Anzeige
Anzeige
Für Links auf dieser Seite erhält GIGA ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. GIGA
  2. Tech
  3. Mobility
  4. Nach Twitter-Kauf: Elon Musk lässt Tesla bluten

Nach Twitter-Kauf: Elon Musk lässt Tesla bluten

Elon Musk ist Chef von X (ehemals Twitter) und Tesla. (© Imago / NurPhoto)
Anzeige

Elon Musk ist Chef von X (ehemals Twitter) und Tesla in Personalunion. Schon seit der Milliardär Twitter übernommen hat, schürt das die Sorgen von Tesla-Fans und -Anlegern – nicht grundlos, wie sich jetzt zeigt. Denn Musk zieht X bei wichtigen und vor allem knappen KI-Chips von Nvidia vor, während der E-Auto-Hersteller zusehen kann, wo er bleibt.

Wegen Twitter: Elon Musk lässt Tesla auf Nvidia-Chips warten

Musks Vorgehen geht aus internen Mails des Chipherstellers Nvidia hervor. Demnach soll Elon Musk Nvidia schon vor Monaten angewiesen haben, große Mengen der wichtigen H100-Grafikprozessoren, die für Tesla vorgesehen waren, stattdessen an Twitter/X und das neugegründete Startup xAI zu liefern.

Anzeige

Konkret geht es um 12.000 GPUs, bei denen X in der Warteliste vorgezogen wurde, wie der US-Sender CNBC berichtet. Die H100-Einheiten von Nvidia gehören zu den begehrtesten Modulen für KI-Anwendungen, die derzeit auf dem Markt zu haben sind. Google, Amazon, Meta, Tesla, OpenAI mit seiner Vorzeige-KI ChatGPT – sie alle und viele mehr setzen für ihre KI-Anwendungen auf die Nvidia-Produkte.

Während X und xAI mit den vorgezogenen GPUs ausgestattet zumindest für den Moment gut ausgestattet sein dürften, musste der E-Auto-Hersteller mehrere Monate länger auf seine Bestellung warten, wie aus Nvidias internen Unterlagen hervorgeht.

Anzeige

Bei diesen Unternehmen hat Elon Musk seine Finger im Spiel:

Elon Musks Unternehmen: Das sind die größten Projekte des Tesla-Chefs Abonniere uns
auf YouTube

Tesla soll mit den KI-Anwendungen eigentlich das autonome Fahren voranbringen. Über die Software sollen E-Autos dazu in der Lage sein, perspektivisch weitgehend autonome Assistenzfunktionen anzubieten oder sogar eigenständig fahren und als Robo-Taxis genutzt werden können.

Anzeige

Beim letzten Earnings Call von Tesla hatte Musk noch angegeben, dass der E-Auto-Bauer dafür seine Bestellungen bei Nvidia aufgestockt habe. Von 35.000 aktiv genutzten H100 wolle man bis zum Ende des Jahre auf 85.000 Stück kommen. Insgesamt werde Tesla in 2024 10 Milliarden US-Dollar in KI-Training investieren, so der Tesla-Chef später bei Twitter.

Besonders brisant daran: Seit Musk Twitter – heute X – übernommen hat, wird das Unternehmen nicht mehr an der Börse gelistet. Es wird letztlich privat von Musk geführt. Anders als Tesla, wo sich der umstrittene Milliardär mit den Anliegen der Unternehmenseigner auseinandersetzen muss. Viele von ihnen werfen Musk schon seit er Twitter gekauft hat vor, dass er Tesla vernachlässige.

Musks Hin und Her zwischen Tesla und X hinterlässt bitteren Nachgeschmack

Mit dem Nvidia-Schritt haben sie nun mehr als nur ein schlechtes Gefühl an der Hand. Denn letztlich hat Musk sein eines Unternehmen bevorzugt, bei dem er zudem alle Zügel in der Hand hält, während das andere dafür in der Luft hängen gelassen wird. Weder Nvidia noch X oder Tesla haben sich CNBC zufolge offiziell zu der Sache geäußert.

Felix Gräber
Felix Gräber, GIGA-Redakteur, Experte für E‑Autos, Mobilität und Verbraucher-Themen

Selbst Elon Musk hat Grenzen. Mit den Unternehmen X, Tesla, SpaceX, Neuralink, The Boring Company und xAI kann er nicht allen seinen Projekten die volle Aufmerksamkeit widmen. Das allein sollte schon die Frage aufwerfen, ob der Manager seinen Aufgaben dort noch gerecht wird – zumindest dort, wo seine Position von der Zustimmung anderer abhängt. Wenn Musk aber aktiv ein Unternehmen hinhält und damit ein anderes bevorzugt, hat das mehr als nur einen üblen Beigeschmack.

Musk hat nach Bekanntwerden seiner Umleitung der GPUs von Tesla zu X über einen Tweet angegeben, dass Tesla für die Chips nicht den nötigen Platz gehabt habe:

Die GPUs von Nvidia hätten beim E-Auto-Bauer noch nicht genutzt werden können und hätten stattdessen nur „im Lager gelegen“. Ob das allein als Rechtfertigung ausreicht, wird sich zeigen. Dass Musk direkte Folgen zu spüren bekommt, ist unwahrscheinlich.

Anzeige