Früher oder später werden sie aufschlagen, die neuen AirPods von Apple. Bei manchen Zeitgenossen mag die Wunschliste an technischen Features groß sein, bei mir jedoch konzentriert sich das Begehren hingegen auf eine einzige Bitte – ehrliche Preise! Ein Kommentar von Sven Kaulfuss, Senior Editor bei GIGA.

 
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Neue AirPods sind im Anmarsch, Nummer 3 von Apple kommt wahrscheinlich noch in diesem Jahr, die AirPods Pro 2 hingegen wohl erst 2022. Spekulationen gibt's hinsichtlich neuer Features und frischer Formen, doch die sollen in meinem Kommentar mal keine Erwähnung finden. Mir geht's um ein ganz anderes Thema – die Preise.

Auf Ansage: Neue AirPods erleiden extremen Preisverfall

Vorab: Ich störe mich weniger an Apples allgemein hohem Preisniveau. Bin ich gewöhnt, immerhin kaufte ich meinen ersten Mac bereits vor weit über 25 Jahren und blieb dem Apfel dennoch treu. Hohe Preise aus Cupertino? Kenne ich, kann ich mit leben. Ein Problem habe ich dabei jedoch mit der Beständigkeit dieser bei den AirPods. Keine andere Produktkategorie des iPhone-Herstellers ist einem solch extremen Preisverfall ausgesetzt.

Jüngstes Beispiel die AirPods Max. Apples teuerster Kopfhörer war lange Zeit Mangelware, auch deswegen verblieben die Preise um die 600 Euro – eine stabile Situation. Spätestens im Mai setzte jedoch der Absturz ein, aktuell bekommt man sie schon für knapp 460 Euro im Markt – ein rapider Verfall von weit über 20 Prozent. Bei Apple kosten sie natürlich immer noch über 600 Euro, falls man so verrückt ist und noch direkt beim Hersteller kauft.

Was für ein Absturz, in sehr kurzer Zeit verlieren die AirPods Max ihr einst hohes Preisniveau (Bild: Idealo).

Und da wo die Preise jetzt sind, bleiben sie auch. Ich erinnere an die AirPods Pro, die kosten bei Apple unverändert knapp 280 Euro, hingegen gibt's sie schon seit mehr als einem Jahr für meist nicht mehr als 200 Euro im freien Handel.

Andere Apple-Produkte erweisen sich da als wesentlich preisstabiler. Doch warum ist dies so? Die Erklärung ist einfach: Apple gibt die Gewinnmargen vor, die fallen offensichtlich bei den AirPods wohl höher aus, als bei iPhone und Co. Solange die Ware knapp ist, wird kein Händler freiwillig die Preise senken. Sind dann genügend Produkte auf Lager, gilt dies meist auch für die Konkurrenz. Jetzt fallen die Preise, und zwar soweit es die Marge zulässt. Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben.

Schon gewusst? Mit iOS 15 spediert Apple den AirPods zahlreiche neue Funktionen, im Video gibt es sie schon zu sehen:

Apples neue AirPods-Features mit iOS 15

Der einhellige Rat: Warten, nicht kaufen

Für potentielle Käufer der AirPods bedeutet dies: Wer warten kann, kauft kein neues Modell in den ersten 6 Monaten, sondern wartet ab. Da die Kopfhörer auch nicht jährlich erneuert werden, kann man dann immer noch bedenkenlos zugreifen. Nur wer zu viel Geld hat oder es halt nicht besser weiß, zahlt zwangsweise Apples „Early-Adopter-Steuer“.

Irgendwie frustrierend, oder? Ich wünsche mir von Apple an dieser Stelle dann lieber gleich „ehrliche Preise“. Der Hersteller hat es in der Hand, notfalls halt über eine Margenkürzung oder eine verstärkte Kontrolle der Vertriebskanäle. Etwas, was Apple eigentlich kann und in den letzten 20 Jahren auch unter Beweis gestellt hat. Zwar gibt's das iPhone beispielsweise im Handel auch schon mal günstiger, aber meist bleibt das Niveau gleichbleibend hoch. Nur bei den AirPods versagt Apples Kontrolle und Einfluss. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum dies so ist.

Was man auch nicht vergessen darf: Der negative Effekt dieser Situation auf die treue Kundschaft. Kundinnen und Kunden, die beherzt bei den neuesten AirPods zugreifen, könnten sich am Ende leicht veräppelt fühlen – auch nicht schön für Apple und das Image. Also, Nachbesserung ist erwünscht.