In Kanada wird EA von einigen Spielern verklagt. Der Vorwurf ist nicht neu, dem Publisher wird vorgeworfen, mit Lootboxen ein illegales System in die Spiele zu integrieren.

 

Electronic Arts

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Laut einem Bericht von The Patch Notes kommt die Klage von den beiden Spielern Mark Sutherland und Shawn Moore, die beiden in den Sportsimulationen Madden und NHL Lootboxen gekauft haben. Sie werfen EA vor, ein illegales Glückspiel durch die Lootboxen in ihren Spielen zu betreiben.

Zu dem Schluss, dass Lootboxen illegal sind, kommen die Kläger aufgrund des Glücksspielgesetzes in Kanada, nach dem EA eine Lizenz für das Betreiben benötigt. Da es bei Lootboxen keine Möglichkeit gibt, die Raten der möglichen Gewinne zu sehen, sollen diese als Glücksspiel zu betrachten sein. Die Klage lautet also nicht „Lootboxen sind illegal“, sondern „Lootboxen sind Glücksspiel und weil EA keine Lizenz hat, ist es illegal“.

Das Besondere an der Klage

Es geht nicht nur im Madden und NFL sondern fast alle Spiele von EA, die seit 2008 mit Lootboxen beinhalten. Es handelt sich außerdem um eine Sammelklage, das bedeutet, die beiden Kläger klagen nicht nur für sich selbst, sondern für jeden Kanadier, der Lootboxen in einem EA-Spiel gekauft hat.

Die Experten des Blogs The Patch Notes berichten jedoch, dass die Klage nicht von ein paar wütenden Gamern kommt, sondern „eine gut formulierte Forderung eines erfahrenen Anwalt-Teams, das darauf spezialisiert ist, solche Dinge gegen große Unternehmen voranzutreiben“.

Das Schlimmste, was EA in diesem konkreten Fall passieren könnte, wären Schadensersatzforderungen von kanadischen Spielern. Ein Sieg, wenn es zum Prozess kommt, könnte jedoch den öffentlichen Druck auf EA erhöhen und auch die Regierung zum Einschreiten zwingen. Eine Klassierung von Lootboxen als Glücksspiel muss von der Regierung vorgenommen werden. Die Klage von Sutherland und Shawn ist eine zivilrechtliche Angelegenheit zwischen zwei privaten Parteien. Eine Gesetzesänderung kann dadurch nicht erfolgen. Das diese Möglichkeit besteht, zeigt das Beispiel Belgien, dort gelten Lootboxen offiziell als Glücksspiel.