Huawei P30 Pro: So viel USA steckt in dem Smartphone

Simon Stich 1

Wo kommen eigentlich die Module her, aus denen das Huawei P30 Pro besteht? Diese Frage bekommt durch den US-Bann eine ganz neue Bedeutung. Es stellt sich heraus: So viele Elemente kommen gar nicht aus den USA – doch Huawei hat weiter ein riesiges Problem.

Huawei P30 Pro: So viel USA steckt in dem Smartphone
Bildquelle: GIGA - Huawei P30 Pro.

Huawei P30 Pro: Nur 15 Teile aus den USA

Smartphones sind immer internationale Projekte. Ein Handy in Eigenregie und ohne fremde Hilfe zu produzieren, ist fast unmöglich. Bis zum US-Bann von Huawei war das auch kein großes Problem – doch nun muss der Konzern ganz genau hinschauen, wo die einzelnen Teile herkommen. Amerikanische Unternehmen dürfen nach Ablauf der 90-Tage-Schonfrist nicht mehr mit Huawei zusammenarbeiten.

Wie viel USA im Top-Smartphone Huawei P30 Pro steckt, wollte Nikkei ganz genau wissen. Also wurde das Handy komplett auseinandergenommen und die einzelnen Bestandteile unter die Lupe genommen. Auf den ersten Blick sieht es für den chinesischen Produzenten gar nicht so schlecht aus: „Nur“ 15 der insgesamt 1.631 Komponenten stammen aus den USA. Das sind zwar nur 0,9 Prozent, aber dennoch sind die Probleme für Huawei gravierend.

Hier die Auflistung von Nikkei. Der Löwenanteil der verbauten Module stammt aus Japan und Südkorea, China und Taiwan sind mit weniger als 100 vertreten. Viele kostspielige Bauteile wie das Display und der Arbeitsspeicher werden allerdings schon direkt in China produziert:

Der US-Bann hat direkte und indirekte Auswirkungen. Sicher wird Huawei alles versuchen, um so viele Elemente wie nur möglich in Eigenregie herzustellen oder von Zulieferern in China zu bekommen. Doch auch Unternehmen aus Japan und Südkorea könnten von den USA unter Druck gesetzt werden, auf Geschäfte mit Huawei zu verzichten.

US-Bann: Nicht nur Hardware selbst betroffen

Huawei ist derzeit nicht nur gezwungen, schnellstmöglich einen Ersatz für Hardware aus den USA zu finden. Auch Patente und Architekturen aus den USA dürften bald nicht mehr genutzt werden. Hinzu kommt noch das Problem mit der Software. Google darf nach Ablauf der 90-Tages-Frist keine Geschäftsbeziehungen mehr mit Huawei aufrechterhalten.

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Huawei arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem eigenen Betriebssystem, was durchaus auch Vorteile mit sich bringen könnte. Der Ausschluss aus dem Play Store von Google dürfte aber – falls es tatsächlich so kommen wird – ein entscheidender Nachteil gegenüber der Konkurrenz sein.

Andere chinesische Hersteller neben Huawei sind wohl auch gerade dabei, nach möglichen Alternativen zur US-Technik und Software zu suchen. Sollte der Bann weitere Handy-Produzenten aus China betreffen, könnte Huawei wiederum profitieren und eigene Lösungen lizenzieren.

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