Eine ganze Stadt verschwindet einfach so über Nacht. Wie das sein kann? Facebook macht es möglich, zumindest auf der eigenen Social-Media-Plattform. Dass eine idyllische Stadt in Frankreich nahe der deutschen Grenze gelöscht wurde, lieg an ihrem delikaten Namen.

Facebook löscht französische Stadt: Bitche, please!

Manchmal treiben die Vorgaben großer Tech-Unternehmen merkwürdige Blüten: So auch in diesem Fall, als eine französische Kleinstadt nahe der deutschen Grenze ohne jede Vorwarnung von Facebook verschwunden ist. Man hatte die Facebook-Seite doch bloß genutzt, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten, Ankündigungen zu machen, Neuigkeiten zu verbreiten. Genau so, wie es unzählige Städte und Gemeinden überall auf der Welt auch tun.

Allein: Die tragen eben einen anderen Namen. Der Bürgermeister und die verantwortlichen Social-Media-Spezialisten des Städtchens „Ville de Bitche“ dürften vor einigen Wochen große Augen gemacht haben, als am 19. März das Facebook-Profil ihrer Gemeinde gesperrt wurde, wie Travelbook berichtet. Demnach wurde die Seite zwischenzeitlich auch gelöscht. Da hat allem Anschein nach der Algorithmus zugeschlagen und ist etwas übers Ziel hinausgeschossen.

Eigentlich sollen Beleidigungen, obszöne Inhalte und ähnliches erkannt werden. Im Fall von „Bitche“ ist die naheliegende Erklärung eine Verwechslung mit dem englischen (Schimpf-)Wort „bitch“. Ursprünglich die korrekte Bezeichnung für eine Hündin, wird es heute in der Regel mit „Schlampe“ übersetzt und auch so verwendet. Beides trifft natürlich nicht auf die Stadt Bitche zu.

Tipps wie ihr euer eigenes Facebook-Profil sicherer machen könnt, gibt es im Video:

Facebook sicherer machen

Deren Bürgermeister Benoît Kieffer erklärte: „Facebook hat uns mitgeteilt, dass die Seite nicht mehr öffentlich gezeigt werde, mit der Begründung, dass sie ‚gegen die für Facebook-Seiten geltenden Nutzungsbedingungen‘ verstoße.“ Die richtige Intention also, ging nur leider daneben.

Bitche brauchte neuen Namen

Eigentlich ein lustiger kleiner Fehler, ärgerlich nur, dass man bei Facebook offenbar einige Zeit brauchte, um den Fehler wieder auszuräumen. Laut Travelbook ist „Ville de Bitche“ erst seit Dienstag wieder bei Facebook zu erreichen. Zwischenzeitlich hatte man sich sogar eine neue Seite angelegt – und musste dafür auf die Adresse des Rathauses als Namen zurückgreifen. Für die Löschung habe sich Facebook inzwischen entschuldigt und den übereifrigen Algorithmus „zurückgepfiffen“. Nicht immer geht man bei Facebook indessen so offen mit Fehlverhalten um.

Ein ähnliches Problem hatte zuletzt auch Apple: Beim iPhone ließ sich mit aktivierter Inhaltssperre nicht nach bestimmten Begriffen suchen, die man mit Inhalten für Erwachsene assoziierte. Auch dabei traf man die Falschen, so konnte etwa nicht mehr nach „asian restaurant“ suchen, wer Lust auf Sushi hatte. Auch dieser Fehler ist inzwischen wieder behoben.

Wenn wie bei Facebook der Algorithmus auch manchmal daneben liegt – besser es gibt entsprechende Vorkehrungen und sie filtern einmal versehentlich zu gründlich, als dass die Inhalte von Social-Media-Plattformen nicht überprüft werden. Wozu das führen kann, hat kürzlich RTL in einer eindrücklichen Sondersendung bewiesen.