Mit Switch Online, Xbox Game Pass und dem neuen PS Plus können Gamer problemlos so viele Spiele wie noch nie zuvor zocken. Doch die riesige Abo-Auswahl bringt ein völlig neues Problem mit sich.

 
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Ein Kommentar von Gregor Elsholz

Das Büffet ist eröffnet: Im Zeitalter von Abo-Services stehen Gamer zum All-You-Can-Eat-Preis vor sich biegenden Tischen voller Delikatessen und einem saftigen 3-Gänge-Menü: Die köstlichen Häppchen von Nintendo Switch Online als Vorspeise, das deftige Angebot vom Xbox Game Pass als Hauptgang und die neue dreistöckige PS-Plus-Torte als Dessert. Das alles sieht zwar appetitlich aus, aber ehrlich gesagt fühle ich mich jetzt schon ziemlich satt.

Auswahl ohne Ende: PS Plus, Xbox Game Pass und Switch Online

Mit den drei Abo-Services PS Plus, Xbox Game Pass und Switch Online habe ich Zugriff auf Hunderte Spiele – vom NES über den N64 und die PlayStation 2 bis hin zur Xbox 360 und PS4. Allerdings ist Quantität auch hier nicht gleich Qualität. Natürlich sind bei dieser gigantischen Auswahl so einige Klassiker mit dabei. Viele von ihnen haben zwar ihr Haltbarkeitsdatum bei genauerem Hinsehen schon deutlich überschritten, aber der Nostalgie-Geschmack übertönt die schimmeligen Kameraperspektiven und schwer verdaulichen Controller-Belegungen zumindest für einen schnellen Bissen zwischendurch.

Zusätzlich stehen viele interessante Spiele auf der Karte, die ich immer schon mal probieren wollte. Etwas obskurere Games, an die ich mich bisher noch nicht getraut habe und von denen ich realistisch betrachtet vielleicht jemals 10 Prozent versuchen werde. Aufgefüllt wird das Angebot dann noch mit Unmengen von Brot – Füllmaterial, Spiele, auf die ich bei ihrem Release schon keine Lust hatte und die ich jetzt ebenfalls links liegen lasse.

Was kriegt ihr für euer Geld bei Switch Online, PS Plus und im Xbox Game Pass? Wir verraten es euch im Video:

Switch Online, Xbox Game Pass und PS Plus – das bieten euch die Abo-Dienste Abonniere uns
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Microsoft, Sony und Nintendo: Wie viel ist zu viel?

Natürlich bieten vor allem Game Pass und PS Plus auf dem Papier viel für den monatlichen Eintrittspreis. Und weil Geschmäcker nun einmal verschieden sind, ist die Auswahl eben breit gefächert. An und für sich sind die Abos somit günstig. Allerdings ist das Angebot, hunderte Spiele gleichzeitig zu zocken, eine rein hypothetische Möglichkeit.

Ihr All-You-Can-Play-Konzept ist Reizüberflutung pur, eine Art ungezügelte Videospiel-Völlerei, die sich nur in seltenen Fällen wirklich gesund anfühlt. Stattdessen wächst durch die gigantische Auswahl in erster Linie das Gefühl, etwas zu verpassen, unabhängig davon, was ich gerade spiele – und dies wirkt sich beträchtlich auf den Gaming-Genuss aus.

Doch es ist unmöglich, alles innerhalb der Abos auszuprobieren, denn so viel Zeit und Energie stehen mir schlicht nicht zur Verfügung – irgendwann muss ich schließlich schlafen, arbeiten und nicht-metaphorische Nahrung zu mir nehmen.

Sind Gaming-Abos wirklich ein guter Deal?

Mein Konto bleibt durch die drei aktiven Abos in einem ranken und schlanken Zustand, während ich mich an den scheinbar unbegrenzten Spiel-Möglichkeiten berausche, ohne sie dabei wirklich auszunutzen. Stattdessen begleitet mich ein konstantes Übersättigungsgefühl, das sich in den letzten Monaten eigentlich nur dann gelegt hat, wenn ich mich bewusst für ein Spiel entschieden und es gekauft habe. Kein einziges davon war in einem der Abo-Services enthalten.

Ich weiß nicht warum, aber es fühlt sich einfach anders an, etwas zu spielen, das ich selbst bestellt habe, anstatt Spiele zu zocken, nur weil Microsoft, Nintendo oder PlayStation sie mir in ihren Abos vorsetzen.

In unserer Bilderstrecke zeigen wir euch 9 Features, die die PS5 und Xbox Series X|S zu Next-Gen-Konsolen machen:

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