Bei allen Videospielproduktionen werden Ideen verworfen und Features aus allerlei Gründen wieder entfernt. Wer offen mit dem Entwicklungsprozess umgeht, muss sich immer öfter Vorwürfe zu gestrichenen Features anhören, so auch CDPR im Fall von Cyberpunk 2077.

 

Cyberpunk 2077

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Cyberpunk 2077

Es nicht mal mehr ein Monat bis zum Release von Cyberpunk 2077 und Fans freuen sich auf ein (hoffentlich) fertiges Produkt. Während des Entwicklungsprozesses eines Videospieles verändern sich Inhalte und Features laufend und das führt dazu, dass manche Dinge, die im Vorfeld geplant waren, im fertigen Spiel nicht mehr zu finden sind.

Cyberpunk 2077 — Fahrzeuge der Zukunft

Gestrichen wurden im Laufe der Entwicklung das Wall Running, Dual Wielding (das Tragen von 2 Waffen gleichzeitig), der Spider-Bot für Techie-Charaktere und die Fahrzeuganpassungen. Das scheint einigen Spielern nicht zu gefallen und als Antwort darauf äußerte sich CDPR-Entwickler Miles Tost noch einmal ausführlich zu dem Thema. Sein Statement fand sich erst im offiziellen Discord und später dann im CDPR-Forum. Dort heißt es unter anderem:

„Features und Umfang zu beschneiden, ist ein ganz normaler Teil der Entwicklung. Das könnt ihr ganz offen bei unserem Spiel miterleben, denn wir haben den Wünschen der Community gerne nachgegeben und ihnen die 2018-Demo gezeigt. Denkt mal darüber nach. Das Spiel – zwei Jahre vor der Veröffentlichung.“

Des Weiteren erklärt er, wie Dinge, die häufig gut auf dem Papier klingen, im tatsächlichen Spiel nicht mehr funktionieren und deswegen gestrichen werden. Laut Miles Tost ist es vermutlich auch schon vorgekommen, dass durch das Streichen eines Features das Spiel am Ende sogar besser war. Er versteht zwar das Spieler über den Verlust eines Features enttäuscht sein können, ihnen aber häufig der Kontext fehlt, solche Entscheidungen zu verstehen. Er bittet dort um das Vertrauen der Spieler.

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Cyberpunk 2077: Vorteilssplitter - Fundorte für kostenlose Perk Points

Von der Idee zum fertigen Produkt

Jeder kreative Prozess durchläuft Änderungen und Anpassungen auf dem Weg zum fertigen Produkt. Nehmen wir mal rein theoretisch an, die Überschrift dieser News wäre „Gestrichene Cyberpunk 2077-Features: Entwickler sagt höflich, ihr sollt die Fresse halten“ gewesen. Im Prozess der Findung einer Überschrift wäre dann festgestellt worden, dass Miles Tost damit Wort in den Mund gelegt werden, die er nicht gesagt hat. Dass er sie gerne gesagt hätte, wäre auch nur eine Vermutung gewesen, aber das hier ist ja eh nur ein theoretisches Gebilde.

Vielleicht wäre dann noch eine Erklärung gefolgt, dass bei den Gameplay-Demos ja immer dran steht, dass es sich um einen „Work in Progress“-Zustand des Spiels handelt und sich noch vieles ändern kann. So hätte eine Entscheidung zu einem ganz anderen Artikel führen können.

Cyberpunk 2077 - PlayStation 4

Cyberpunk 2077 - PlayStation 4

Der entscheidende Unterschied zwischen diesem theoretischen Beispiel und der Entwicklung von Cyberpunk 2077 ist, dass CDPR die Spieler an vielen dieser Prozesse hat teilhaben lassen, indem sie schon in frühen Entwicklungsstadien Ideen für Inhalte und Features mit ihnen teilten. Aber eben immer unter der Prämisse, der jede Entwicklung eines Videospiels unterliegt, dass sich Dinge bis zum Release noch ändern können.

Cyberpunk 2077 erscheint am 19. November 2020.