Nicht nur die Benzin- und Dieselpreise schnellen in die Höhe, auch der Strompreis explodiert regelrecht. Diverse Billiganbieter, die in den letzten Jahren mit tollen Angeboten und Rabatten um Neukunden geworben und diese auch bekommen haben, erhöhen massiv die Preise. Wer sparen will, muss jetzt reagieren. Dabei sollte man nicht auf das nächstbeste Angebot reinfallen, sondern woanders schauen.

Strompreiserhöhung um fast 40 Prozent kommt per Brief

Da hat mein Kollege nicht schlecht gestaunt, als der Brief vom Stromanbieter ins Haus flatterte. Der Arbeitspreis pro kWh wurde von normalen 28,41 Cent auf unglaubliche 39,10 Cent angehoben. Pro Jahr müsste er jetzt fast 550 Euro mehr bezahlen als es bisher der Fall war. Ein absoluter Schock, der sofort darin mündete, dass wir uns nach günstigen Alternativen umgeschaut haben. Doch halt, nicht so schnell.

Das Geschäftsmodell vieler Billiganbieter von Strom basiert auf Prämien und kurzfristig eingekauftem Strom. Die Preise an der Strombörse explodieren aber gerade, sodass kaum ein Billiganbieter mehr den Preis halten kann. T-Online hat gerade erst berichtet, dass ein erster Anbieter wegen dieser Preisexplosion am Markt Insolvenz anmelden musste. Es kam nicht einmal dazu, dass die Preise für die Kundinnen und Kunden erhöht wurden, sondern das gesamte Geschäftsmodell ist zusammengebrochen.

Wer gerade auch einen Brief von seinem Energieanbieter bekommt, der sollte sich also nicht ins nächste Abenteuer bei einem Billiganbieter stürzen. Die dort garantierten 12 oder 24 Monate Preisbindung sind meist nicht mehr realistisch. Selbst wenn man so einen Vertrag abschließen würde, heißt es noch lange nicht, dass die Firma überlebt. Steigt der Preis weiter, dann ist das einfach unrealistisch.

Achtet beim Kauf von neuen Geräten auf das Energielabel, um Strom zu sparen. Im Video erklären wir euch alles:

Die neuen EU-Energielabel: Das hat sich geändert

Grundversorger sind aktuell sogar günstiger als ein Billiganbieter

Schaut man auf einschlägigen Preisvergleichsportalen rein, wird man mit tollen Angeboten überhäuft. Wenn man dort zuschlagen möchte, sollte man namhafte Unternehmen wählen und keine Billiganbieter. Doch auch der Blick zum Grundversorger dürfte sich lohnen. In meinem Fall ist der Grundversorger aktuell günstiger als alle anderen Stromanbieter auf dem Markt – selbst mit Rabatten und irgendwelchen Aktionen.

Mein Grundversorger ist günstiger als jedes Angebot im Preisvergleich. (Bild: GIGA)

Die Grundversorger sind von kurzfristigen Steigerungen nicht unmittelbar betroffen, weil man langjährige Verträge abgeschlossen hat. Natürlich kann auch dort der Preis in den kommenden Jahren steigen. Doch wer plötzlich mit einer so hohen Preissteigerung konfrontiert wird, sollte eher zu größeren Anbietern schauen, statt zu den billigen. Ich bleibe beim Grundversorger und mein Kollege wechselt jetzt auch zu seinem.