HMD Global als Hersteller von Nokia-Handys steckt in der Krise: Neuen Zahlen zufolge wurden 2019 deutlich weniger Handys verkauft als noch im Jahr zuvor. Besonders Mittelklasse-Smartphones der Nokia-Marke haben mit starker Konkurrenz zu kämpfen. Lässt sich der Trend noch umkehren?

 

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Nokia: Handy-Verkäufe stark zurückgegangen

Neuen Zahlen von Counterpoint Research zufolge hat HMD Global im vergangenen Jahr fast ein Drittel weniger Smartphones verkaufen können als zuvor. Noch schlechter sehen die Zahlen aus, wenn nur das jeweils letzte Quartal angeschaut wird. Hier muss der Hersteller von Nokia-Handys einen Rückgang von satten 41 Prozent verkraften. Lediglich bei klassischen Feature Phones gibt es mit dem leichten Anstieg der Verkaufszahlen von einem Prozent einen kleinen Lichtblick, wie Nokiapoweruser berichtet.

In Stückzahlen betrachtet wird das Problem noch deutlicher. HMD Global konnte im Jahr 2018 noch 17,6 Millionen Handys verkaufen, ein Jahr später sind es dann nur noch 12,9 Millionen. Im direkten Vergleich des letzten Quartals gingen nur noch 2,8 statt 4,8 Millionen Nokia-Handys über die Ladentheke. Bei den Feature Phones hingegen greifen Kunden gerne zu Handys von Nokia, hier konnten im letzten Quartal 2019 gleich 15 Millionen Telefone verkauft werden. Ein Grund für knallende Sektkorken ist das aber nicht: Im Jahresvergleich ist hier auch ein deutlicher Rückgang von 64,8 auf 53,5 Millionen Einheiten zu verbuchen.

Nokia: Konkurrenz einfach zu groß?

HMD Global konzentriert sich bei seinen Smartphones eher auf die Mittelklasse, muss hier aber mit starker Konkurrenz aus China leben. Insbesondere Xiaomi und Huawei lassen Nokia-Handys in den Regalen stehen. Zuletzt kam das Nokia 6.2 und 7.2 auf den Markt, allerdings mit vergleichsweise langsamen Prozessoren (Snapdragon 636 und Snapdragon 660). Günstiger als Xiaomis und Huaweis Alternativen sind die Handys von HMD Global auch nicht.

Mehr zum Nokia 7.2 gibt es hier in unserem Hands-On-Video:

Nokia 7.2 im Hands-On: Mittelklasse-Smartphone mit Zeiss-Triple-Kamera

Der Hersteller versucht zwar in anderen Bereichen zu punkten, doch das Konzept scheint bei Kunden nicht richtig anzukommen. Einige Handys von HMD Global kommen mit einem „reinen“ Android auf den Markt, es wird also auf Anpassungen und eigene Apps größtenteils verzichtet. So können Updates des mobilen Betriebssystems deutlich schneller verteilt werden, was dem Hersteller in der Praxis auch oft gelingt.

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HMD Global: Wir haben aus Fehlern gelernt

Aufgeben wird man bei HMD Global sicher nicht. Dass man aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, möchte man mit dem Tophandy Nokia 9.2 zeigen. Beim Vorgänger, dem Nokia 9 PureView, war der Hersteller in die Kritik geraten, da leicht veraltete Hardware zum Einsatz kam.

Wie sich ein Designer den Nachfolger des Nokia 9 PureView vorgestellt hat, erfahrt ihr in der Render-Bilderstrecke:

Bilderstrecke starten(10 Bilder)
Nokia 10 PureView: So könnte das Kamera-Handy mit 6 Linsen aussehen

Beim Nokia 9.2 hingegen soll sich dieser Fehler nicht wiederholen – das Handy wird zwar stark verspätet auf den Markt kommen, soll dafür aber mit dem schnelleren Snapdragon 865 ausgestattet sein. Zuvor war anscheinend geplant gewesen, den älteren Prozessor Snapdragon 855 einzusetzen. Möglicherweise setzt HMD Global auch auf eine neue Kameratechnik unter dem Display.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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