Während die Preise von AMDs Oberklasse-Prozessoren in den letzten Monaten immer weiter gefallen sind, zeigt der Preisverlauf eines anderen aktuellen Chips des Herstellers in die andere Richtung. Was ist da los?

Ryzen 5 3400G: Beliebter Prozessor von AMD wird immer teurer

In der Vergangenheiten sorgten der Ryzen 9 3900X und der Ryzen 9 3950X mit ihren Mondpreisen für Schlagzeilen – nun scheint der Ryzen 5 3400G an der Reihe zu sein. Denn während AMDs Top-Modelle in den letzten Modellen beständig günstiger werden, erhöht sich der Preis des neuen Ryzen-Chips immer weiter, wie ein Blick auf den Preisverlauf zeigt:

Preisverlauf des Ryzen 3400G innerhalb der letzten 6 Monate in der Überischt (Bild: Idealo.de)

Während es den Ryzen 5 3400G im November noch für rund 140 Euro zu kaufen gab, liegt der aktuelle Verkaufspreis inzwischen bei rund 170 Euro. Zur Erinnerung: Dafür kriegt man inzwischen auch den deutlichen leistungsstärkeren Ryzen 5 3600, welcher jedoch – zugegebenermaßen – keine integrierte Grafikeinheit bietet.

Auch außerhalb Deutschland, zum Beispiel in den USA, zeichnet sich ein ähnlicher Preisverlauf des Prozessors ab, wie ein Blick auf camelcamelcamel zeigt.

Beim Ryzen 5 3400G handelt es sich um eine sogenannte APU, also eine CPU mit integrierter Grafikeinheit. Während Intel dieses Feature bei einem Großteil seiner i-Prozessoren ab Werk bietet, verzichtet AMD darauf bei den meisten Ryzen-Modellen. Nur die Ryzen-Prozessoren mit einem „G“ am Namensende verfügen über eine integrierte Vega-Grafikeinheit, die jedoch der Intel-Lösung in der Regel deutlich überlegen ist. Davon konnten wir uns bei unserem Gaming-PC für 300 Euro selbst überzeugen:

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Ryzen 3400G: Warum kostet der AMD-Prozessor plötzlich so viel?

Doch warum ist die APU innerhalb kürzester Zeit nun stark im Preis gestiegen? Ein kurzer Blick auf das Angebot der Onlinehändler zeigt: Bestandsprobleme scheint es noch nicht zu geben. Die meisten Shops haben den Chip auf Lager. Auf Amazon sieht man jedoch, dass nur noch 15 Prozessoren verfügbar sind. In den USA bekommt man den Ryzen 5 3400G hingegen gar nicht mehr direkt über Amazon. Vielleicht hängen die potenziellen Lieferprobleme mit dem Ausbruch des Coronavirus zusammen, eine eindeutige Antwort lässt sich in diesem Fall jedoch nicht geben.

Sicher ist hingegen, dass AMD den UVP des Prozessors nicht verändert hat – es scheint sich also tatsächlich um Preisfluktuationen zu handeln, die durch den freien Markt ausgelöst werden.

Nur der Ryzen 5 3400G scheint von diesem Phänomen betroffen zu sein. Zugegeben, auch der Preis des Ryzen 3 2200G ist in letzter Zeit um etwa 10 Euro gestiegen, einen so großen Sprung wie beim Ryzen 5 3400G gab es jedoch bei keinem anderen Modell zu sehen.

Auch das Prinzip von Angebot und Nachfrage sollte beim Ryzen 5 3400G kein Grund für die Preiserhöhung sein. Zumindest in unserer Top 10 fehlt von dem Chip jede Spur:

Laut ComputerBase soll der Ryzen 5 3400G auch noch lange nicht ausgemustert werden. Zwar setzt AMD bei den Ryzen-3000-APUs im Gegensatz zu den anderen Modellen noch auf Zen+-Chips, die neuen APUs mit Zen-2-Chips werden jedoch zuerst im Laptop-Segment erwartet. Bis es also einen Ryzen 5 4400G für Desktop-PCs gibt, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Am Ende bleiben die Gründe des plötzlichen Preisanstiegs des Ryzen 5 3400G also weiterhin ein Geheimnis. Sollten wir neue Informationen zum Sachverhalt bekommen, halten wir euch diesbezüglich auf dem Laufenden.