Peinlich: Xiaomi nutzt Material von Apple, um eigenes Produkt zu bewerben

Simon Stich 3

Mimoji? Memoji? Der bizarre Streit zwischen Xiaomi und Apple rund um animierte Charaktere geht in die nächste Runde. Jetzt wurde der chinesische Hersteller dabei erwischt, mit Apples Memoji Werbung betrieben zu haben. Xiaomi weist die Vorwürfe zurück.

Xiaomi zeigt „versehentlich“ Apples Memoji

Sollte die Welt heute untergehen, dann bliebe die wohl wichtigste Frage unbeantwortet: Wer hat denn nun die kleinen Animationen, Memoji oder Mimoji genannt, von wem abgeschaut? Xiaomi ist sich sicher, dass sie den Anfang gemacht haben – doch ganz so klar ist die Lage dann doch nicht, wie sich jetzt wieder mal zeigt.

Xiaomi wurde nämlich dabei erwischt, wie sie die Apple-Variante der animierten AR-Charaktere für eine eigene Produktseite benutzt haben. Statt auf die hauseigenen Mimoji zu setzen, sollen laut Android Community bei der Seite für das Xiaomi Mi CC9 die Memoji der Konkurrenz zu sehen gewesen sein. Auch ein Hinweis auf Apple Music war nicht zu übersehen, heißt es.

Xiaomi kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und gibt bekannt, dass es sich bei dem Upload um „ein Versehen“ gehandelt habe. Eigentlich sollten natürlich die eigenen Mimoji auf der Produktseite zum neuen Smartphone zu sehen seien. Wie es dazu kommen konnte und warum Apples Memoji überhaupt als eine Art Backup auf den Xiaomi-Servern verfügbar waren, werden wir wohl nie erfahren.

Von Apple selbst gibt es übrigens noch keinen Kommentar. Gut möglich, dass man sich auch weiter nicht öffentlich zu dem Thema äußern möchte.

Wie die Charaktere von Apple aussehen, erfahrt ihr hier in der Bilderstrecke:

Bilderstrecke starten(9 Bilder)
iOS 12: Das sind Memojis – und so erstellt man sie

Xiaomi: Unsere Mimoji waren zuerst da

Der chinesische Hersteller zeigt sich derzeit eher dünnhäutig, wenn es um das Thema Mimoji versus Memoji geht. Xiaomi zufolge wurden die Mimoji bereits im Mai 2019 konzipiert, während Apple erst einen Monat später dran war. Apples AR-Charaktere wurden zudem von Animoji in Memoji umbenannt. Name, Funktion und Aussehen der Animationen sind bei beiden Konzernen nahezu identisch.

In einem längeren Statement weist Xiaomi darauf hin, dass es nun sogar „interne Ermittlungen“ geben werde. Auch rechtliche Schritte werden nicht ausgeschlossen, sollte es „zu weiteren Falschaussagen“ kommen: „Xiaomi legt großen Wert auf geistiges Eigentum und hat eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Plagiaten. Sollte sich der Vorwurf bestätigen und man es beweisen können, wird sich das Unternehmen entschuldigen. Wenn der Ankläger es nicht beweisen kann, wird man rechtliche Schritte gegen ihn einleiten.“ Gemeint ist damit ein Nutzer des Netzwerks Weibo, der den Stein ins Rollen brachte.

Wie auch immer die ganze Sache ausgehen wird, Xiaomi bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Ganz im Gegenteil wirkt die Kommunikation fast panisch und vollkommen unnötig. Gleich mit Rechtsmitteln zu drohen, nur weil Nutzer das Offensichtliche aussprechen, hilft niemandem – am wenigsten Xiaomi selbst.

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