Huawei im Glück: Herzstück der Smartphones gerettet

Simon Stich 2

Amerikanische Unternehmen dürfen mit Huawei derzeit keine Geschäfte machen, so will es die US-Regierung. Doch einer der wichtigsten Partner möchte Huawei weiter treu bleiben, wie sich zeigt. Ohne ihn würde es wohl keine Huawei-Handys mehr geben.

Chip-Designer ARM hält Huawei die Treue

Huawei hat es derzeit sicher nicht leicht. Nach dem US-Embargo dürfen amerikanische Unternehmen nicht mehr mit dem chinesischen Konzern zusammenarbeiten – mit weitreichenden Folgen. Doch nicht nur amerikanische Technik und Software sind von dem Bann betroffen. Auch manche britische und japanische Zulieferer überlegen, Huawei den Rücken zu kehren. Eines der wichtigsten Unternehmen hat nun klargestellt, dass sie Huawei weiter mit Chip-Designs beliefern werden.

ARM gilt in diesem Markt als der wichtigste Teilnehmer. Das Unternehmen stellt Designs für Prozessoren bereit, die von Kunden wiederum lizenziert werden können, um dann eigene Prozessoren herzustellen. Auch Huawei setzt auch Chips nach ARM-Architektur, wie zum Beispiel bei der hauseigenen Kirin-Reihe, die in Huawei-Handys zum Einsatz kommen. Das soll auch weiter so bleiben, betont ARM.

Gegenüber Reuters gab jetzt eine Sprecherin von ARM bekannt, dass weiter mit Huawei gearbeitet wird. ARM Limited würde als britisches Unternehmen eben britische Technologien bereitstellen. Von dem US-Bann sieht sich das zur japanischen Softbank gehörende Unternehmen also nicht betroffen. Huawei kann also zunächst mal aufatmen.

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Nun also doch: Rolle rückwärts bei ARM

Der Schritt von ARM kommt etwas überraschend, hatte das Unternehmen doch in der Vergangenheit verlautbart, dass eine Partnerschaft mit Huawei zumindest überprüft werde. Andere Konzerne der Chip-Branche wie Qualcomm, Broadcom und Intel haben Huawei bereits eine Absage erteilt.

Unklar ist aber weiter, ob ARM auch mittelfristig weiter CPU-Architekturen an Huawei verkauft. Der Sprecherin zufolge handele es bei den aktuellen Chips V8 und V9 um britische Technologie, Aussagen über die Zukunft wurden nicht getätigt. Dennoch gibt man sich zuversichtlich, vom US-Embargo nicht betroffen zu sein: „ARM kommuniziert aktiv mit Verantwortlichen über jede Unterstützung unseres Partners HiSilicon (Huawei), und wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir innerhalb der Parameter der gegebenen Richtlinien arbeiten.“

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Für Google als amerikanisches Unternehmen hat die Aussage von ARM aber keine Relevanz. Google ist es weiter untersagt, mit Huawei zusammenzuarbeiten. Huawei wiederum muss bei jetzt auf den Markt kommenden Smartphones im Auslieferungszustand auf den Play Store und weitere Google-Apps und Dienste verzichten. Die US-Regierung bezichtigt Huawei der Spionage, hat dazu aber bislang keine Beweise vorlegen können.

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