt: 

Für alle Kunden, bei denen die RAM-Limitierung zum Flaschenhals wird, bietet AMD mit dem Epyc 7742 auch einen Chip mit gleicher Anzahl an Kernen an, der deutlich mehr Arbeitsspeicher unterstützt – der Chip kostet dafür aber auch knapp doppelt so viel. AMD scheint mit dem neuem Threadripper 3990X eine wirklich kleine Nische bedienen zu wollen. Ob sich das für das Unternehmen lohnt, bleibt abzuwarten.