Kürzlich machte Entwickler Rockstar kurzen Prozess mit dem Cheater-Problem in GTA Online und löschte den Spielfortschritt vieler Schummler. Viele Betroffene fühlen sich zu unrecht bestraft, andere wiederum empfinden den Reset als ein „Geschenk“.

 

GTA 5 - Grand Theft Auto V

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Update vom 4. September, 15 Uhr 28

GTA Online: Schummler wurden erwischt, aber die Probleme bleiben

Lange Zeit hieß es, dass GTA Online eine Multiplayer-Stadt sei, die von Cheatern und Griefern ungestraft regiert wird. Jetzt hat Entwickler Rockstar ein deutliches Zeichen gesetzt und eine riesige Anzahl von Schummlern mit einem Reset oder kompletten Ban bestraft. Viele Spieler verloren damit den Spielfortschritt von mehreren Jahren. Eine harte, aber gerechte Strafe, die auf viel Zustimmung in der Community stößt - auch wenn die Maßnahme laut vielen deutlich zu spät erfolgte.

Aber es gibt auch Spieler wie Marcel Moeller, die den Sachverhalt etwas kritischer sehen. Er findet, dass manchen Spielern keine andere Wahl als Cheaten bleibe, um im mittlerweile unverhältnismäßig gewordenen Wirtschaftssystem von GTA Online voranzukommen.

„Ich kann es verstehen. Habe 3 Jahre kein GTA gespielt, seit kurzem wieder dabei. Mit Familie, Kind und Job hat man keine Chance mehr, den Fortschritt aufzuholen. Die Preise sind so krank übertrieben, dass man entweder Wochen / Monate grinden muss oder sich, in Rockstars Augen, am besten Shark Cards kaufen muss. Alleine die Preise für Fahrzeuge sind abnormal hoch. Mich wundert es nicht, dass die Leute sich Geld cheaten.

In GTA Online scheint es nun nach der Bannwelle hoffentlich etwas fairer zuzugehen, aber am Grundproblem scheint die Maßnahme nicht viel geändert zu haben. Zumal viele Cheater und Glitch-Nutzer, wie sie uns mitgeteilt haben, nicht erwischt worden sind und viele Lobby-Störenfriede wie Modder und Hacker ebenfalls noch auf freiem Fuß sind. Die Frage bleibt weiterhin offen, ob nicht auch viele Cheater einfach mit neuen Accounts zurückkehren werden. Der Erfolg der Maßnahme wird vermutlich nur sehr kurzzeitig ausfallen.

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GTA Online: Der Frust ist endlich vorbei

Wir haben mit Betroffenen der Maßnahmen gesprochen und uns erkundigt, wie sie mit ihrer Strafe und ihrem Verlust umgehen. Zu den Spielern gehören sowohl langjährige Schummler als auch solche, die erst seit Kurzem gecheatet haben.

Viele finden die Strafe gerechtfertigt, andere verstehen die Härte der Strafe nicht und ein zynischer Teil scheint sogar gewissermaßen „dankbar“ für die Strafe zu sein: Sie haben gecheatet, weil ihnen das Spiel keinen Spaß mehr gemacht hat, und der Reset lieferte ihnen nun endlich einen Grund, komplett damit aufzuhören.

ÖzCan Yavuz:Ich hatte keine Lust mehr auf das Ganze und habe das als einzigen Weg gesehen, damit aufzuhören. So fängt es bei jedem an.

Leon Kaiser:Ich hab das Spiel leider deinstalliert, da die Freude verloren ging, als ich die Meldung bekam, das alles gelöscht wurde.“ „Bist du dankbar für den Reset?“ „Im Endeffekt ja, aber ich finde es schade, dass man gebannt wird, wenn man einen Fehler begeht, es waren ja die ganze Zeit Geld-Glitches im Spiel (...) Diese Glitches hab ich aber gewollt ignoriert, ein Fehler, direkter Bann, ist zwar eine Strafe, die schwer zu akzeptieren ist, aber Rockstar hat richtig gehandelt.

Daniel Sun:Damit hat Rockstar mich verloren, ich war immer ein großer Fan und hatte Spaß mit dem Spiel, obwohl es dutzende Modder, Glitcher, Cheater usw gibt! Ich fange nicht wieder bei Null an (...) Das Spiel hat mir viel Spaß bereitet und ich habe viele Online-Freunde kennengelernt. Es ist traurig, das scheinbar mit zweierlei Maß gemessen wird! Ich kenne nach wie vor (extrem) viele Modder. Die spielen alle munter weiter, dagegen bin ich harmlos!“

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in GTA Online zukünftig entwickelt. Die Betroffenen der Anti-Cheater-Maßnahme bezweifeln, dass damit alle ernsten Probleme von GTA Online behoben worden sind. Für manche wurde aber damit das „Problem“, das sie mit GTA Online im Allgemeinen hatten, behoben. „Ich werde meinen Fokus auf Modern Warfare legen und warten, wann uns GTA 6 erreicht und dann wird dort weiter gemacht, wo ich gezwungenermaßen unterbrochen wurde, ohne Glitchen versteht sich“, schreibt Leon Kaiser.

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Originalmeldung vom 1. September 2020, 11 Uhr 52

Rockstar hat aufgeräumt auf den Straßen von Los Santos und viele GTA Online-Spieler mit harten Strafen belegt. Diese Spieler haben sich durch die Nutzung eines Exploits jede Menge der Ingame-Dollar ercheatet.

Der Exploit wurde als „Apartment Garage Glitch“ bekannt und brachte in wenigen Minuten Millionen von Dollar ein. Es wurde mit dem Kauf von Immobilien und ein wenig Getrickse mit den Spiel-Menüs möglich. Die Methode war so effektiv, dass Take Two sogar die Videos von YouTubern sperren lassen mussten, damit der Exploit nicht noch weiter verbreitet wurde. Spieler, die diesen Exploit genutzt haben, erwarten nun harte Strafen.

In einer Stellungnahme erklärte Rockstar, dass Spieler mit folgenden Strafen rechnen können:

  • Anpassung des Vermögens
  • Zurücksetzung aller Charaktere
  • Zeitliche Suspendierung
  • Permanenter Ban

Wie viele Spieler es erwischt hat, verriet Rockstar nicht, der Aufschrei in den sozialen Medien ist aber deutlich zu vernehmen. Viele ertappte Spieler sehen sich als die Opfer, „sie hätten nur gemacht, was alle gemacht haben“ und „das Spiel habe es ihnen ja quasi erlaubt“. Sie fühlen sich um ihre Spielzeit und ihr investiertes Geld betrogen und einige wollen nie wieder ein GTA spielen.

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Die Community ist aber grundsätzlich glücklich über das Vorgehen, auch wenn es weitaus schlimmere Cheater in GTA Online gibt. Die Nutzer in diesem Foren-Thread haben keine Sympathie für die Betroffenen über, denn diese wussten ja, worauf sie sich einlassen.

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Spiele, die Cheater fürs Schummeln bestrafen

Das, dass Ausnutzen von Bugs und Glitches, um sich in einem Spiel einen Vorteil zu verschaffen, nicht erlaubt ist, sollte mittlerweile bis zu den meisten Spielern durchgedrungen sein. Wer so etwas macht, kennt das Risiko. Ob die Härte der Strafe angemessen war oder nicht, kann sicherlich diskutiert werden, aber Entwickler müssen nun mal gegen Spieler vorgehen, die in ihrem Spiel schummeln.

Daniel Hartmann
Daniel Hartmann, GIGA-Experte für FPS, E-Sport, Streaming-Kultur und Mass Effect.

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