Facebooks Mark Zuckerberg hat sich anscheinend in das Gerangel rund um TikTok eingeschaltet. Berichten zufolge soll er persönlich bei US-Präsident Trump vorgesprochen haben, um gegen die populäre Video-App zu wettern. TikTok möchte unterdessen vor Gericht gegen ein mögliches Verbot in den USA kämpfen.

 

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TikTok: Zuckerberg schürt Ängste gegen China-App

Das Wall Street Journal berichtet, dass Mark Zuckerberg als CEO von Facebook eine private Audienz bei US-Präsident Donald Trump dazu genutzt haben soll, um gegen TikTok vorzugehen. Das Treffen soll bereit im Jahr 2019 stattgefunden haben. Erst danach haben sich verschiedenen US-Senatoren sowie der Präsident selbst öffentlich gegen die chinesische Video-App gestellt, die sich bei Jugendlichen rund um den Globus äußerster Beliebtheit erfreut.

Details aus dem Gespräch mit Trump sind bislang nicht an die Öffentlichkeit geraten. Zuckerberg soll gegen die App gewettert haben und dabei vielleicht auch Sicherheitsaspekte hervorgehoben haben. Fest steht aber auch, dass es sich bei TikTok zumindest im Bereich der Videos um einen Konkurrenten Facebooks handelt. Zuckerberg ist hier also kein neutraler Beobachter, sondern hat ein eigenes Interesse daran, TikTok und dem dahinterstehenden Unternehmen ByteDance zu schaden.

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Facebook unterhält mit „American Edge“ eine Anwaltsgruppe, die es mit Lobbyismus in den USA zu hohem Einfluss gebracht hat. Ausgestattet mit „rekordverdächtigen Summen“ sorgt sie dafür, dass Tech-Unternehmen aus den USA in der Öffentlichkeit und bei Politikern gut dastehen. Konkurrenz aus dem Ausland – wie eben TikTok – werde hingegen mit Vorwürfen bombardiert. TikTok-CEO Kevin Mayer sagte schon im Juli, dass Facebook seinen politischen Einfluss nutzen würde, um Rivalen zu schaden.

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TikTok will gegen Trump-Erlass klagen

Nach Indien und weiteren Ländern steht TikTok zunehmend auch in den USA unter Beschuss. Präsident Trump hatte Anfang August ein Dekret unterzeichnet, nach dem die App ab Mitte September verboten werden soll. US-Unternehmen wurde zudem eine Frist von 45 Tagen gesetzt, um sämtliche Geschäftsbeziehungen mit ByteDance zu unterbinden. Alternativ soll ein Verkauf TikToks an ein US-Unternehmen die Streitigkeiten lösen.

ByteDance möchte das Verbot in den USA nicht hinnehmen und hat bereits eine Klage gegen das Dekret angekündigt. Eigenen Angaben zufolge bemühe man sich bereits seit fast einem Jahr um eine Lösung.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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