MediaMarkt und Konzernschwester Saturn dominieren den Elektronikhandel in Deutschland – zumindest bislang. Denn jetzt greift die niederländische Kette Coolblue an. Wir haben uns den ersten Flagship-Store in Düsseldorf angeschaut.

 
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Eine exklusivere Adresse hätte sich Coolblue kaum aussuchen können: Im Kö-Bogen 2 in Düsseldorf feiert der Elektronikhändler aus den Niederlanden sein Debüt in Deutschland. Der Glaspalast, der die größte Grünfassade Europas sein Eigen nennen darf, bietet auf 2.600 Quadratmetern Platz für über 1.000 Produkte, wie Coolblue selbstbewusst unterstreicht. „Die Filiale im Kö-Bogen ist unsere Visitenkarte für Deutschland“, sagte Coolblue-Gründer Pieter Zwart Ende August. Zur Eröffnungsfeier waren wir vor Ort in Düsseldorf und haben die erste Filiale von Coolblue genauer unter die Lupe genommen.

MediaMarkt-Alternative Coolblue eröffnet in Düsseldorf ersten Flagship-Store

Schmutz hinwerfen und absaugen lassen: Auf Testflächen können Kunden Saugroboter direkt ausprobieren.

Absetzen von den großen Konkurrenten MediaMarkt und Saturn möchte sich Coolblue vor allem mit dem Service. Zwar wolle die Elektronikkette auch beim Preis wettbewerbsfähig sein, doch mit Kampfpreisen von jedem kleinen Onlinestore möchte das Unternehmen nicht mithalten. Fokus werde vor allem auf den Vor-Ort-Service gelegt, der unmittelbare Kundeneindruck in der Filiale stehe im Vordergrund. Das zeigt sich direkt an mehreren Ecken im Store. So können Kunden zum Beispiel die Saugroboter direkt vor Ort ausprobieren und die kleinen Haushaltshelfer Dreck aufsaugen lassen.

Clevere Idee: Auf den TV-Geräten können Kunden die Unterschiede zwischen FHD und 4K, 50 Hz und 100 Hz usw. direkt vergleichen.

Clever ist auch die Umsetzung der TV-Ecke. Auf jedem Gerät sind nicht nur direkt auf dem Bildschirm relevante Eckdaten wie Größe, Auflösung, Energieeffizienz und natürlich der Preis zu sehen, alle dort ausgestellten Fernseher zeigen auch das gleiche Bild – aber in unterschiedlichen Ausführungen. Einmal in Full HD und 4K, einmal mit 50 Hz und 100 Hz, einmal in SDR und HDR. So werden Kunden an die Hand genommen und können die Unterschiede mit dem eigenen Auge sehen.

Es soll ein Kaffeevollautomat sein? Bei Coolblue kann man die Geräte auch ausprobieren.

Der Service-Gedanke setzt sich auch bei anderen Produkten fort, etwa den Kaffeevollautomaten. Denn technische Daten sind das eine, Bedienung und vor allem Geschmack das andere. Das weiß auch Coolblue und ermöglicht den Kunden in der dortigen Kaffeebar die jeweiligen Kaffeevollautomaten auch auszuprobieren, sprich: sich einen frisch gebrühten Kaffee zu machen und den Geschmack zu vergleichen. Spontan geht das allerdings nicht, solche Termine muss man vorher online ausmachen.

In der Mitte ein Spiegel – damit man sofort erkennt, ob man mit den Kopfhörern auch stylisch aussieht.

Praktisch ist auch das „Wohnzimmer“, das zum Ausprobieren unterschiedlicher Soundbars einlädt. Apropos Sound: Auch die mittlerweile so beliebten In-Ear- und Over-Ear-Kopfhörer bietet Coolblue an. Wie auch bei anderen Elektronikhändlern lässt sich der Klang letzterer vor Ort vergleichen, doch die Niederländer denken ein Stück weiter und haben am Stand noch einen kleinen Spiegel montiert. Kunden können so direkt checken, ob sie mit den Kopfhörern auch stylish aussehen – sinnvoll.

Wer Beratung braucht, muss nicht auf Mitarbeiter-Jagd gehen. Service-Terminal sei Dank.

Im ganzen Store gibt es leicht verständliche Erklärungen zu allen Produkten. Wer trotzdem einmal Beratung braucht, trifft auf hilfreiche und freundliche Mitarbeiter. Die muss man auch nicht suchen: Über ein Touchscreen-Terminal kann man sich einen Coolblue-Mitarbeiter kommen lassen.

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Coolblue will Deutschland Stadt für Stadt erobern

Shoppen kann anstrengend sein, deshalb bietet Coolblue den Kunden kostenlosen Kaffee.

Der Store in Düsseldorf soll nur einer von vielen werden. Coolblue will in ganz Deutschland expandieren, zuerst in NRW. „Wir nehmen uns den deutschen Markt Stadt für Stadt vor“, so Firmengründer Zwart. In welchen Städten Coolblue als Nächstes aufschlägt, wollte eine Sprecherin des Unternehmens noch nicht verraten. Das mache Coolblue vor allem von der Verfügbarkeit einer passenden Immobilie abhängig. Auch deshalb habe sich Coolblue zuerst für Düsseldorf entschieden, denn der Kö-Bogen 2 bot die ideale Gelegenheit für das Debüt in Deutschland.

Wir finden: Der erste Eindruck ist auf jeden Fall gelungen! Man merkt Coolblue an, dass der Service-Gedanke mehr als nur eine PR-Floskel ist und sich das niederländische Unternehmen wirklich Gedanken um die Kunden und das Shopping-Erlebnis macht. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Expansion in NRW und dann in ganz Deutschland zügig voranschreitet.