US-Bann gegen Huawei: Zwei Hiobsbotschaften für das chinesische Unternehmen

Peter Hryciuk 10

Huawei steht immer noch im Visier der US-Regierung. Kürzlich musste das Unternehmen Android-Smartphones ohne Google-Dienste vorstellen und deswegen den Europa-Start auf unbestimmte Zeit verschieben. Es könnte aber noch schlimmer kommen.

Ausnahmegenehmigung für Huawei soll nicht verlängert werden

Huawei könnte vor einer gigantischen Herausforderung stehen. Laut den Informationen von Bloomberg will die US-Regierung die Ausnahmegenehmigung für Huawei nicht ein zweites Mal verlängern. US-Unternehmen dürfen seit 21. Mai 2019 nicht mehr mit dem chinesischen Unternehmen zusammenarbeiten – zumindest wenn es um neue Produkte und Lieferungen von Komponenten geht. Durch eine Ausnahmegenehmigung, die zunächst 90 Tage galt und kürzlich verlängert wurde, war es möglich, dass Huawei die bereits auf dem Markt befindlichen Produkte betreuen kann. Diese erste Verlängerung der Ausnahmegenehmigung läuft am 19. November aus. Eine weitere Verlängerung gibt es laut dem Bericht wohl nicht. Das würde die Situation für Huawei noch verschlimmern.

Die Folgen für Huawei bei einer Nichtverlängerung der Ausnahmegenehmigung kann man aktuell schlecht einschätzen. Die Endkunden spürten die Einschränkung während der Vorstellung der Mate-30-Smartphones. Ohne Google-Dienste, die auf neuen Smartphones nicht vorinstalliert sind, bringt Huawei die Handys nicht nach Europa. Wenn sich die USA und China also nicht einigen, könnte es im schlimmsten Fall überhaupt keine neuen Handys mehr von Huawei in Europa geben.

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Chef der US-Internetbehörde warnt vor Huawei

Unterdessen macht der Chef der US-Internetbehörde, Ajit Pai, Stimmung gegen Huawei – berichtet das Handelsblatt. Er will, dass in Deutschland der 5G-Ausbau ohne Huawei stattfindet. Er sieht ein viel zu hohes Risiko darin, ein Unternehmen beim Aufbau einer neuen Infrastruktur einzubinden, das der chinesischen Regierung unterstellt ist. „In China gilt ein nationales Sicherheitsgesetz, das jedes Unternehmen unter chinesischer Rechtsprechung verpflichtet, Anweisungen der Sicherheitsorgane zu befolgen“, so Pai. Selbst bei einem No-Spy-Abkommen sei das Sicherheitsrisiko seiner Ansicht nach zu hoch.

Für Huawei bahnt sich also eine schwierige Zeit an. Die USA werden wohl nicht locker lassen und versuchen weiter Druck auf das Unternehmen auszuüben. Die Leidtragenden sind wir als Kunden, denen neue Geräte vorenthalten werden. Im Endeffekt will Huawei sich aber sowieso unabhängiger aufstellen und könnte aus der ganzen Situation noch stärker hervorkommen. Was glaub ihr?

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