Macht sich da etwa Enttäuschung breit? Wer auf neue Hardware auf Apples WWDC 2021 hoffte, der wurde eines Besseren belehrt. Heute hatten Tim Cook und Kollegen tatsächlich nur Software-Neuigkeiten im Gepäck – für mich persönlich stachen dabei 7 Highlights hervor. Neugierig? Ich verrate euch übrigens im Artikel auch, warum es meiner Einschätzung nach keine neue Hardware zu sehen gab.

 

WWDC: Darum ist die Apple-Veranstaltung so bedeutend

Facts 

Wie erwartet standen die neuen Betriebssysteme von Apple im Mittelpunkt, fast zwei Stunden wurde am Stück auf der virtuellen Keynote zur WWDC 2021 gesprochen und präsentiert. Ich versuche erst gar nicht, alle Informationen der Reihe nach und vollständig wiederzugeben. Stattdessen gibt's von mir an dieser Stelle 7 echte Highlights, mit denen mich Apple tatsächlich begeistern konnte. Am Ende verrate ich euch übrigens, warum wir kein neues MacBook Pro zu Gesicht bekamen.

1. FaceTime in iOS 15, iPadOS 15 und macOS 12

Apples Video- und Audiokonferenzsoftware wird endlich erwachsen und durchbricht erstmals Systemgrenzen. Richtig gehört, wer möchte, lädt Freunde und Bekannte zur FaceTime-Konferenz ein, selbst wenn die kein iPhone, iPad oder einen Mac besitzen. Ein einfacher Link zum Teilen reicht. Windows- und Android-Nutzer nehmen dann einfach per Webbrowser daran teil. Wenn jetzt Apple noch iMessage öffnen würde ... ich träume und schweife ab. Noch erwähnenswert, die künstliche Intelligenz rechnet störende Hintergrundgeräusche heraus, die Sprache steht im Mittelpunkt – quasi Noise-Cancelling mal „andersrum“. Umgekehrt funktioniert es mit den Mikros aber auch, dann hört man auch jede noch so kleine Stecknadel fallen – toll.

FaceTime in iOS 15, iPadOS 15 und macOS 12

2. „Live Text“ in iOS 15

Android-Nutzer mögen ein wenig Schmunzeln, schließlich hört sich „Live Text“ ein wenig nach Google Lens an, speziell aber eben für Text und Nummern auf Fotos – live und auf Bildern in der Galerie. Kurz erklärt handelt es sich um eine eingebaute Texterkennung. Studenten werden das Feature lieben, nie wieder Tafelbilder abtippen. Ein Traum wird wahr, was hätte ich nur dafür vor 25 Jahren an der Uni gegeben.

iOS 15: Apple demonstriert "Live Text"

3. AirPods Pro mit „Conversation Boost“ in iOS 15

Abgefahren, die ausgeklügelte Technik der AirPods Pro macht aus den Ohrhörern quasi kleine Hörgeräte. Direkte Gespräche werden, vereinfacht ausgedrückt, „durchgeschleift“ und verstärkt. Sehr hilfreich für Menschen mit kleineren Hörproblemen beziehungsweise wenn Umgebungsgeräusche zu sehr stören.

Apples neue AirPods-Features mit iOS 15

4. iPadOS 15 mit einem Knaller

Apple spendiert dem Tablet-OS endlich echte Widgets und die App-Mediathek des iPhones – geschenkt. Schon spannender fand ich da das vereinfachte Multitasking. Jedoch der echte Hammer und ein Knaller ist gar kein Feature für den Normal-User. Mit iPadOS 15 lassen sich nämlich erstmals Apps entwickeln, ohne den Mac zu bemühen. Dies dürfte der Entwickler-Szene nochmals einen kräftigen Push geben und für jede Menge mehr Apps von bisher unbekannten Talenten sorgen.

iPadOS 15: Was ist neu?

5. Warum man sich jetzt zwei HomePod minis kaufen sollte

Geniale Idee, in Zukunft lässt uns Apple den HomePod mini als kabellosen Lautsprecher für den Apple TV 4K verwenden. Idealerweise verbinden wir gleich zwei Stück davon für den Stereogenuss. Ein solches Setup dürfte jeden Fernseher aufwerten und Apples Umsätze nochmals wachsen lassen.

6. Universal Control in macOS 12 (Monterey)

Die Zusammenarbeit zwischen Mac und iPad wird jetzt auf die Spitze getrieben, denn mit Universal Control verwenden wir kurzerhand zur gleichen Zeit Tastatur und Trackpad eines Macs wie von Zauberhand mit einem iPad – den Mauszeiger ähnlich wie beim erweiterten Bildschirm über den Displayrand bewegen und schon lassen sich die Eingabegeräte am „Zweitgerät“ weiterverwenden. Noch besser: Elemente lassen sich einfach per „Drag and Drop“ austauschen. Noch immer nicht genug? Wir können auch noch mehr Geräte ins Spiel bringen. Beispielsweise einfach über zwei Macs und ein iPad gleichzeitig „hinwegarbeiten“. Krasse Sache!

macOS 12 Monterey: Die Highlights

7. Der Mac wird zum AirPlay-Lautsprecher mit Display

Endlich geht auch das, der Mac kann nicht nur Daten per AirPlay an Apple TV, HomePod und Co. senden, sondern wird auch selbst zum AirPlay-Lautsprecher- und Display. Besonders beim iMac mit seinen neuen Lautsprechern eine sinnvolle Möglichkeit.

Und warum gab es nun kein neues MacBook Pro zu sehen?

Schon im Vorfeld gab es ja vertrauenswürdige Berichte, die eine Verfügbarkeit der neuen Modelle in 14 und 16 Zoll frühestens zum Jahresende versprachen. Äquivalent zum letzten Mac Pro und iMac Pro hätte man die Geräte zwar zeigen, aber eben nicht verkaufen können. Ein Problem für Apple, denn dann hätte niemand mehr zu den aktuellen Geräten gegriffen, und dies über einen Zeitraum von fast 6 Monaten. Undenkbar für Apple, der Rubel muss schließlich rollen. Bei Mac Pro und iMac Pro stellte sich die Problematik damals nicht wirklich, denn die hatten keine direkten Vorgänger beziehungsweise im Fall des Mac Pro war dieser nur noch eine „lebende Leiche“ ohne jedwede Bedeutung für den Umsatz. Beim MacBook Pro ist dies gänzlich anders.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.