Diese Beziehung ist komplett zerrüttet und doch ist es verwunderlich, wie sehr Intel keine Gelegenheit auslässt, immer wieder gegen Apple zu lästern. In der aktuellen Episode des Rosenkrieges leistet sich der Chip-Hersteller jedoch einen ordentlichen Fehltritt und schießt am Ende gar ein peinliches Eigentor.

Apple und Intel gehen getrennte Wege. So richtig aber scheint der Chip-Hersteller aus Santa Clara die Trennung noch nicht überwunden zu haben. Anders kann man sich die ständigen Sticheleien gegen den Ex-Partner aus Cupertino kaum erklären. Auch im Zuge der Vorstellung der neuesten und damit 11. Generation von Prozessoren für Notebooks (H-Serie) teilt Intel mächtig aus und putzt Apple aber so richtig runter.

Intel lästert gegen MacBook, schießt am Ende aber nur ins eigene Tor

Von derartigen Tiraden berichtet Alan Dexter von PC Gamer, der kürzlich einer Online-Präsentation von Intels Chef-Performance-Stratege Ryan Shrout beiwohnte. Im Zentrum stand die Überlegenheit der Intel-Technologie im Bereich Gaming. Konkret machte sich Intel über Apples M1-Chip lustig und prahlte damit, dass die meisten populären Videospiele eben nicht auf macOS laufen. Doch damit nicht genug, die Firma hob zudem ein schlechtes Spielerlebnis auf dem Mac hervor, wenn ein Emulator oder eine virtuelle Maschine Anwendung findet. Beispielhaft zeigte man ein Video des Spiels „Valheim“, welches in Parallels auf einem Mac wie „versprochen“ schlecht läuft.

Intels „bestechende Logik“ – ein alter Intel-Prozessor ist langsamer als die neueste Generation. Doch was hat dies mit Apple und dem MacBook genau zu tun? (Bild: Intel)

Soweit wenig verwunderlich und vielleicht sogar noch nachvollziehbar. Doch Intel muss noch einen draufsetzen und präsentiert ein ganz „besonderes“ Diagramm: Dies offenbart, oh Wunder: Apples MacBook Pro unterliegt doch tatsächlich einem PC mit einem Core i5 11400H-Prozessor und einer GeForce RTX 3060 – wer hätte das gedacht? Wenn man genau hinschaut, schießt Intel aber nur ein Eigentor. Man hat sich nämlich ausgerechnet das MacBook Pro mit 16-Zoll-Display als Gegner rausgesucht. Dumm nur, dieses besitzt noch immer einen Intel-Chip, exakt einen älteren Core i9 9980HK, komplettiert mit einer AMD Radeon Pro 5600M.

Kurz gesagt: Intel beweist damit am Ende nur, dass ein Rechner mit älterer Intel-CPU langsamer ist als ein Rechner mit neuen Intel-Chips. Wer konnte denn damit rechnen? Den unsäglichen und nichtssagenden Vergleich zweier komplett unterschiedlicher Grafiken (AMD vs. Nvidia) berücksichtigen wir da noch gar nicht. Aber Intel kümmert dies nicht, die behaupten auf Grundlage dieses Vergleichs doch allen Ernstes: Der Intel-basierte PC bietet ein mehr als 100 Prozent besseres Spielerlebnis als der Mac-Laptop – wirklich?

Bereits zuvor meinte Apple mit derartigen Werbespots gegen Apple schießen zu müssen:

Justin Gets Real: Der Mac läuft zu Intel über

Persönliche Meinung zum Thema

Meine Meinung: Was die jüngste Episode tatsächlich zeigt, ist eher Intels verzweifelte Versuche gegen den neuen „Hassgegner“ Apple mit allen Mitteln zu kämpfen. Da bleibt die Logik auch schon mal auf der Strecke. Mit meiner Feststellung bin ich da auch nicht allein, auch Alan Dexter von PC Gamer muss am Ende resümieren:

„Um ehrlich zu sein, Gaming auf einem Mac ist absolut Mist, und es ist nichts, was ich tun möchte. Aber ich bin immer noch überrascht, dass Intel so wütend über all das ist. Ich habe sogar gefragt, ob Intel seine Brücken zu Apple abgebrochen hat? Die Antwort war, dass Apple sehr öffentlich über den Wechsel zu eigenen Prozessoren gesprochen hat und dass sie jetzt Konkurrenten sind. In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt, denke ich.“