Das Aus für das 9-Euro-Ticket ist beschlossene Sache: Die Billig-Fahrkarte für den Nah- und Regionalverkehr wird wie geplant Ende August auslaufen, daran lassen Kanzler und Verkehrsminister keinen Zweifel. Zumindest die Bürger in NRW dürfen sich aber auf ein kleines Trostpflaster freuen, das den Abschiedsschmerz etwas lindert.

Das 9-Euro-Ticket bleibt wohl ein einmaliges Sommermärchen. Trotz vielfacher Wünsche und Vorschläge ist eine Verlängerung oder Anschlussregelung nicht in Sicht. Ende August ist also Schluss mit den günstigen Fahrten im bundesweiten Nah- und Regionalverkehr. Direkt im Anschluss findet aber die sogenannte „Abo-Aktion“ von mehreren NRW-Verkehrsverbünden statt, die die Lücke des 9-Euro-Tickets zumindest etwas ausfüllt.

Abo-Aktion statt 9-Euro-Ticket für NRW-Einwohner

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), der Aachener Verkehrsverbund (AVV) und der Westfalentarif nehmen an der Aktion teil. An allen Wochenenden im September und Oktober 2022, in den Herbstferien und am Tag der Deutschen Einheit können Abo-Kunden ohne Zusatzkosten durch NRW fahren, die vier Verkehrsverbünde decken das gesamte Gebiet des Bundeslandes ab.

Ebenfalls inbegriffen sind einigen Fahrten in benachbarte Bundesländer wie etwa Rheinland-Pfalz und Niedersachsen und sogar in die Niederlande. Im Gegensatz zum 9-Euro-Ticket ist die Mitnahme von Fahrrädern und Personen an den Aktionstagen inklusive, Hunde fahren grundsätzlich kostenlos mit. Alle weiteren Details und Regelungen zur Abo-Aktion gibt es auf einer Sonderseite des Landes NRW.

Was ihr zum 9-Euro-Ticket wissen müsst:

9-Euro-Ticket: So geht’s günstig quer durch Deutschland Abonniere uns
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Nachfolger des 9-Euro-Ticket: Verschiedene Vorschläge auf dem Tisch

Mit dem 9-Euro-Ticket kam Bewegung in den angestaubten ÖPNV in Deutschland. Dass das günstige Ticket nahtlos fortgeführt wird, gilt als ausgeschlossen – zu teuer, so Verkehrsminister Volker Wissing (FDP). Auch Bundeskanzler Scholz hat klargemacht, dass es keine Fortsetzung geben wird. Gerungen wird aber über eine Anschlussregelung. Dazu stehen viele Vorschläge im Raum – etwa das Länder-PlusTicket des VCD oder das 365-Euro-Ticket der Linkspartei. Niedersachsen denkt hingegen laut über ein „norddeutsches Modell“ nach.