E-Autos gehört die Zukunft. Früher oder später wird man sich also von seinem Verbrenner verabschieden müssen. Ich persönlich wollte das schon bald tun. Aktuell halten mich aber mehrere Gründe davon ab, obwohl ich für das Thema immer noch Feuer und Flamme bin.

E-Auto-Kauf: Wieso ich doch lieber abwarte

Eigentlich stand ich vor einigen Monaten schon kurz vor dem Kauf eines E-Autos. Eine Renault Zoe sollte es werden. Leider kam mir ein anderer Käufer zuvor und hat mir meine Wunschkonfiguration vor der Nase weggeschnappt. Passiert, denn der Automarkt ist aktuell massiv überhitzt. Neuwagen kommen nicht bei den Käuferinnen und Käufern an, da die Chips knapp sind. Gebrauchtwagen sind also heiß begehrt und oft schnell vergriffen, wenn man sich nicht sofort entscheidet. Mittlerweile bin ich auch etwas froh, dass es nicht direkt geklappt hat. Das hat folgende Gründe:

  • Ladesituation: Erst in 1-2 Jahren werde ich eine eigene Wallbox installieren können. Das liegt einfach daran, dass ich die Eigentümergemeinschaft überzeugen muss, um einen Parkplatz mit Lademöglichkeiten bauen zu können. Natürlich auf eigene Kosten, aber die Fläche gehört nun einmal der Gemeinschaft. Vielleicht bauen wir gleich mehrere Parkplätze. Anrecht darauf hätte ich laut aktueller Gesetzeslage, doch das bedarf noch etwas Überzeugungskraft, der Einholung von Genehmigungen der Stadt und Kostenvoranschlägen. Wer aktuell einen Handwerker benötigt, kennt das Problem. Alle sind auf Monate ausgebucht. Will man dann noch größere Bauarbeiten durchführen, dauert es oft noch viel länger.
  • Strompreise: Innerhalb von nur wenigen Monaten sind die Strompreise regelrecht explodiert. Ich kann mich aktuell noch glücklich schätzen, dass ich unter 30 Cent pro kWh zahle. Wie lange das so bleibt, weiß aktuell niemand. Entsprechend lässt sich aktuell einfach nicht kalkulieren, wie hoch die Kosten pro 100 km mit einem E-Auto wären. Klar, der Preis für Diesel bewegt sich auch immer weiter nach oben. Doch Neukunden zahlen bei einigen Grundversorgen schon über 70 Cent pro kWh. Und wenn man dann mit dem E-Auto 20 kWh pro 100 km verbraucht, landet man schnell bei 14 Euro. Mit meinem Diesel fahre ich aktuell für deutlich unter 10 Euro pro 100 km. Deswegen warte ich erst einmal ab, wo sich die Strompreise stabilisieren.
  • Ladenetz: Hätte ich jetzt schon ein E-Auto, wäre ich auf das öffentliche Ladenetz angewiesen. Beim Test des Kia EV6 hab ich gesehen, dass das meiner Meinung nach grundsätzlich gut ausgebaut ist. Es sind aber alles verschiedene Anbieter. Jeder kocht sein eigenes Süppchen mit unterschiedlichen Preisen, Grundgebühren und so weiter. Man hat da absolut keinen Durchblick. Macht man nur einen Fehler, dann zahlt man ein Vermögen beim Laden. Da muss sich eindeutig etwas ändern – oder man fährt Tesla. Nur gibt es hier an der Nordsee kaum Supercharger. Das kann sich aber noch ändern.

So ein Tesla Model 3 wäre auch in meiner engeren Wahl:

Tesla 3 fährt selbstständig (Herstellervideo)

Wie gehe ich nun vor?

Ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich erst einmal abwarte, wie sich die drei oben genannten Punkte entwickeln. Natürlich will ich mit einem E-Auto die Umwelt schützen, doch es muss auch bezahlbar bleiben. Deswegen werde ich wohl oder übel weiter meinen Diesel fahren und abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Günstiger wird auch das nicht, denn die CO2-Abgabe wird immer weiter steigen. Hier bewegen wir uns aber noch in einem akzeptablen Rahmen. Der Preis für Diesel wird sich nicht von heute auf morgen mehr als verdoppeln. Beim Strompreis würde ich meine Hand dafür in der aktuellen Situation nicht mehr ins Feuer legen.

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