Wegen zensierter Suchergebnisse muss sich Microsoft erneut der Kritik stellen. Sowohl im Startmenü von Windows als auch bei Bing hat Microsoft bei bestimmten Themen keine Suchvorschläge unterbreitet – und das nicht nur in China. Jetzt liegt ein kurzes Statement vor.

Microsoft: Bing-Suche auch in den USA zensiert?

Einer Untersuchung von The Citizen Lab zufolge zensiert Microsoft bei Bing und im Startmenü von Windows bestimmte Themen. Bei der Suche nach Personen, die in China als „heikel“ gelten, werden – anders als sonst – in den USA und Kanada keine Suchvorschläge unterbreitet. Laut The Citizen Lab gibt es auch dann keine Vorschläge, wenn nach ranghohen Mitgliedern der chinesischen Einheitspartei (CCP) gesucht wird.

Zu den bekanntesten Beispielen für Namen, die Microsoft nicht automatisch vervollständigt, gehört der chinesische Präsident Xi Jinping, der mittlerweile verstorbene Menschenrechtsaktivist Liu Xiaobo und der „Tank Man“, der sich im Jahr 1989 bei Protesten vor Panzer stellte, die auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ rollten.

Bisher war bekannt, dass Microsoft bei bestimmten Suchanfragen in China keine Vorschläge anbietet, wenn es sich um Personen handelt. Außerhalb Chinas wiederum gilt die Einschränkung bei der automatischen Vervollständigung nur bei Erotik-Darstellern. Die Suchmaschine DuckDuckGo ist ebenfalls indirekt betroffen, da hier auf Microsofts Autosuggest-Funktion gesetzt wird.

Microsoft hat bereits reagiert und erläutert, dass es bei „einer kleinen Anzahl von Nutzern zu einer Fehlkonfiguration“ gekommen sei (Quelle: The Wall Street Journal).

Es muss nicht immer Google oder Bing sein:

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Microsoft: Wieder Zensur-Vorwürfe bei Bing

Bereits im vergangenen Jahr musste sich Microsoft ähnliche Kritik anhören. Im Juni 2021 wurde bekannt, dass Suchen nach dem „Tank Man“ in den USA, Frankreich und Singapur blockiert waren. Microsoft sprach in diesem Zusammenhang von einem „versehentlichen menschlichen Fehler“.