Der Konkurrenzkampf mit Steam kommt Epic Games anscheinend teuer zu stehen. Das Unternehmen macht immense Verluste – Präsident Tim Sweeney zeigt sich aber trotz der Zahlen mit der Strategie zufrieden.

Um mit Steam konkurrieren zu können, investiert Epic Games astronomische Summen in (zeitlich) exklusive Spiele-Deals und Gratis-Games, die im Epic Store angeboten werden. Im Rahmen des Rechtsstreits zwischen Apple und Epic behauptet Apple nun, dass Epic mit dieser Strategie mindestens 330 Millionen US-Dollar (umgerechnet ca. 277 Millionen Euro) Verlust macht. Epic-Präsident Tim Sweeney bestreitet dies nicht, sondern zeigt sich auf Twitter stolz auf die Vorgehensweise.

Epic Games: Teure Investitionen in Exklusivitätsrechte

Allein 2020 hat Epic Games ungefähr 444 Millionen US-Dollar für sogenannte „Minimum Guarantees“ gezahlt – Anzahlungen für zeitlich begrenzte Exklusivrechte, mit denen bestimmte Spiele zum Beispiel ein Jahr lang nur im Epic Games Store und nicht auf Steam verfügbar sind. 2019 zahlte Epic beispielsweise 10,45 Millionen US-Dollar allein für die Exklusivrechte von Control.

Im Jahresbericht von 2020 gibt Epic Games an, dass Spieler die letzten zwölf Monate über im Epic Games Store rund 700 Millionen US-Dollar ausgegeben haben – davon bezogen sich allerdings nur 265 Millionen US-Dollar auf Spiele von Drittentwicklern. Dies bedeutet einerseits, dass die Epic-eigenen Spiele noch immer einen Großteil des Umsatzes der Plattform ausmachen, andererseits aber auch, dass die ausgezahlten „Minimum Guarantees“ bei Weitem nicht wieder hereingeholt werden konnten.

Während Apple diese Zahlen als Beweis anführt, dass der Epic Games Store voraussichtlich nicht bis 2027 Profit erwirtschaften wird, nahm Epic-Präsident Tim Sweeney auf die Berichte via Twitter Bezug und klang dabei alles andere als besorgt, sondern verteidigte die Strategie als fantastischen Erfolg:

Epic Games: Gratis-Games weiter Teil des Konzepts

Während Apple die obigen Zahlen als Verluste deklariert, bezeichnet sie Epic Games als Investitionen. Auch die populären Gratis-Games zählen in diese Kategorie: Während ihr euch gewöhnlich ein Spiel pro Wochen schnappen könnt, bekommt ihr am 15. April sogar gleich drei Gratis-Games: Deponia: The Complete Journey, Ken Follett's The Pillars Of The Earth und The First Tree. Epic scheint also trotz der neu-veröffentlichten Zahlen keinesfalls am eigenen Geschäftsmodell zu zweifeln.

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