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Tesla in der Bredouille: Die Vorschusslorbeeren sind aufgebraucht

Über Tesla ziehen Wolken auf. (© IMAGO / NurPhoto)
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Tesla hat mit seinen E-Autos gigantischen Erfolg – kein Wunder, wenn man fast im Alleingang die Transformation einer ganzen Branche anstößt. Doch nur weil der Autobauer unter Elon Musk als erster in großem Stil auf E-Autos gesetzt hat, ist das kein Garant für die Zukunft. Jetzt wird immer deutlicher: Tesla muss sich langsam etwas einfallen lassen.

Tesla rennt die Zeit davon: E-Auto-Pionier muss um Vormachtstellung fürchten

Während viele alteingesessene Autobauer ihren Weg zur Elektromobilität erst finden und junge neue Hersteller sich noch einen Namen machen müssen, steht Tesla praktisch unangefochten an der Spitze. Bessere E-Autos, stärkere Batterien und ein rundum besseres Angebot gibt es am Markt für Elektroautos nicht – das zumindest war lange Zeit die vorherrschende Meinung. Doch für den Pionier aus den USA dreht sich der Wind gerade.

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Den größten Anteil daran hat – wie sollte es anders sein – Elon Musk. Der Tesla-Chef ist für seine Exzentrik bekannt. Ungewöhnliche geschäftliche Entscheidungen gehören so sehr zu ihm wie die absurd-komischen Auftritte vor Kameras und Öffentlichkeit. Zumindest aktuell gibt es wohl auf der Welt keinen zweiten so erfolgreichen Selbstinszenierer.

Dass der Fokus auf seine Person auch seine Schattenseiten mit sich bringt, zeigt sich gerade eindrucksvoll bei Twitter. Nach der Übernahme durch Musk trifft der Milliardär dort eine unpopuläre Entscheidung nach der anderen: massenhafte Entlassungen sollen Geld bringen. Um noch mehr zu sparen, wird wohl für Bürogebäude auch einfach mal keine Miete mehr gezahlt.

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Die Rückkehr der freien Meinungsäußerung auf Twitter hatte Musk zuvor wie ein Schild vor sich hergetragen, an dem der Gegenwind zur Übernahme abprallen sollte. Einige Wochen, nachdem Musk das Ruder nun übernommen hat, sind offenbar Sperrungen kritischer Stimmen an der Tagesordnung (Quelle: Handelsblatt).

All das geht nicht mehr spurlos an seinem einstigen Steckenpferd vorüber: Die Probleme bei Twitter machen E-Autos von Tesla zunehmend unattraktiver für Kunden. In Deutschland nehmen einer Umfrage zufolge 61 Prozent der Menschen Tesla in Folge der Twitter-Übernahme deutlich negativer wahr. Fast für die Hälfte (49 Prozent) hat Musks Twitter-Ärger dafür gesorgt, dass der Kauf eines Teslas eher nicht mehr infrage kommt.

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Mobilität – da tut sich was: E-Autos, elektrische Fahrräder, E-Scooter, ein Nachfolger für das 9-Euro-Ticket in Bus und Bahn – all das bewegt uns im doppelten Sinn. Und was hat sich in Sachen Mobilität so getan?

Dass Elon Musk das groß kümmert, ist wohl eher unwahrscheinlich. Er feiert lieber neue Features, die seine Elektroautos aktuell per Software-Update erhalten: Mit dabei sind die Integration der Spiele-Plattform Steam und Apple Music. Beide Apps können mit dem jüngsten Update im E-Auto genutzt werden. Dabei kommt es aber bisher noch darauf an, welches Model von Tesla interessierte Kunden besitzen. So oder so, Tesla feiert seinen Innovationsgeist.

Der mag in punkto „In-Car-Gaming“ hoch sein. Was die E-Auto-Modelle angeht, tut sich aber seit Jahren nicht mehr viel. Tesla setzt auf das ein oder andere Facelift, stellte kürzlich den neuen Tesla Semi vor – ein elektrischer Lkw mit beachtlicher Reichweite – und will bei der Ladegeschwindigkeit neue Standards setzen.

Doch das Lineup elektrischer Pkw ist uralt. Weltweit bietet nur die russische Marke Lada ihre Modelle noch länger ohne nennenswerte Überarbeitung an als Tesla. Mit einem Durchschnittsalter seiner E-Auto-Modelle von 7,8 Jahren landet Tesla auf dem vorletzten Platz. Das kann theoretisch auch eine Auszeichnung für die Qualität der E-Autos und ihres Designs sein – was bereits perfekt ist, braucht auch nicht verbessert werden.

Doch gerade mit der Verarbeitungsqualität macht Tesla so gut wie nie von sich reden. Dass der E-Autobauer so lange nicht Hand anlegen musste bei seinem E-Auto-Lineup dürfte einen ganz anderen, einfachen Grund haben: Tesla hatte einen gehörigen Vorsprung. Die Rolle als Vorreiter macht sich hier bemerkbar.

Unsere Fun-Facts über Tesla beweisen: Elon Musk kann man nicht immer für voll nehmen.

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Doch es gibt keine Zeit zum Ausruhen mehr. Der Rest der Branche ist den E-Autos aus den USA auf den Fersen. Wenn Tesla noch länger auf der eigenen Überlegenheit beharrt, ohne sie täglich neu zu beweisen, könnte es bald aussehen wie bei Toyota mit seinen Hybriden. Vor Jahrzehnten waren die Japaner wegweisend – heute hecheln sie dem E-Auto-Boom ein ums andere Mal hinterher. 

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